224 Tage: Warum Handwerksbetriebe Bewerbungen sammeln statt Leute einzustellen
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 15:39 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS
Die Auswertung stammt von der Bundesagentur für Arbeit, veröffentlicht im September 2025 zum Tag des Handwerks. 2015 dauerte es im Schnitt 104 Tage, bis eine Handwerksstelle besetzt war, 2024 waren es 224. Und während der deutsche Arbeitsmarkt zwischen 2015 und 2024 um 13 Prozent gewachsen ist, ist die Beschäftigung im Handwerk um drei Prozent zurückgegangen.
"Sieben Monate klingen nach Warten, kosten den Betrieb aber bares Geld", sagt Levi Koller, Geschäftsführer der Koller & Lode GmbH in Würzburg. "Der Betrieb lehnt Aufträge ab, und die Mannschaft arbeitet die Lücke mit, bis irgendwann der Nächste kündigt. Aus einer offenen Stelle werden dann zwei."
Was dieser Stillstand kostet, rechnen die wenigsten aus. Der Fachverband perfakta.SH hat es getan: Eine unbesetzte Fachkraftstelle reißt im Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk rund 70.000 Euro Deckungsbeitrag im Jahr heraus, also fast 6.000 Euro pro Monat, in dem sie offen bleibt. "Die meisten Chefs rechnen das nicht, weil sie das Gehalt ja sparen", sagt Koller. "Aber der Mann, der fehlt, hätte das Vier- bis Fünffache seines Lohns erwirtschaftet. Das ist kein Sparen, das ist jeden Monat ein Loch in der Kasse." Für die gesamte Wirtschaft beziffert das Institut der deutschen Wirtschaft den Schaden durch nicht besetzbare Stellen auf rund 49 Milliarden Euro im Jahr.
Der Markt ist nicht leer, nur schlecht erreicht
Dass der Arbeitsmarkt leer sei, hält Koller für die falsche Erklärung. Thomas Thümer, Inhaber eines Garten- und Landschaftsbaubetriebs in Dresden, bringt es auf den Punkt: "Fachkräfte gibt es genügend. Viele Leute sind wechselbereit, weil sie mit ihrem Chef oder ihrer Bezahlung unzufrieden sind. Man muss sie nur finden."
Die Zahlen stützen das. Eine Untersuchung des Meinungsforschungsinstituts Gallup, für die im März 2026 bundesweit 1.700 Arbeitnehmer befragt wurden, kommt zu dem Ergebnis: Nur zwölf Prozent suchen aktiv eine neue Stelle, aber weitere 25 Prozent würden wechseln, wenn das Richtige käme. Wer eine Stelle ausschreibt und wartet, erreicht nur den kleinen aktiven Teil. "Der Anlagenmechaniker mit fünfzehn Jahren Erfahrung ist nicht arbeitslos", sagt Koller. "Der steht morgens um sieben auf der Baustelle und ärgert sich seit anderthalb Jahren über seinen Chef. Der sucht nichts, aber er würde wechseln."
Genau diese Leute erreicht auch das, was in der Branche inzwischen als Standardlösung gilt, kaum: Werbung in den sozialen Netzwerken, oft Social Recruiting genannt. "So eine Anzeige erwischt jemanden abends auf der Couch am Handy, und damit er überhaupt reagiert, besteht die Bewerbung am Ende aus drei Fragen und einem Klick", sagt Koller. "Wer sich in einer Minute beworben hat, sagt aber genauso schnell wieder ab. Am schnellsten meldet sich ohnehin der, der sich überall meldet, also nicht der, der bleibt." Noch deutlicher wird Lode beim Beitrag auf der eigenen Firmenseite: "Den sehen die eigenen Kunden, die Nachbarn, die Familie. Der unzufriedene Geselle drei Orte weiter weiß ja gar nicht, dass es den Betrieb gibt."
Ein Pool, aus dem neu angegangen wird
Das eigene Verfahren des Unternehmens heißt Regional-Sourcing+ und geht einen anderen Weg. Koller & Lode unterhält einen Pool wechselbereiter Fachkräfte aus den Regionen der Partnerbetriebe, Leute, die bereits gezeigt haben, dass sie offen für einen Wechsel sind, ohne gerade aktiv zu suchen. Steht in einem Betrieb eine Stelle an, geht das Team genau diese Kandidaten neu an, für diesen einen Betrieb und mit dessen Argumenten. "Wir müssen nicht bei null anfangen und hoffen, dass sich jemand meldet", sagt Lode. "Wir wissen, wer in der Region wechseln würde, und sprechen die Richtigen gezielt erneut an."
Was beim Inhaber ankommt, sind feste Gesprächstermine mit vorab geprüften Bewerbern aus dem eigenen Umkreis. Michael Sauer von der PSH Bau, einem Trockenbaubetrieb, beschreibt den Unterschied: "Über Arbeitsamt und Zeitung kam eine Bewerbungsflut, die wir gar nicht bewältigen konnten, und fast nichts davon passte. Aus dem Pool haben wir uns am Ende die passenden Leute ausgesucht." Zwei Einstellungen in rund vier Wochen. "Der Chef sichtet keine Mappen und telefoniert niemandem hinterher", sagt Lode. "Er führt Gespräche mit Leuten, die passen, und entscheidet selbst. Alles davor ist unsere Aufgabe."
Damit setzt sich das Unternehmen bewusst von einem Markt ab, der viele Betriebe enttäuscht hat. Wie teuer das werden kann, hat die Deutsche Handwerks Zeitung im Februar 2026 gezeigt: Ein Dachdeckerbetrieb aus Niedersachsen beauftragte eine Personalagentur, bekam ausschließlich unqualifizierte Bewerbungen und eine Rechnung über 15.000 Euro. Nach drei Monaten war der Anbieter nicht mehr erreichbar. "Wenn ein Inhaber mich am Telefon erst mal abblockt, hat er meistens recht", sagt Koller. "Der ist vorher zweimal enttäuscht worden." Koller & Lode zählt sich ausdrücklich weder zu den Agenturen noch zu Personalvermittlern, Headhuntern oder Jobbörsen, sondern arbeitet ausschließlich mit Fachbetrieben im Handwerk.
Wochen statt Monate
Was Regional-Sourcing+ für einen Betrieb bedeutet, lässt sich an der Zeit zwischen Start und Unterschrift ablesen. Bei der Malerei Peters wurden in 41 Tagen zwei Meister und ein Geselle eingestellt. Bei der Eduard Gäckle GmbH saß nach 22 Tagen ein Polier im Betrieb, der dort bis heute arbeitet. Thomas Heinze, Inhaber eines SHK-Betriebs mit zwölf Mitarbeitern, hatte es vorher über das Jobportal Stepstone versucht, ohne Ergebnis, und beim Arbeitsamt nur unpassende Bewerber bekommen. Über Regional-Sourcing+ saßen schon nach wenigen Tagen die ersten Kandidaten im System, und er stellte einen erfahrenen Anlagenmechaniker ein.
Besonders anschaulich ist der Fall der Rusch Zimmerei. Der Betrieb hatte ein Überalterungsproblem, mehrere Leute gingen in Rente, und über Zeitungsanzeigen und Facebook war nichts nachgekommen. Über Regional-Sourcing+ besetzte Franz Rusch in rund acht Wochen zwei schwer zu findende Stellen, einen Dachdecker und einen Spengler, und hatte am Ende mehr geeignete Kandidaten als offene Stellen. "Jetzt kann man Termine wieder einhalten, und wenn einer ausfällt, sind noch zwei Ersatzleute da", sagt er.
Fazit: Wissen, was einen Wechsel auslöst
Inzwischen hat das Würzburger Unternehmen hunderte Stellen quer durch das Handwerk besetzt, für hunderte Partnerbetriebe vom Fünf-Mann-Betrieb bis zur Gruppe mit über hundert Mitarbeitern. Beide Geschäftsführer stehen im engen Austausch mit Innungen, Fachverbänden und Handwerkskammern.
Der größte Gewinn ist für Koller dabei nicht die einzelne Einstellung, sondern das Wissen über den Arbeitsmarkt vor Ort. "Wir wissen inzwischen ziemlich genau, wie ein Dachdecker in einer bestimmten Region tickt und was ihn zu einem Wechsel bewegt", sagt er. "Das ist selten das Gehalt und fast nie das, was in einer Stellenanzeige steht. Dieses Wissen steckt in unserem Pool, und genau deshalb können wir die Richtigen für einen Betrieb gezielt neu angehen, statt eine Anzeige in die Gegend zu schicken."
Sie führen einen Fachbetrieb im Handwerk und wollen offene Stellen mit Leuten besetzen, die auch bleiben? Dann melden Sie sich bei Levi Koller und Oskar Lode von der Koller & Lode GmbH und vereinbaren Sie ein unverbindliches Erstgespräch.
Über die Koller & Lode GmbH
Levi Koller und Oskar Lode sind die Gründer und Geschäftsführer der Koller & Lode GmbH mit Sitz in Würzburg. Als Branchenpartner für Fachbetriebe im Handwerk arbeiten sie ausschließlich mit diesen Betrieben und haben dafür zwei eigene Systeme entwickelt: Regional-Sourcing+ für die Besetzung offener Stellen und das LOKALMAGNET-System für die Gewinnung kaufkräftiger Kunden aus der Region. Weitere Informationen unter https://koller-lode.de
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Web: https://koller-lode.de
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