Wohnungsbedarf: 288.000 Wohnungen jährlich, aber nur 203.000 fertiggestellt
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 15:44 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Gebietsentwickler BPD und das Analyseunternehmen bulwiengesa haben die achte Ausgabe ihrer gemeinsamen Wohnwetterkarte vorgelegt. Die Untersuchung analysiert rund 11.000 Städte und Gemeinden in Deutschland und bewertet die Situation jeder einzelnen Kommune in einem 15-Kilometer-Umfeld anhand von 25 Farbstufen.
Der Untersuchung zufolge führt der demografische Wandel bundesweit zu einem sinkenden rechnerischen Wohnungsbedarf, während die regionalen Wohnungsmärkte vielerorts weiterhin angespannt bleiben.
Fertigstellungszahlen bleiben hinter dem Bedarf zurück
Für das Jahr 2026 ermitteln BPD und bulwiengesa einen rechnerischen Wohnungsbedarf von rund 288.000 Wohnungen pro Jahr. Demgegenüber stand im Jahr 2025 ein deutlich geringeres Bauvolumen: Bundesweit wurden im vergangenen Jahr lediglich rund 203.000 Wohnungen fertiggestellt. Trotz des strukturellen Nachfragerückgangs besteht somit weiterhin eine spürbare Lücke zwischen der Bautätigkeit und dem tatsächlichen Bedarf.
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Als primäre Ursachen für die rückläufige Bedarfsentwicklung nennen BPD und bulwiengesa sinkende Geburtenzahlen sowie nach unten korrigierte Zuwanderungsprognosen. Diese demografischen Faktoren dämpfen die künftige Nachfrage nach zusätzlichem Wohnraum im Vergleich zu früheren Jahren ab.
Regionale Unterschiede und erste Abkühlungstendenzen
Die Ergebnisse der Wohnwetterkarte zeigen nach wie vor starke regionale Diskrepanzen auf dem Bundesgebiet. Als bundesweit heißeste Kommune in der Auswertung für 2026 stuften BPD und bulwiengesa die Gemeinde Erdweg im bayerischen Landkreis Dachau ein. In solchen Wachstumsregionen im erweiterten Umland von Metropolen bleibt der Druck auf den Wohnungsmarkt besonders hoch.
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Gleichzeitig registrieren die beiden Unternehmen in ihrer aktuellen Karte erstmals in mehreren Teilräumen eine Abkühlung. Ein nachlassender Marktdruck zeigt sich der Erhebung nach unter anderem im Schwarzwald, im Raum Ansbach, im Odenwald, in Teilen Ostwestfalens, im Sauerland, in der Eifel sowie im Bayerischen Wald. In diesen Gebieten führen die demografischen Verschiebungen zu einer spürbaren Entlastung der lokalen Wohnungsmärkte.
Die beiden Kooperationspartner stellen die Wohnwetterkarte im Rahmen der Immobilienmesse EXPO REAL vor. Die Präsentation ist für den 6. Oktober 2026 zwischen 15:00 und 16:00 Uhr in Halle C1 in Raum C12 angesetzt.
