Westbalkanregelung, Geplante

Westbalkanregelung: Geplante KĂŒrzung gefĂ€hrdet 8.750 ArbeitskrĂ€fte im Bau

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 04:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der ZDB lehnt die geplante Senkung auf 25.000 Erstzustimmungen ab und verlangt effizientere, digitale Zuwanderungsverfahren.
Ein modernes BaugerĂŒst vor einer unfertigen Betonwand auf einer Baustelle bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Das Bundeskabinett berĂ€t am Mittwoch, 4. November, ĂŒber die geplante Halbierung der Westbalkanregelung. Einem Referentenentwurf des Bundesarbeitsministeriums zufolge soll die Bundesagentur fĂŒr Arbeit ab dem 1. Januar 2027 nur noch 25.000 statt bislang 50.000 Erstzustimmungen pro Jahr erteilen. Gegen diese KĂŒrzungsplĂ€ne regt sich deutlicher Widerstand aus der Wirtschaft.

Massive Bedenken in der Bauwirtschaft

Vor den Folgen des Vorhabens warnt insbesondere der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB). Nach Berechnungen des Branchenverbandes droht dem Baugewerbe durch die vorgesehene Reduzierung der Verlust von knapp 9.000 ArbeitskrĂ€ften; rechnerisch entgingen der Branche rund 8.750 BeschĂ€ftigte. Der ZDB fordert daher den Verzicht auf die KĂŒrzung sowie die RĂŒcknahme der geplanten Halbierung.

Die Regelung besitzt fĂŒr den Bausektor ein erhebliches Gewicht. Rund 35 Prozent der ĂŒber die Westbalkanregelung erteilten Visa entfallen laut ZDB auf Bauunternehmen beziehungsweise auf das Bauhaupt- und Ausbaugewerbe. Wie der Verband betont, hat bereits heute jeder siebte BaubeschĂ€ftigte einen auslĂ€ndischen Pass, was die AbhĂ€ngigkeit der Branche von auslĂ€ndischen ArbeitskrĂ€ften unterstreicht.

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Hohe Erwerbsquote und rechtlicher Hintergrund

Die Westbalkanregelung ermöglicht Staatsangehörigen aus Albanien, Bosnien-Herzegowina, dem Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt, vorausgesetzt, es liegt ein konkretes Stellenangebot vor. Demnach gehen 98 Prozent der ĂŒber diese Regelung eingereisten Personen einer BeschĂ€ftigung nach, davon einer sozialversicherungspflichtigen BeschĂ€ftigung.

Die Bestimmung blickt auf mehrere Anpassungen zurĂŒck: Im Jahr 2023 hatte der Deutsche Bundestag die Westbalkanregelung entfristet und das jĂ€hrliche Kontingent von 25.000 auf 50.000 Erstzustimmungen verdoppelt. Mit dem aktuellen Referentenentwurf soll diese KapazitĂ€t nun wieder auf das ursprĂŒngliche Niveau zurĂŒckgefĂŒhrt werden.

Kritik an Verfahren und fehlenden Strukturen

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Neben der quantitativen Begrenzung bemĂ€ngelt die Bauwirtschaft auch die Rahmenbedingungen der Zuwanderungsverfahren. Der ZDB kritisiert das Fehlen einer sogenannten Work-and-Stay-Agentur, die Zuwanderungs- und Aufenthaltsprozesse bĂŒndeln könnte. Um den bestehenden Personalbedarf decken und Verfahren effizienter gestalten zu können, fordert der Spitzenverband zudem schnellere und durchgehend digitale Verwaltungsprozesse.

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