Weinernte 2026, Statistisches Bundesamt

Weinernte 2026: Deutschland erwartet 8,0 Millionen Hektoliter

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 10:25 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Deutschlands Winzer erwarten 2026 eine Ernte von 8,0 Millionen Hektolitern. Trotz des RĂŒckstands zum Durchschnitt liegt die Menge ĂŒber dem schwachen Vorjahresniveau, wĂ€hrend die Trauben einen qualitativ guten Jahrgang erwarten lassen.

Die Weinlese liegt 2026 wieder unter dem Durchschnitt - etwa 30 Prozent entfallen auf rote Trauben. (Archivbild) - Bild: A4258 Philipp Schulze/dpa
Die Weinlese liegt 2026 wieder unter dem Durchschnitt - etwa 30 Prozent entfallen auf rote Trauben. (Archivbild) - Bild: A4258 Philipp Schulze/dpa

Regionale Erntebilanz 2026

  • Die SchĂ€tzung vom 20. September nennt 8,0 Millionen Hektoliter fĂŒr die deutsche Weinlese.
  • Das sind rund 30 Millionen Liter weniger als im Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025.
  • Rheinhessen und die Pfalz steuern zusammen 4,5 Millionen Hektoliter bei.

Die deutschen Weinbaubetriebe erwarten 2026 trotz einer unterdurchschnittlichen Menge eine grĂ¶ĂŸere Ernte als im Vorjahr.

Mehr Wein als 2025

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts dĂŒrfte die Lesemenge bei 8,0 Millionen Hektolitern liegen. 2025 waren 7,7 Millionen Hektoliter erreicht worden.

Verglichen mit dem Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025 entspricht die erwartete Ernte einem RĂŒckgang von vier Prozent oder etwa 30 Millionen Litern.

Hitze lÀsst kleinere Trauben reifen

Trockenheit und Hitze fĂŒhrten 2026 zu kleineren Weintrauben mit konzentrierten Inhaltsstoffen. GroßflĂ€chige SchĂ€den durch Wetterereignisse blieben nach der EinschĂ€tzung aus.

Die Trauben lassen daher einen qualitativ guten Jahrgang erwarten. Rund 70 Prozent der Ernte entfallen auf Weißmost, 30 Prozent auf rote Trauben.

Riesling und Dornfelder legen zu

Bei Riesling und Dornfelder zeichnen sich ZuwĂ€chse ab. Vom GrĂŒnen Silvaner und vom Blauen Portugiesen werden dagegen etwas weniger Trauben erwartet.

Große Weinregionen mit höheren ErtrĂ€gen

In Rheinhessen, der Pfalz und Baden wird mit einer höheren Ernte als im Vorjahr gerechnet. Insgesamt dĂŒrfte es in sieben der 13 deutschen Weinbaugebiete ZuwĂ€chse geben.

Zu diesen Regionen zĂ€hlen neben den drei grĂ¶ĂŸten Anbaugebieten auch WĂŒrttemberg, der Rheingau, die Hessische Bergstraße und der Mittelrhein. RĂŒckgĂ€nge werden fĂŒr Mosel, Franken, Ahr, Saale-Unstrut und Sachsen erwartet.

Rheinhessen und Pfalz dominieren

Rheinhessen wird voraussichtlich 2,4 Millionen Hektoliter liefern, die Pfalz 2,1 Millionen. Zusammen entfallen damit 56 Prozent der erwarteten deutschen Lesemenge auf beide Regionen.

Die Angaben beruhen auf einer SchÀtzung zum 20. September, als die Traubenernte noch nicht abgeschlossen war.

Ertrag bleibt hinter dem Durchschnitt

Die erwartete Weinlese 2026 liegt mit 8,0 Millionen Hektolitern nur knapp unter dem Mittel der Jahre 2020 bis 2025. Gleichzeitig fĂ€llt sie grĂ¶ĂŸer aus als 2025. Damit setzt sich ein Muster fort, in dem Wetterbedingungen die Menge stĂ€rker beeinflussen als die langfristige Bedeutung der deutschen Weinwirtschaft.

Trockenheit und Hitze haben kleinere Trauben entstehen lassen. Ihre Inhaltsstoffe sind dadurch stĂ€rker konzentriert, was die QualitĂ€t des Jahrgangs stĂŒtzen kann, obwohl die Menge sinkt. FĂŒr Verbraucher bedeutet das nicht automatisch höhere Preise oder einen einheitlichen Geschmack: Entscheidend sind zusĂ€tzlich Rebsorte, Region, Vermarktung und die Entwicklung der Produktionskosten.

Regionale Unterschiede prÀgen die Bilanz

Rheinhessen und die Pfalz liefern zusammen mehr als die HĂ€lfte der erwarteten deutschen Lesemenge. Höhere ErtrĂ€ge in diesen großen Anbaugebieten können RĂŒckgĂ€nge in Mosel, Franken, Ahr, Saale-Unstrut und Sachsen teilweise ausgleichen. FĂŒr einzelne Betriebe bleibt die Ernte dennoch stark von lokalen NiederschlĂ€gen und Böden abhĂ€ngig.

Die SchĂ€tzung wurde am 20. September erstellt, bevor die Lese abgeschlossen war. Das endgĂŒltige Ergebnis kann deshalb noch abweichen. Klar ist bereits: Die deutsche Weinproduktion bleibt anfĂ€llig fĂŒr Wetterextreme, wĂ€hrend die erwartete QualitĂ€tsentwicklung den MengenrĂŒckgang teilweise ausgleichen könnte.

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