„Woche des Praktikums“: Bundesagentur startet zweite Runde der Berufsorientierung
13.05.2026 - 12:03:45 | boerse-global.de
Die Bundesagentur für Arbeit ruft Unternehmen und Jugendliche zur Teilnahme an der bundesweiten Aktionswoche auf.
Vom 18. bis 22. Mai 2026 findet die zweite Auflage der „Woche des Praktikums“ statt. Die Initiative soll jungen Menschen praktische Einblicke in verschiedene Berufsfelder ermöglichen und gleichzeitig Unternehmen helfen, dringend benötigte Fachkräfte von morgen zu finden. Die Aktionswoche ist Teil des „Sommers der Berufsausbildung“, einer gemeinsamen Kampagne der Allianz für Aus- und Weiterbildung.
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Praktische Orientierung gegen den Fachkräftemangel
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) betont die wachsende Bedeutung praktischer Erfahrungen bei der Berufswahl. Angesichts des demografischen Wandels und des steigenden Bedarfs an qualifizierten Arbeitskräften will die Behörde die Lücke zwischen Schule und Berufsleben schließen. Im vergangenen Jahr wurden über 12.000 junge Menschen durch BA-Programme bei Praktika unterstützt.
Ein besonderer Schwerpunkt der Kampagne 2026 liegt auf der Überwindung von Geschlechterklischees. Die Bundesagentur ermutigt Mädchen gezielt, Praktika in MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) zu absolvieren. Jungen wiederum sollen die sogenannten SAHGE-Berufe erkunden – ein Akronym für soziale Arbeit, Hauswirtschaft, Gesundheit, Pflege und Erziehung.
Daniel Terzenbach, Vorstand Regionen der Bundesagentur für Arbeit, hebt hervor: „Praktika sind ein Eckpfeiler der Berufswahl. Sie ermöglichen realistische Einblicke in den Arbeitsalltag, helfen, eigene Stärken zu entdecken und eröffnen neue berufliche Perspektiven.“ Die lokalen Arbeitsagenturen organisieren dazu zahlreiche Veranstaltungen. In Kiel und dem Kreis Plön ist für den 19. Mai eine Handwerksmesse geplant, gefolgt von einem speziellen Elternabend am 20. Mai. In Hagen und dem Ennepe-Ruhr-Kreis finden Azubi-Speed-Datings statt.
Finanzielle Anreize für Unternehmen
Für Betriebe bietet die Aktionswoche eine niedrigschwellige Plattform, um künftige Auszubildende kennenzulernen. Die Bundesagentur und regionale Kammern wie die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main weisen darauf hin, dass Praktika Unternehmen als attraktive Arbeitgeber präsentieren und eine realistische Bewertung potenzieller Kandidaten ermöglichen.
Über die einwöchige Aktion hinaus fördert die BA die Einstiegsqualifizierung (EQ). Dieses sozialversicherungspflichtige Praktikum dauert vier bis zwölf Monate und kann auf eine spätere Ausbildung angerechnet werden. Unternehmen erhalten dafür Zuschüsse zur Vergütung und pauschale Beiträge zur Sozialversicherung.
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Angespannter Ausbildungsmarkt
Die „Woche des Praktikums“ startet in einem zunehmend komplexen Ausbildungsmarkt. Aktuelle Daten zeigen eine Verringerung der Schere zwischen Angebot und Nachfrage. Im jüngsten Berichtszeitraum meldeten Arbeitgeber 494.109 Ausbildungsplätze, während sich 444.335 Bewerber registrierten. Der Vorsprung der Stellen schrumpft spürbar.
BA-Vorstandsvorsitzende Andrea Nahles betont, dass die konjunkturelle Lage auch den Ausbildungsmarkt belastet. In Nordrhein-Westfalen etwa standen bis März 2026 rund 74.182 gemeldeten Stellen 80.841 Bewerber gegenüber – ein deutliches Missverhältnis in einem der wichtigsten Bundesländer.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, setzt die BA auf digitale Tools und KI-gestützte Matching-Verfahren. Regionale Kampagnen in Hessen und im Saarland nutzen spezielle „Matching-Tools“, die Interessen von Schülern mit den Anforderungen der Unternehmen abgleichen.
Strategischer Zeitpunkt vor dem Ausbildungsstart
Die Aktionswoche folgt auf die „Woche der Ausbildung“ im März 2026. Während jene initiative die allgemeinen Vorteile der dualen Ausbildung in den Mittelpunkt stellte, zielt die Mai-Aktion auf unmittelbare Praxiserfahrung ab. Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt: Nur wenige Monate vor dem traditionellen Ausbildungsstart im August und September ist dies die letzte Chance für unentschlossene Schulabgänger.
Das Modell des „Schnupperpraktikums“, bei dem Jugendliche innerhalb einer Woche mehrere Unternehmen besuchen können, hat sich als besonders effektiv erwiesen. Regionale Formate aus dem Jahr 2024 zeigten: 84 Prozent der teilnehmenden Schüler konnten sich vorstellen, eine Ausbildung in einem der besuchten Betriebe zu beginnen.
Ausblick auf den Ausbildungsherbst
In den kommenden Monaten werden die lokalen Arbeitsagenturen eng mit Schulen und Kammern zusammenarbeiten. Weitere regionale Praktikumswochen sind für die Sommer- und Herbstferien geplant – etwa in Westbrandenburg vom 13. Juli bis 7. August 2026. Die Bundesagentur rechnet mit einer hohen Aktivität während des gesamten „Sommers der Berufsausbildung“. Ziel bleibt es, möglichst viele der über 490.000 Ausbildungsplätze zu besetzen und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
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