Wohngeld-Reform: 400.000 Haushalte verlieren Anspruch auf Sozialleistung
25.06.2026 - 19:10:08 | boerse-global.de
Einem Gesetzentwurf zufolge sollen bis zu 400.000 Haushalte ihren Anspruch auf die Sozialleistung verlieren.
Die PlÀne von Bauministerin Verena Hubertz sehen Einsparungen in Milliardenhöhe vor. Rund ein Drittel der derzeit 1,2 Millionen EmpfÀngerhaushalte wÀre von den Neuregelungen betroffen.
So soll gespart werden
Das Sparpaket setzt auf drei zentrale Hebel:
- Halbierung der Heizkostenpauschale: Die ZuschĂŒsse fĂŒr Heizung werden massiv gekĂŒrzt.
- Streichung der geplanten Erhöhung: Die fĂŒr Januar 2027 vorgesehene Anpassung des Wohngeldes fĂ€llt aus.
- VerschĂ€rfte Berechnungsformel: Die HĂŒrde fĂŒr den Bezug wird erhöht.
FĂŒr 2027 peilt die Regierung Einsparungen von 1,5 Milliarden Euro an â je zur HĂ€lfte von Bund und LĂ€ndern getragen. Ab 2028 sollen jĂ€hrlich zwei Milliarden Euro weniger flieĂen. Das Gesamtbudget sinkt damit von rund fĂŒnf auf drei Milliarden Euro.
Bestehende Bescheide bleiben unberĂŒhrt. Doch bei NeuantrĂ€gen verlieren schĂ€tzungsweise 400.000 Haushalte ihren Anspruch.
Rentner und Familien besonders betroffen
Die KĂŒrzungen treffen vor allem zwei Gruppen. Ende 2024 waren 52 Prozent der Wohngeldbezieher Rentner â rund 638.000 Menschen. Weitere 44 Prozent sind Familien mit Kindern.
Kritiker warnen vor gefĂ€hrlichen Ausweicheffekten. Viele Betroffene könnten auf die Grundsicherung angewiesen sein. Berechnungen des Ministeriums prognostizieren fĂŒr 2029 Mehrkosten von 680 Millionen Euro beim Bund und 74 Millionen Euro bei den Kommunen. Rund 164.000 Haushalte mĂŒssten dann in die Grundsicherung wechseln.
Finanzminister Klingbeil hatte zuvor Einsparungen von einer Milliarde Euro im Bundeshaushalt gefordert. Hubertz bezeichnete die Einschnitte als âschmerzhaft, aber notwendigâ.
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Scharfe Kritik aus der Koalition
Die PlĂ€ne stoĂen auf massiven Widerstand. Die GrĂŒnen-Politikerin Vriesema sprach von der âgröĂten SozialkĂŒrzung der jĂŒngeren Geschichteâ und warnte vor drohender Wohnungslosigkeit. Sie kritisierte zudem mangelnde Transparenz bei der Erarbeitung des Konzepts.
Auch in der SPD regt sich Unmut. Besonders die LandesverbÀnde Berlin und Rheinland-Pfalz laufen Sturm. Die Linken-Vorsitzende Schwerdtner nannte den Kurs der Regierung fatal.
Ein finales Konzept wird bis zum Herbst 2026 erwartet. Die Sozialstaatskommission hat bereits eine stĂ€rkere BĂŒndelung von Sozialleistungen empfohlen.
