Wissensverlust, Betriebe

Wissensverlust: 92% der Betriebe sichern Erfahrung nicht ab

23.06.2026 - 21:03:13 | boerse-global.de

Bis 2040 erreichen 13,3 Millionen Erwerbspersonen das Rentenalter. Unternehmen droht ein massiver Wissensverlust durch fehlende Nachfolgeplanung.

Demografischer Wandel: 13,3 Millionen Erwerbspersonen gehen bis 2040 in Rente
Wissensverlust - Ältere und jĂŒngere Mitarbeiter in einem BĂŒro tauschen sich aus, symbolisch fĂŒr Wissenstransfer und Generationswechsel. 23.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Das entspricht etwa 30 Prozent des aktuellen ArbeitskrÀftepotenzials. Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes vom heutigen Dienstag zeigen: Der demografische Wandel erreicht eine kritische Phase.

Babyboomer gehen – wer kommt nach?

Die Daten basieren auf dem Mikrozensus 2025. Der Trend ist eindeutig: 2015 waren 20,7 Prozent der Erwerbspersonen ĂŒber 55 Jahre alt. 2025 waren es bereits 27 Prozent. Aktuell zĂ€hlt die Statistik rund 5,5 Millionen Erwerbspersonen zwischen 55 und 59 Jahren, weitere 4,5 Millionen sind 60 bis 64 Jahre alt.

Anzeige

Der demografische Wandel zwingt Unternehmen dazu, ihre Personalprozesse prĂ€zise zu steuern und rechtlich abzusichern. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie moderne ArbeitsvertrĂ€ge rechtssicher gestalten und teure Bußgelder vermeiden. 19 sofort einsetzbare Muster-Formulierungen jetzt sichern

Das Problem: Die nachrĂŒckenden JahrgĂ€nge können die ausscheidenden Babyboomer zahlenmĂ€ĂŸig nicht ersetzen. Erst heute ĂŒbergab eine Rentenkommission neue ReformvorschlĂ€ge an Friedrich Merz und BĂ€rbel Bas. Ziel: die langfristige Finanzierung des Systems sichern.

92 Prozent der Betriebe ohne Wissenssicherung

Doch es geht nicht nur um Zahlen. Eine heute veröffentlichte Studie von eGain und Deloitte warnt vor einem globalen „Wissensexodus“. Der Titel: „Der 9-Billionen-Dollar-Wissensexodus“. Das Ergebnis ist alarmierend: 92 Prozent der Unternehmen haben versĂ€umt, das Wissen langjĂ€hriger Mitarbeiter systematisch zu sichern.

Die Folgen sind enorm. Die Autoren prognostizieren ProduktionsausfĂ€lle zwischen 6,9 und 9,6 Billionen US-Dollar. Erfahrungswerte gehen schlicht verloren. In den USA erreichen bereits in vier Jahren rund 30 Millionen Menschen das 65. Lebensjahr. Die Experten schlagen ein fĂŒnstufuges Rahmenwerk vor, um kritisches Wissen frĂŒhzeitig zu dokumentieren und zu transferieren.

FrĂŒhrente wird zum Problem

Die Lage verschĂ€rft sich durch einen Trend: Immer mehr BeschĂ€ftigte wollen frĂŒher aufhören. Der DAK-Gesundheitsreport 2026 zeigt: Mehr als die HĂ€lfte der Arbeitnehmer ĂŒber 50 Jahre strebt einen vorzeitigen Renteneintritt an. Bei Personen mit gesundheitlichen EinschrĂ€nkungen sind es sogar 60 Prozent.

Anzeige

Um erfahrene Mitarbeiter trotz gesundheitlicher Belastungen lÀnger im Betrieb zu halten, wird ein professionelles Eingliederungsmanagement immer wichtiger. Erfahren Sie in diesem Gratis-Leitfaden, wie Sie den BEM-Prozess rechtssicher umsetzen und ArbeitsplÀtze langfristig erhalten. Kostenlosen BEM-GesprÀchsleitfaden herunterladen

FĂŒr den Report wurden rund 7.000 BeschĂ€ftigte befragt und Daten von 2,4 Millionen Versicherten analysiert. Die gesundheitliche Belastung im Alter steigt: Bei 66-jĂ€hrigen ErwerbstĂ€tigen liegt der Krankenstand bei 11 Prozent – fast doppelt so hoch wie bei 50-JĂ€hrigen (5,8 Prozent). DAK-Chef Andreas Storm fordert ein stĂ€rkeres betriebliches Gesundheitsmanagement, um die ArbeitsfĂ€higkeit Ă€lterer Angestellter zu erhalten.

WertschÀtzung trifft auf harte RealitÀt

Eine Studie der Alixio Group Schweiz aus dem Zeitraum November 2025 bis MĂ€rz 2026 zeigt eine merkwĂŒrdige Diskrepanz. 82 Prozent der befragten Unternehmen geben an, das Know-how der Generation 60plus sehr zu schĂ€tzen. Doch bei ebenso vielen Betrieben erfolgt die Pensionierung exakt zum Referenzalter.

Die Lösung? Immer lauter werden Forderungen nach steuerlichen Anreizen und niedrigeren Lohnnebenkosten fĂŒr Ă€ltere Angestellte. Das Ziel: Erwerbsarbeit ĂŒber die Altersgrenze hinaus attraktiver machen. Nur so lĂ€sst sich der drohende Wissensverlust zumindest teilweise abfedern.

de | wirtschaft | 69613289 |