KI-Regulierung, BaFin

KI-Regulierung: BaFin übernimmt Aufsicht im Finanzsektor

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 23:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die BaFin wird zur zentralen Aufsichtsbehörde für KI im Finanzwesen. Neue Transparenzpflichten und Bußgelder treten gestaffelt in Kraft.

BaFin übernimmt KI-Marktüberwachung im Finanzsektor
Digitale Visualisierung von KI-Datenströmen in einer modernen Finanzumgebung als Symbol für regulatorische Aufsicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) übernimmt ab sofort die zentrale Marktüberwachung für Künstliche Intelligenz im deutschen Finanzsektor. Banken, Versicherer und andere Finanzdienstleister müssen sich künftig bei der BaFin verantworten, wenn sie KI-Systeme einsetzen. Die Bundesnetzagentur kümmert sich parallel um nicht-finanzielle KI-Anwendungen.

Gestaffelte Regulierung mit konkreten Fristen

Die neuen Befugnisse beruhen auf dem nationalen Durchführungsgesetz zur EU-KI-Verordnung. Die ersten Verbote – etwa von Social Scoring – gelten bereits seit Anfang 2025. Anfang August folgen weitreichende Transparenzpflichten: Chatbots und KI-generierte Inhalte müssen klar gekennzeichnet werden, ebenso Deepfakes. Ab Dezember 2026 sind zusätzlich maschinenlesbare Wasserzeichen Pflicht.

Für Hochrisiko-KI-Systeme wird es erst später ernst. Dazu zählen im Finanzbereich vor allem Kreditwürdigkeitsprüfungen und Risikobewertungen bei Versicherungen. Die strengen Auflagen für diese Kategorie werden ab Dezember 2027 verbindlich.

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Bankenbranche fordert Klarheit

Die Kreditwirtschaft drängt auf eine präzise EU-weite Definition für Hochrisiko-KI bis 2027. „Wir brauchen Rechtssicherheit, bevor die strengen Regeln greifen", heißt es aus Branchenkreisen. Ziel sei es, bestehende Grauzonen auszuräumen.

BaFin-Präsident Branson stellt klar: „Die Verantwortung für KI-Entscheidungen kann man nicht an Algorithmen oder externe Dienstleister delegieren." Die Geschäftsleitungen müssten sicherstellen, dass automatisierte Entscheidungen jederzeit korrigierbar bleiben. Digitalminister Wildberger fordert parallel ein nationales KI-Sicherheitsinstitut – auch mit Blick auf jüngste Sicherheitsvorfälle bei großen KI-Anbietern.

Was Institute jetzt beachten müssen

Finanzinstitute sind verpflichtet, ein vollständiges Inventar ihrer KI-Systeme zu führen. Sie müssen die Datenqualität sicherstellen und eine angemessene menschliche Aufsicht gewährleisten. Die BaFin prüft risikobasiert – besonders weit verbreitete Werkzeuge und die KI-Kompetenz der Mitarbeiter stehen im Fokus.

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Die Strafen bei Verstößen sind happig: Bußgelder bis zu 35 Millionen Euro oder sieben Prozent des weltweiten Jahresumsatzes drohen. Gleichzeitig sollen Reallabore Innovationen ermöglichen – dort können neue Systeme unter Aufsicht getestet werden.

Parallel verschärft die BaFin die Regeln in angrenzenden Bereichen. Die Vorgaben zur Geldwäscheprävention bei virtuellen IBANs wurden bereits verschärft. Und die neuen Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) verlangen eine engere Verzahnung von Governance mit Technologie und Auslagerungsmanagement.

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