Werksschließungen, BioNTech-Jobs

Werksschließungen 2027: 1.900 BioNTech-Jobs und tausende weitere weg

01.06.2026 - 00:09:08 | boerse-global.de

Siegwerk schließt Werk in Bargen: Über 100 Mitarbeiter verlieren Job, Produktion wandert in die Türkei ab.

Werksschließungen 2027: 1.900 BioNTech-Jobs und tausende weitere weg - Foto: über boerse-global.de
Werksschließungen 2027: 1.900 BioNTech-Jobs und tausende weitere weg - Foto: über boerse-global.de

Bis Anfang 2027 sollen die UV-Druckfarben stattdessen in der Türkei hergestellt werden. Für die Belegschaft bedeutet das tiefe Einschnitte.

Mehr als 100 der 145 Beschäftigten in Bargen verlieren ihren Arbeitsplatz. Lediglich 35 bis 40 Mitarbeiter bleiben in einer technischen Abteilung in der Region Bern. Das Unternehmen begründet den Schritt mit der schwachen Nachfrage nach UV-Farben in Europa – während die Märkte in Osteuropa, dem Nahen Osten und Afrika boomen. Hinzu kommen die hohen Produktionskosten vor Ort und der anhaltend starke Schweizer Franken.

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Um die Härten abzufedern, hat Siegwerk einen Sozialplan vorgelegt. 70 Prozent der Betroffenen erhalten eine Abfindung von mindestens sechs Monatsgehältern. Wer bis zur endgültigen Schließung bleibt, bekommt zudem eine Prämie von bis zu neun Monatslöhnen.

Abwanderung aus Kostengründen

Siegwerk ist kein Einzelfall. Erst kürzlich gab der Tiefkühlkosthersteller Findus die Schließung seines Werks in Rorschach bekannt. Die Produktion dort endet Ende 2026, 45 Vollzeitstellen fallen weg. Die Fertigung wandert nach Italien und Spanien ab. Ein Übernahmeangebot der Belegschaft lehnte das Unternehmen ab, sagte aber einen Sozialplan mit Vermittlungshilfe und finanzieller Unterstützung zu.

Auch in der Druckbranche brodelt es: Die Albert Frankenthal GmbH stellte am 31. Mai 2026 den Betrieb ein. Der 165 Jahre alte Hersteller von Druckmaschinen-Komponenten beschäftigte 71 Mitarbeiter. Die Muttergesellschaft Koenig & Bauer AG verlagert die Walzenproduktion nach Würzburg – die Nachfrage war eingebrochen.

Welle von Werksschließungen in der Schweiz

Die Industriekrise macht auch vor der deutschen Grenze nicht halt. Mehrere Großstandorte stehen bis 2027 vor dem Aus oder einer tiefgreifenden Restrukturierung.

BioNTech schließt seinen Standort in Idar-Oberstein bis Ende 2027. Grund ist die sinkende Nachfrage nach Corona-Impfstoffen. Rund 1.900 Mitarbeiter sind betroffen.

Siemens Evosoft stellt seine deutschen Standorte bis Ende 2027 ein. 377 Beschäftigte verlieren ihre Arbeit, IT-Aufträge werden nach Indien und Osteuropa vergeben.

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Mahle dicht sein Werk in Neustadt an der Donau in der ersten Jahreshälfte 2027. Politische und wirtschaftliche Vertreter sprechen von einem verlorenen Wettbewerbsvorteil des Standorts.

Deutschland: Tausende Jobs in Gefahr

Die Chemie- und Pharmaindustrie leidet unter massiv gestiegenen Betriebskosten. Wacker Chemie erhöht ab dem 1. Juni 2026 die Preise für Produkte wie Harze um 15 Prozent. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Ein Chemieunternehmen verzeichnete einen Anstieg der Stromkosten von 152.000 Euro im Jahr 2023 auf prognostizierte 267.000 Euro im Jahr 2025. Gleichzeitig stieg der CO?-Preis im EU-Emissionshandel von 66,46 Euro pro Tonne (2024) auf 88,52 Euro (2026).

Explodierende Kosten und chinesische Konkurrenz

Hinzu kommt der Druck aus Fernost. Sandoz etwa kämpft mit seinem Penicillin-Werk in Kundl (Österreich) ums Überleben. Die 2.400 Mitarbeiter arbeiten laut Unternehmensangaben nur noch mit minimaler Rendite – chinesische Konkurrenten unterbieten die Preise massiv. Allein innerhalb eines Jahres fiel der Preis bestimmter Wirkstoffe um 57 Prozent. Sandoz fordert nun EU-Ermittlungen gegen die internationalen Preispraktiken.

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