Windenergie, EnBW

Windenergie: EnBW fordert Ausbauziel von 70 auf 55 Gigawatt

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 12:50 Uhr, Redaktion boerse-global.de

EnBW-Vorstand plĂ€diert wegen massiver Kostensteigerungen fĂŒr niedrigere Ausbauziele bei Offshore-Wind und schlĂ€gt neue Marktregeln vor.

EnBW-Chef fordert Senkung der Offshore-Windkraft-Ziele
Windenergie - Eine einzelne, moderne Offshore-Windkraftanlage im Meer bei Sonnenaufgang, ihre RotorblĂ€tter verschwimmen vor dramatischem Himmel. 08.07.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Vorstandschef Stamatelopoulos schlÀgt vor, das bisherige Ziel von 70 Gigawatt bis 2045 auf 55 Gigawatt zu senken.

Kostenexplosion bremst die Energiewende

Die wirtschaftliche Entwicklung im Offshore-Sektor macht dem Konzern schwer zu schaffen. In den vergangenen fĂŒnf Jahren stiegen die Kosten fĂŒr Projekte um 30 bis 40 Prozent. Über einen Zeitraum von 15 Jahren betrĂ€gt der Kostenzuwachs sogar ĂŒber 50 Prozent.

Aktuell sind in deutschen GewĂ€ssern rund 10,2 Gigawatt Leistung installiert. Um die Regierungsziele zu erreichen, mĂŒsste das Ausbautempo massiv steigen. Genau das hĂ€lt der EnBW-Vorstand angesichts der Marktsituation fĂŒr kritisch.

Neue Regeln fĂŒr den Markt gefordert

Stamatelopoulos schlĂ€gt alternative Regulierungsmechanismen vor. Er befĂŒrwortet die EinfĂŒhrung indexierter DifferenzvertrĂ€ge (Contracts for Difference, CfDs). Zudem bringt er einen vorĂŒbergehenden Verzicht auf EntschĂ€digungszahlungen ins Spiel.

Konkret: FĂŒr fĂŒnf Jahre sollen keine EntschĂ€digungen bei Abregelungen im Redispatch fĂ€llig werden – bis zu 200 Stunden, sofern die Abregelung zwischen fĂŒnf und zehn Prozent liegt. Den aktuellen Redispatchvorbehalt bezeichnet der Vorstandschef als falsch.

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„He Dreiht“ kurz vor der Fertigstellung

Trotz der Forderung nach Zielkorrektur treibt EnBW eigene Projekte voran. Der Offshore-Windpark „He Dreiht“ soll im SpĂ€tsommer ans Netz gehen. Mit 960 Megawatt Leistung und 64 Turbinen von Vestas zĂ€hlt er zu den grĂ¶ĂŸten seiner Art. 55 der Anlagen sind bereits installiert – jede mit 15 Megawatt Leistung und 230 Metern Rotordurchmesser.

Die Baukosten liegen bei 2,4 Milliarden Euro. EnBW hat langfristige LiefervertrĂ€ge ĂŒber bis zu 15 Jahre abgeschlossen. Abnehmer sind unter anderem die Deutsche Bahn, Telekom, DHL und Google. Die Kosten pro Kilowattstunde: 8 bis 10 Cent.

Kritik an der Kommunikation

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Stamatelopoulos verteidigt grundsĂ€tzlich den Kurs von Wirtschaftsministerin Reiche. Gleichzeitig ĂŒbt er deutliche Kritik an der Kommunikation des Ministeriums. Die finanziellen Risiken des Sektors zeigen sich in aktuellen Zahlen: EnBW musste Abschreibungen von 1,2 Milliarden Euro auf Projekte im Vereinigten Königreich vornehmen.

WĂ€hrend der Offshore-Ausbau stockt, lĂ€uft es in anderen Bereichen besser. Marktforscher berichten von einem Boom bei privaten Batteriespeichern und Stecker-Solar-GerĂ€ten. Die SpeicherkapazitĂ€t in Deutschland ist deutlich gestiegen – ein Großteil entfĂ€llt auf Heimspeicher.

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