Analyse zur E-Auto-Wende: Mercedes besser, VW fĂ€llt zurĂŒck
30.05.2024 - 18:53:21 | dpa.de
Beim Wandel zur E-MobilitÀt macht der Autohersteller Mercedes-Benz einer Analyse des Umweltforschungsverbunds ICCT zufolge Fortschritte. Neben zwei chinesischen Autokonzernen verbesserten sich die Stuttgarter am stÀrksten, wie aus dem «Global Automaker Rating 2023» hervorgeht. Innerhalb von einem Jahr machten Mercedes drei PlÀtze gut und landeten demnach auf dem vierten Rang.
Der Sprung von Mercedes geht den Angaben nach insbesondere auf die Dekarbonisierung der Lieferketten durch den Einsatz erneuerbarer Energien sowie Batterierecycling zurĂŒck. Als bester europĂ€ischer Konzern lag allerdings BMW unverĂ€ndert auf Rang 3. VW verlor in dem Ranking im Vergleich zu 2022 zwei PlĂ€tze und landete auf Rang 7 - hinter dem chinesischen Hersteller SAIC und der Opel-Mutter Stellantis.
Das International Council on Clean Transportation (ICCT) sitzt in der US-Hauptstadt Washington. 2015 hat die Organisation in den USA den VW-Abgasskandal mit aufgedeckt. FĂŒr die aktuelle Studie haben die Forscher anhand von zehn Kriterien bewertet, wie erfolgreich 21 der weltweit gröĂten Automobilhersteller beim Ăbergang zu abgasfreien Fahrzeugen sind. Die Kriterien lassen sich in drei Gruppen zusammenfassen: Marktdominanz, technologische Leistung und strategische Vision.
BMW bester europÀischer Konzern - Tesla Spitzenreiter
13 der analysierten Hersteller klassifizieren die Studienautoren als Unternehmen, die sich mitten in der Transformation befinden - also weg vom Verbrenner hin zu emissionsfreien Modellen. Zu ihnen gehören auch Renault (Platz 10) und Ford (Platz 13). Als Spitzenreiter eingeordnet werden demnach unverĂ€ndert Tesla und dahinter der chinesische Autobauer BYD. Zu den sechs NachzĂŒglern der untersuchten Gruppe gehören dem ICCT zufolge unter anderem der weltweit gröĂte Autobauer Toyota sowie Mazda, Honda und Nissan.
Insgesamt stiegen in dem Ranking zwischen 2022 und 2023 sieben Hersteller, 12 verloren PlĂ€tze und einer blieb gleich. Ein RĂŒckgang kann entweder bedeuten, dass sich die Leistung eines Unternehmens verschlechtert oder die Leistung der Wettbewerber verbessert hat. Die meisten verbesserten ihre Leistung demnach in folgenden Bereichen: Anteil von verkauften E-Autos, Energieverbrauch, Reichweite, Elektro-Ziele und Investitionen dafĂŒr.
Der Bericht stĂŒtzt sich dem ICCT zufolge unter anderem auf eine eigens erstellte Datenbank zu den VerkĂ€ufen von Elektroautos und deren wichtigsten Spezifikationen in den MĂ€rkten in China, den USA, der EuropĂ€ischen Union, Japan, Indien und SĂŒdkorea. 2023 entfielen auf diese sechs MĂ€rkte 82 Prozent des E-Autor-Absatzes. Insgesamt hĂ€tten sich vergangenes Jahr die Verkaufszahlen und die technologische Leistung verbessert, hieĂ es.
Studienautor: Gibt noch viel zu tun
Studienautor Zifei Yang teilte dazu mit: «Die Automobilhersteller machen zwar erhebliche Fortschritte bei der Umstellung auf emissionsfreie Fahrzeuge, aber es gibt noch viel zu tun.» Um in Zukunft wettbewerbsfĂ€hig zu sein, mĂŒssten sie ihre Modellpalette erweitern, um den Verkaufsanteil emissionsfreier Fahrzeuge zu steigern. Zudem mĂŒssten sie unter anderem in Batterierecycling investieren.
Um die ErderwĂ€rmung gemÀà den Pariser Klimazielen auf unter zwei Grad zu begrenzen, mĂŒsste der Verkaufsanteil emissionsfreier Autos und Vans laut ICCT-SchĂ€tzungen bis 2030 bei 77 Prozent liegen. 2035 mĂŒssten nahezu 100 Prozent erreicht werden. FĂŒr eine Begrenzung der ErderwĂ€rmung unter 1,5 Grad seien zusĂ€tzliche MaĂnahmen erforderlich.
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