Witten, LEG

Witten: LEG legt 1.710 Seiten Belege vor, nur 17 betreffen die Wohnung

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 06:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rund 115 Verfahren betreffen strittige Betriebskostennachforderungen; die LEG weist Kritik zurĂŒck, rechtskrĂ€ftige Urteile sind nicht absehbar.
Ein mehrstöckiges WohngebÀude in einer stÀdtischen Wohngegend an einem bewölkten Tag. Illustration mit AI erstellt.

Der Immobilienkonzern LEG geht mit einer Vielzahl von Klagen gegen Mieterinnen und Mieter in Witten vor. Wie aus einem Bericht von wdr.de vom 27. Oktober 2026 hervorgeht, hat das Wohnungsunternehmen in der Ruhrgebietsstadt ĂŒber 100 Mieter verklagt.

Hintergrund der rechtlichen Auseinandersetzungen sind nicht gezahlte Nachforderungen aus Betriebskostenabrechnungen. Vor dem Amtsgericht Witten sind in diesem Zusammenhang gegenwĂ€rtig rund 115 Verfahren anhĂ€ngig. Die beklagten Mieter verweigern die Nachzahlung und berufen sich auf ein ZurĂŒckbehaltungsrecht.

Streit um Belegeinsicht und Abrechnungspositionen

Im Kern der Streitigkeiten steht die Frage, ob die Nachforderungen der LEG ordnungsgemĂ€ĂŸ und transparent belegt sind. Ein detaillierter Einblick zeigt sich im Fall des Mieters Ulrich Sklareck.

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In diesem Verfahren legte die LEG zunĂ€chst Belege im Umfang von 1.710 Seiten vor, von denen sich nach den Angaben jedoch lediglich 17 Seiten konkret auf dessen Wohnung bezogen. Insgesamt umfasste das Konvolut schließlich rund 2.500 Seiten, die zudem teilweise unkenntlich gewesen sein sollen.

Kritik an den Abrechnungen Ă€ußert auch der Mieterverein Witten. Dessen Vertreter Knut Unger bezweifelt insbesondere die Richtigkeit der Kosten fĂŒr Hausmeister, Heizung sowie die GebĂ€udeversicherung in den Abrechnungen der LEG. Zudem hĂ€tten sich die GebĂ€udeversicherungskosten bei dem Konzern im Verlauf von fĂŒnf Jahren etwa verdreifacht.

VorwĂŒrfe betreffen mehrere StĂ€dte – Ausgang der Verfahren offen

Die Beanstandungen beschrÀnken sich nach EinschÀtzung von Mietervertretern nicht allein auf den Standort Witten. Maximilian Fuhrmann vom Deutschen Mieterbund NRW erklÀrte, dass die Belege der LEG in keiner Stadt vollstÀndig oder korrekt seien.

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Das Immobilienunternehmen weist die VorwĂŒrfe zurĂŒck. Nach eigener Darstellung hĂ€lt die LEG sĂ€mtliche gesetzlichen Vorgaben bei der Abrechnung der Betriebskosten ein.

Wann mit ersten rechtskrÀftigen Entscheidungen zu rechnen ist, bleibt unklar. Nach Angaben des Amtsgerichts Witten sind Urteile in den rund 115 Verfahren derzeit nicht absehbar. Zudem besteht nach erstinstanzlichen Urteilen die Möglichkeit, Berufung einzulegen, womit sich die rechtliche KlÀrung der Nachforderungen weiter hinziehen könnte.

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