Weniger Azubis mit Abitur: Ein leichter Rückgang
Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 08:19 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer Anteil neuer Auszubildender mit (Fach-)Abitur ist 2023 leicht auf 26 Prozent gesunken, im Vergleich zu 28 Prozent im Jahr 2015. Besonders auffällig ist der hohe Anteil von Abiturient:innen im öffentlichen Dienst (48 Prozent), wohingegen im Handwerk und in der Hauswirtschaft nur vergleichsweise wenige mit Abitur starten. Laut aktuellen Berichten setzen immer mehr Unternehmen zudem gezielt auf Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Bildungsabschluss, während Studienberechtigte in bestimmten Branchen gar nicht so gefragt sind; möglicherweise spiegelt sich auch eine gewisse Zurückhaltung wider, direkt nach dem Abitur einen Ausbildungsweg einzuschlagen. Abseits der Zahlen gibt es Stimmen, die die Praxisorientierung der Ausbildung betonen und meinen, dass akademische Bildung nicht in jedem Bereich der bessere Weg ist.
- Die Süddeutsche Zeitung berichtet ausführlich über aktuelle Trends auf dem deutschen Ausbildungsmarkt: Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge ist trotz anhaltenden Fachkräftemangels nur leicht gestiegen; viele Betriebe sehen sich weiterhin mit unbesetzten Lehrstellen konfrontiert, und die Unsicherheit unter Jugendlichen steigt angesichts wirtschaftlicher Veränderungen und desografischer Entwicklungen. Neben den klassischen Berufsbildern gewinnen neue Ausbildungsberufe an Bedeutung, besonders im IT- und Gesundheitsbereich, während für viele Schulabgänger:innen die Auswahl durch mangelnde Orientierung erschwert wird. Der Artikel betont zudem die wachsende Bedeutung von Berufsschulen und die Rolle von Praktika beim Übergang Schule-Beruf. (Quelle: Süddeutsche Zeitung)
- Laut der FAZ sehen Experten einen wachsenden Druck auf das duale Ausbildungssystem: Immer mehr junge Menschen entscheiden sich für ein Studium, auch weil immer mehr Eltern Wert auf einen Hochschulabschluss legen – trotzdem bleibt die Lehre im deutschen Arbeitsmarkt relevant, aber besonders kleinere Betriebe klagen über fehlende Bewerber. In manchen Branchen, z. B. im Handwerk, drohen dadurch Engpässe; die Politik diskutiert daher über Fördermaßnahmen, bessere Berufsorientierung und eine Imagekampagne für Ausbildungsberufe. Das duale System wird als internationaler Erfolgsfaktor gelobt, steht aber vor Herausforderungen in Bezug auf Attraktivität und Anerkennung. (Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung)
- Ein aktueller Artikel bei ZEIT Online nimmt die Perspektive der Auszubildenden in den Fokus: Viele Jugendliche erleben im Bewerbungsprozess ungewohnte Offenheit bei den Betrieben, zugleich aber auch einen hohen Erwartungsdruck, sich früh für einen Weg zu entscheiden. Digitalisierung und gesellschaftliche Umbrüche zeigen sich in der Ausbildung vor allem durch neue Anforderungen, z. B. in der Kundenkommunikation oder beim Umgang mit modernen Tools und Technologien. Gleichzeitig warnt der Text davor, Jugendliche mit der Berufsentscheidung zu überfordern, und fordert mehr Mut und Offenheit für Bildungswege abseits der akademischen Standardroute. (Quelle: ZEIT Online)
