Deutschland, Ukraine

Wadephul macht Tempo bei neuen Freihandelsabkommen

09.09.2025 - 12:51:31 | dpa.de

Wie reagieren Deutschland und Europa auf die protektionistische Zoll- und Handelspolitik von US-PrĂ€sident Trump? Der deutsche Außenminister fordert eine Zeitenwende in der Weltwirtschaft.

Außenminister Johann Wadephul (CDU) beim Wirtschaftstag der Botschafterkonferenz im AuswĂ€rtigen Amt. - Foto: Fabian Sommer/dpa

Außenminister Johann Wadephul setzt auf einen Abschluss der von der EU geplanten Freihandelsabkommen mit dem sĂŒdamerikanischen StaatenbĂŒndnis Mercosur und mit Indien noch in diesem Jahr. «Das wĂ€re eine entscheidende Voraussetzung, nicht nur fĂŒr den Austausch von Waren und Dienstleistungen mit diesen LĂ€ndern. Sondern es wĂŒrde auch zeigen, dass die EuropĂ€ische Union als geopolitischer Faktor handlungsfĂ€hig ist», sagte der CDU-Politiker beim Wirtschaftstag der Botschafterkonferenz im AuswĂ€rtigen Amt in Berlin. Er fĂŒgte hinzu: «Diese HandlungsfĂ€higkeit zu zeigen, war nie notwendiger als gerade jetzt.»

«Das ist unsere zentrale Aufgabe in der Politik, dafĂŒr zu sorgen, dass diese Abkommen alle möglichst schnell – und es ist erreichbar: in diesem Jahr noch - abgeschlossen werden», betonte Wadephul angesichts der protektionistischen Handels- und Zollpolitik von US-PrĂ€sident Donald Trump. Nötig sei eine Zeitenwende auch in der Außenwirtschaftspolitik. Europa mĂŒsse zudem abwehrfĂ€hig sein etwa gegen hybride Angriffe Russlands auf Infrastruktur und sich neue Absatz- und RohstoffmĂ€rkte schaffen. 

Anfang September hat das finale Abstimmungsverfahren ĂŒber das Mercosur-Freihandelsabkommen begonnen. Die Freihandelszone mit Argentinien, Brasilien, Uruguay und Paraguay mit mehr als 700 Millionen Einwohnern wĂ€re laut EU die weltweit grĂ¶ĂŸte dieser Art. Auch beim Freihandelsabkommen der EU mit Indien streben beide Seiten einen Abschluss noch dieses Jahr an.

BDI-PrÀsident Leibinger: Autonomie oder SouverÀnitÀt

In einer Diskussionsrunde zum Thema «Zeitenwende in der Weltwirtschaft» mit den Leiterinnen und Leitern der mehr als 220 deutschen Auslandsvertretungen bezeichnete der PrÀsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Peter Leibinger, die Freihandelsabkommen als wichtig und gut. Am Ende gehe es um die Frage Autonomie oder SouverÀnitÀt. «Ich glaube, Autonomie wird nicht möglich sein, weder in Deutschland noch in Europa. Aber ich glaube, SouverÀnitÀt sehr wohl.» Ein Baustein seien Partnerschaften auf vielen Ebenen.

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