Wohnungsbau zieht an: Warum Bauherren jetzt nicht den nĂ€chsten Kosten-Schock unterschĂ€tzen dĂŒrfen
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 10:52 Uhr | presseportal, AD HOC NEWSGerade wenn der Markt wieder anzieht, besteht die Gefahr, dass Bauherren zu optimistisch kalkulieren. Ein Projekt kann auf dem Papier rentabel aussehen und durch steigende Baukosten, NachtrÀge oder falsche Entscheidungen in der Planung plötzlich deutlich teurer werden. Nachfolgend erfahren Sie, welche Kostenfallen Bauherren jetzt besonders im Blick behalten sollten, warum viele Millionen schon in der Planungsphase verloren gehen und wie sich Projekte trotz steigender Preise wirtschaftlich umsetzen lassen.
Warum Baugenehmigungen wenig ĂŒber die tatsĂ€chliche BautĂ€tigkeit aussagen
Die steigende Zahl der Baugenehmigungen ist nur ein begrenzter Indikator fĂŒr die Entwicklung des Wohnungsbaus. Denn zahlreiche Projekte verfĂŒgen bereits ĂŒber eine Genehmigung, werden aus wirtschaftlichen GrĂŒnden jedoch nicht umgesetzt.
Hinzu kommt, dass sich weiterhin viele Projekte aus den Jahren 2020 bis 2022 in finanzieller Schieflage befinden. Damals wurden GrundstĂŒcke teilweise zu ĂŒberhöhten Preisen eingekauft. Inzwischen gelangen solche Bauvorhaben zunehmend durch Insolvenzen oder NotverkĂ€ufe auf den Markt.
FĂŒr Investoren können sich dadurch neue Möglichkeiten ergeben. Denn teilweise lassen sich GrundstĂŒcke mit bestehender Baugenehmigung deutlich gĂŒnstiger erwerben, sodass Projekte wieder wirtschaftlich erscheinen. Allerdings entscheidet nicht allein der Kaufpreis darĂŒber, ob sich ein Bauvorhaben tatsĂ€chlich rechnet.
Warum Bauherren hÀufig mit falschen Kosten rechnen
Ein wesentliches Problem besteht darin, dass viele Bauherren die aktuellen Preissteigerungen nicht ausreichend berĂŒcksichtigen. Stattdessen stĂŒtzen sie ihre Kalkulation auf Ă€ltere Kostendaten und unterschĂ€tzen dadurch die tatsĂ€chlichen Ausgaben.
HĂ€ufig nutzen Architekten und Bauherren dafĂŒr die Daten des Baukosteninformationszentrums (BKI). Diese beruhen auf den Kosten bereits realisierter GebĂ€ude und werden auf Quadratmeterwerte umgerechnet. Da die Bauvorhaben zunĂ€chst fertiggestellt werden mĂŒssen, bevor ihre Kosten erfasst werden können, liegen die Daten hĂ€ufig ein bis drei Jahre zurĂŒck.
Zwar gibt es Tabellen, mit denen sich diese Werte fortschreiben lassen. Wie hoch die tatsÀchlichen Baukosten ausfallen, zeigt sich jedoch erst, wenn konkrete Angebote von Handwerkern und Bauunternehmen vorliegen.
Wer seine Finanzierung ausschlieĂlich auf Grundlage solcher SchĂ€tzungen plant, riskiert deshalb erhebliche Abweichungen.
Die gröĂten Einsparmöglichkeiten liegen in der Planung
Neben dem GrundstĂŒcksankauf gehört die Planung zu den wichtigsten wirtschaftlichen Stellschrauben. Nach Erfahrungen aus der Praxis sind rund 90 Prozent der untersuchten Planungen hinsichtlich ihrer WohnflĂ€cheneffizienz deutlich optimierbar.
ZunĂ€chst sollten Bauherren prĂŒfen, wie viel WohnflĂ€che auf ihrem GrundstĂŒck ĂŒberhaupt realisiert werden kann. Dabei gilt es, die vorhandenen baurechtlichen Möglichkeiten möglichst vollstĂ€ndig auszuschöpfen. Instrumente wie der sogenannte Bauturbo können zusĂ€tzliche SpielrĂ€ume eröffnen, werden allerdings nicht ĂŒberall angewandt, weil die Kommunalpolitik entsprechende Vorhaben teilweise nicht unterstĂŒtzt.
Gleichzeitig entscheidet die FlĂ€cheneffizienz darĂŒber, wie wirtschaftlich der vorhandene Raum genutzt wird. Dabei geht es darum, aus dem Bruttorauminhalt beziehungsweise der BruttogeschossflĂ€che möglichst viel WohnflĂ€che zu gewinnen. Wird dieses Potenzial nicht ausgeschöpft, entstehen Baukosten fĂŒr FlĂ€chen, die sich nicht entsprechend als Wohnraum nutzen lassen. Deshalb sollten Bauherren die FlĂ€chenplanung optimieren, bevor sie weitere Entscheidungen treffen.
Unnötige Anforderungen können die Baukosten erhöhen
Erst nach der Optimierung der WohnflĂ€che sollten sich Bauherren mit der Ausschreibung und der Auswahl geeigneter Hersteller beschĂ€ftigen. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist dabei die Frage, ob Architekten und Ingenieure Anforderungen vorsehen, die ĂŒber das notwendige MaĂ hinausgehen.
Solche ĂbererfĂŒllungen von Normen und Richtlinien können erhebliche Mehrkosten verursachen. Nach EinschĂ€tzung aus der Praxis lassen sich durch ihren Verzicht hĂ€ufig 10 bis 15 Prozent der Baukosten einsparen, teilweise sogar bis zu 20 Prozent.
Entscheidend ist dabei, die Planung auf das rechtlich und normativ erforderliche MaĂ zu reduzieren. Auch eine herstellerneutrale Ausschreibung kann dazu beitragen, unterschiedliche Angebote besser miteinander zu vergleichen.
Vor der Finanzierung verschiedene Bauweisen prĂŒfen
Bevor Bauherren ihre Finanzierung sichern und langfristige Verpflichtungen eingehen, sollten sie möglichst viele Angebote aus dem Markt einholen. Dabei empfiehlt es sich, unterschiedliche Bauunternehmen aus der Umgebung anzufragen und verschiedene Bauweisen zu berĂŒcksichtigen.
Neben klassischen Konstruktionen aus Ziegel oder Kalksandstein kommen beispielsweise Holzbau, serielles und modulares Bauen sowie Stahlskelettkonstruktionen infrage. Eine frĂŒhzeitige Festlegung auf eine bestimmte Methode kann dagegen dazu fĂŒhren, dass gĂŒnstigere Alternativen unberĂŒcksichtigt bleiben.
Welche Bauweise den besten Preis ermöglicht, lĂ€sst sich nur durch einen umfassenden Marktvergleich feststellen. Wer den GrundstĂŒcksankauf realistisch bewertet, die mögliche WohnflĂ€che ausschöpft, unnötige Anforderungen vermeidet und konkrete Angebote vergleicht, schafft damit eine bessere Grundlage fĂŒr wirtschaftliches Bauen. Gleichzeitig lĂ€sst sich das Risiko reduzieren, dass die tatsĂ€chlichen Kosten spĂ€ter deutlich ĂŒber der ursprĂŒnglichen Kalkulation liegen.
Ăber Dr. Peter Burnickl:
Dr. Peter Burnickl hat sich zur Aufgabe gemacht, mit einem neuen Ansatz fĂŒr nachhaltige, optimierte und wirtschaftliche GebĂ€ude zu sorgen. Er ist der GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Pro Bauherr GmbH und eingetragener SachverstĂ€ndiger fĂŒr Baukosten und technische GebĂ€udeausstattung. Als Ingenieur, Projektentwickler und BautrĂ€ger kennt er die Branche auĂerdem genau. Mit seinem Team unterstĂŒtzt er Bauherren dabei, so zu bauen, dass alle Kosteneinsparpotentiale voll ausgeschöpft sind. Weitere Informationen unter: https://www.pro-bauherr.com/.
Pressekontakt:
Ruben SchÀfer
E-Mail: redaktion@dcfverlag.de
Pro Bauherr GmbH
Vertreten durch: Dr. Peter Burnickl
E-Mail: info@pro-bauherr.com
https://www.pro-bauherr.com
Original-Content von: Pro Bauherr GmbH ĂŒbermittelt durch news aktuell
