WEG-Verwaltung, Hälfte

WEG-Verwaltung: 45,9 Prozent lehnen mehr als die Hälfte der Anfragen ab

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 18:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
62,1 Prozent der Verwaltungen erreichen ihre Kapazitätsgrenze; zugleich steigen die geplanten Monatsgebühren je WEG-Einheit auf 31,77 Euro.
Fassade eines modernen Wohngebäudes in neutralem Licht Illustration mit AI erstellt.

Die deutschen Immobilienverwaltungen stehen unter erheblichem operativem Druck. Laut dem aktuellen VDIV-Branchenbarometer 2026 melden 62,1 % der Hausverwaltungen, ihre Kapazitätsgrenzen erreicht zu haben. Wie aus einem Bericht vom 23.10.2026 hervorgeht, basiert diese Einschätzung auf einer detaillierten Erhebung, die im Zeitraum vom 04.03. bis 11.05.2026 durchgeführt wurde und insgesamt 476 vollständige Antworten von Branchenunternehmen umfasst.

Hohe Hürden für Wohnungseigentümergemeinschaften bei der Verwaltersuche

Die angespannte Auslastung hat unmittelbare Konsequenzen für den Markt und erschwert es Immobilieneigentümern spürbar, professionelle Unterstützung zu finden. Die Erhebung zeigt, dass 45,9 % der Verwaltungen mittlerweile mehr als die Hälfte aller neuen WEG-Anfragen ablehnen. Viele Betriebe sehen sich schlicht nicht mehr in der Lage, zusätzliche Mandate zu übernehmen, ohne die Betreuungsqualität für den bestehenden Kundenstamm zu gefährden.

Um den personellen und administrativen Mehraufwand zu bewältigen, reagieren zahlreiche Akteure mit einer Portfoliobereinigung. Dem Branchenbarometer zufolge wollen 57,1 % der Verwaltungen zeitintensive Objekte abgeben.

Anzeige

Angesichts der zunehmenden Komplexität in der Verwaltung müssen sich Wohnungseigentümer auf neue rechtliche Rahmenbedingungen einstellen. Dieser kostenlose Report fasst die wichtigsten Änderungen im Wohnungseigentumsgesetz kompakt zusammen, damit Sie stets rechtssicher agieren. Die 19 entscheidenden WEG-Änderungen gratis nachlesen

Im Fokus stehen dabei Liegenschaften, deren Betreuung durch überdurchschnittlich hohe Anforderungen an die Kommunikation, Sanierungsbegleitung oder interne Streitigkeiten gebunden ist. Verwalter fokussieren sich zunehmend auf Mandate, die wirtschaftlich und arbeitsorganisatorisch tragfähig sind.

Steigende Vergütung je WEG-Einheit

Neben der gezielten Selektion bei der Mandatsannahme schlägt sich der Kapazitätsmangel auch in der Preisentwicklung nieder. Die Unternehmen passen ihre Honorare an die veränderten Rahmenbedingungen an. Für das laufende Jahr beträgt die geplante Vergütung im Durchschnitt 31,77 € je WEG-Einheit und Monat. Im Jahr 2025 lag dieser Wert noch bei 29,12 €.

Die Anhebung der Vergütung spiegelt die wachsende Komplexität der Verwaltertätigkeit wider, zu der gesetzliche Vorgaben, Digitalisierungsanforderungen und energetische Sanierungsprozesse beitragen.

Anzeige

Ob Balkonkraftwerke oder Online-Versammlungen – immer mehr deutsche Eigentümer nutzen diesen Leitfaden, um bei neuen gesetzlichen Rechten und Pflichten den Überblick zu behalten. Immobilienexperten haben die relevanten Fakten für Sie verständlich aufbereitet. Kostenlosen WEG-Report jetzt anfordern

Für Eigentümergemeinschaften bedeutet dies eine doppelte Herausforderung: Zum einen steigen die monatlichen Verwaltungskosten, zum anderen verengt sich die Auswahl an Dienstleistern, die überhaupt noch freie Kapazitäten für Neuverträge bereitstellen können.

Insbesondere kleinere oder betreuungsintensive Gemeinschaften müssen sich auf längere Suchzeiten und höhere finanzielle Aufwendungen einstellen, wenn Verträge auslaufen oder eine Neuausschreibung ansteht.

Disclaimer...
de | wirtschaft | 70400495 |