WDH/ ROUNDUP: GrĂŒne und SPD in Berlin unterbrechen Sondierungen mit Linken
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 20:41 Uhr | dpa, AD HOC NEWSLetzter Satz neu formuliert.)
BERLIN (dpa-AFX) - GrĂŒne und SPD in Berlin haben die SondierungsgesprĂ€che zur Regierungsbildung mit dem Wahlsieger Linke unterbrochen. ZunĂ€chst mĂŒsse eine von allen Mitgliedern der Linke-Fraktion unterzeichnete ErklĂ€rung zum Umgang mit Antisemitismus bewertet werden, teilten die beiden Parteien mit.
Linke, GrĂŒne und SPD in Berlin hatten vergangene Woche vor Aufnahme der Sondierungen eine Vereinbarung geschlossen, wie sie im Falle einer Koalition mit antisemitischen VorfĂ€llen in den Reihen der Linken umgehen wollen. Angedacht sind auch Sanktionen bis hin zum Fraktionsausschluss. Am Dienstag unterzeichneten die Mitglieder der Linken-Fraktion geschlossen eine ErklĂ€rung zu dem Thema.
"Wir haben zur Kenntnis genommen, dass die Linke in ihrer Fraktion zu anderen Verabredungen gekommen ist", erklĂ€rten die Spitzenkandidaten Werner Graf (GrĂŒne) und Steffen Krach (SPD) in einem gemeinsamen schriftlichen Statement.
"Das bedeutet, dass wir an dieser Stelle die Sondierungen unterbrechen mĂŒssen, um zu bewerten, ob unsere Vereinbarung von vergangener Woche noch gilt. Wir erwarten, dass die Linke uns deutlich macht, inwiefern sie unsere getroffenen Vereinbarungen erst nehmen und umsetzen wollen."
Teile der Berliner Linken stehen wegen ihrer Positionen zu Israel und PalÀstina und zum Antisemitismus immer wieder in der Kritik.
Eigene ErklÀrung der Fraktion
Woran sich GrĂŒne und SPD genau stoĂen, blieb zunĂ€chst unklar. Die neue Linke-Fraktion bekannte sich bei ihrer konstituierenden Sitzung im Berliner Abgeordnetenhaus ausdrĂŒcklich zum Kampf gegen Antisemitismus, zum Schutz jĂŒdischen Lebens und zum Existenzrecht Israels. Alle 44 anwesenden Abgeordneten unterzeichneten eine entsprechende ErklĂ€rung, wie Co-Fraktionschef Tobias Schulze mitteilte.
Darin verpflichten sich die Parlamentarier, sich in ihrem politischen Wirken als Abgeordnete an die BeschlĂŒsse der Partei zu diesen Themen zu halten. Die ErklĂ€rung sei nun Grundlage der gemeinsamen Arbeit in der Fraktion, so Schulze.
Umstrittene Abgeordnete
Unter den Unterzeichnern der ErklĂ€rung ist auch die frisch ins Parlament gewĂ€hlte Abgeordnete Vanessa Emde. Sie hatte im Wahlkampf stark auf das Thema PalĂ€stina-SolidaritĂ€t gesetzt und wegen ihrer israelkritischen Positionen mehrfach Diskussionen ausgelöst. Kritiker werfen ihr vor, nicht zum Existenzrecht Israels zu stehen. Vor diesem Hintergrund wurde spekuliert, dass sie womöglich nicht in die Linke-Fraktion aufgenommen wird. Womöglich erwarteten das auch GrĂŒne und SPD. Emde wurde allerdings in die Linke-Fraktion aufgenommen.
