Wohnkosten, Europa

Wohnkosten in Europa: In 11 von 28 Städten übersteigt die Miete ein Nettogehalt

Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 04:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
DWS und Deutsche Bank Research zeigen, wie stark Mieten die verbleibenden Haushaltsbudgets in Städten weltweit belasten.
Moderne Wohngebäude in einer städtischen Umgebung bei Dämmerung mit Fokus auf Architektur und städtische Dichte. Illustration mit AI erstellt.

Die Bezahlbarkeit von Wohnraum lässt sich nicht allein an der Höhe der Miete festmachen, sondern bemisst sich maßgeblich an den Mitteln, die Haushalten nach der Mietzahlung für das tägliche Leben verbleiben.

Zu diesem Ergebnis kommt DWS Real Estate Research in der Studie „Housing Affordability Review 2026“ vom 1. Oktober 2026. Der Immobilienzweig nutzt dafür eine Erschwinglichkeitsmatrix, die den prozentualen Mietanteil mit dem real verbleibenden Resteinkommen verknüpft.

Dem Ranking zufolge führt Singapur den weltweiten Vergleich an. Standorte wie Dubai, Abu Dhabi, Sydney und San Francisco weisen trotz nominal sehr hoher Mieten eine beträchtliche Kaufkraft nach Wohnkosten auf, was die Analysten auf robuste Arbeitsmärkte und überdurchschnittlich hohe Gehälter zurückführen.

Städte wie Dallas, Austin, Helsinki, Kuala Lumpur und Dubai gelang es zudem, das Bevölkerungswachstum durch die Schaffung neuer Wohnungen oder steigende Einkommen aufzufangen.

Am anderen Ende der Skala stehen Metropolen wie New York, Hongkong, Peking, Shanghai, Mumbai und Manila: Hier beansprucht das Wohnen einen außergewöhnlich hohen Teil des Einkommens, sodass den Bewohnern kaum finanzieller Spielraum verbleibt.

Martin Lippmann, Leiter der europäischen Immobilienforschung bei der DWS, erklärte dazu, dass hohe Mieten eine Stadt nicht zwangsläufig unbezahlbar machten, sofern das lokale Einkommensniveau mit der Preisentwicklung Schritt halte.

Große Diskrepanzen bei europäischen Restbudgets

Dass hohe Mieten vor allem dann zur Belastung werden, wenn die Löhne hinterherhinken, verdeutlicht auch eine Erhebung von Deutsche Bank Research unter dem Titel „Mapping the World's Prices 2026“.

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In 11 von 28 untersuchten europäischen Städten übersteigt die Miete für eine Drei-Zimmer-Wohnung im Zentrum inzwischen ein durchschnittliches Nettogehalt. Davon betroffen sind Athen, Barcelona, Budapest, Dublin, Istanbul, Lissabon, London, Madrid, Mailand, Prag und Rom.

Besonders ausgeprägt zeigt sich die Schere in Lissabon: Dort übersteigt eine Miete von 2.561 Euro das durchschnittliche Nettoeinkommen von 1.408 Euro um 82 Prozent, womit einem Paar nach der Miete rechnerisch lediglich 253 Euro verbleiben.

In Istanbul liegt das Resteinkommen für ein Paar bei 353 Euro (Nettolohn: 1.027 Euro, Miete: 1.701 Euro), in Mailand bei 697 Euro (Netto: 1.940 Euro, Miete: 3.184 Euro), in Athen bei 1.148 Euro (Miete: 1.164 Euro, Lohn: 1.156 Euro) und in Rom bei 1.265 Euro.

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Budapest verzeichnet 1.548 Euro, Barcelona 1.832 Euro, Madrid 1.905 Euro, Warschau 1.985 Euro und Prag 2.054 Euro. In Dublin verbleiben Paaren 3.038 Euro (Miete: 3.873 Euro, Lohn: 3.455 Euro), in London 3.148 Euro (Miete: 4.362 Euro) und in Paris 3.336 Euro (Miete: 3.005 Euro). In New York liegt dieser Betrag bei 1.921 Euro.

Die höchsten monatlichen Restbeträge nach Mietzahlung erzielen Paare der Untersuchung zufolge in der Schweiz und in Nordeuropa: Zürich führt mit 9.140 Euro (Miete: 5.502 Euro, Nettolohn: 7.321 Euro), gefolgt von Genf mit 8.783 Euro (Lohn: 6.516 Euro) und Luxemburg mit 5.890 Euro (Miete: 3.206 Euro, Lohn: 4.548 Euro).

Birmingham erreicht 5.238 Euro (Miete: 1.949 Euro), Kopenhagen 5.233 Euro, Oslo 4.936 Euro und Amsterdam 4.431 Euro (Lohn: 3.986 Euro, Miete: 3.542 Euro).

In deutschen Großstädten bleibt Paaren nach Miete ebenfalls ein vergleichsweise stabiler Puffer: Frankfurt verzeichnet 4.786 Euro, München 4.575 Euro und Berlin 3.554 Euro bei einer Miete von 2.339 Euro. Bei den Berechnungen von Deutsche Bank Research wurden ausschließlich Mietaufwendungen berücksichtigt, sonstige Lebenshaltungskosten flossen nicht ein.

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