Verkehrsforum fordert Nachbesserungen bei Sondervermögensumsetzung
22.11.2025 - 11:57:49 | dts-nachrichtenagentur.deDas ĂŒbergeordnete Ziel mĂŒsse sein, mit zukunftsfĂ€higen Strukturen und zeitgemĂ€Ăen Prozessen mehr Infrastruktur fĂŒr jeden eingesetzten Euro zu realisieren. Das Deutsche Verkehrsforum ist ein Zusammenschluss von gut 170 deutschen und europĂ€ischen Unternehmen. Das Papier zum Sondervermögen mit dem Titel "Infrastruktur-Pakt fĂŒr Deutschland. Zukunftsinvestitionen stĂ€rken, Finanzierungsstrukturen reformieren, Prozesse beschleunigen" hat das PrĂ€sidium erarbeitet. Zu dessen Mitgliedern zĂ€hlen unter anderem GeschĂ€ftsleitungen, PrĂ€sidenten und VorstĂ€nde von Fraport, Alstom, dem ADAC, KĂŒhne & Nagel, Mercedes-Benz, dem Verband der Automobilindustrie (VDA) und dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Das DVF sieht gewaltige Herausforderungen: Allein in den Jahren 2025 bis 2030 mĂŒssten Investitionen in die Verkehrsinfrastrukturen in Höhe von 250 Milliarden Euro geleistet werden. "Nur jede dritte Milliarde, die aus dem Sondervermögen und Verteidigungshaushalt fĂŒr die Verkehrswege bereitgestellt wird, kommt dort auch wirklich zusĂ€tzlich an", kritisierte der Co-GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Deutschen Verkehrsforums, Florian Eck, gegenĂŒber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. FĂŒr eine solide Finanzierung mĂŒssten Investitionsmittel "ĂŒber zehn Jahre zugesagt werden, nicht nur ĂŒber ein Jahr hinweg". Eck forderte darĂŒber hinaus auch, die Verkehrsinfrastruktur auf neue Aufgaben vorzubereiten. "Damit meine ich, dass wir auch Vorsorge treffen mĂŒssen, fĂŒr den BĂŒndnis- oder Verteidigungsfall". Nötig sei dafĂŒr nicht nur eine sanierte Infrastruktur, sondern auch der weitere Aus- und Neubau von BrĂŒcken, StraĂen, Schienen und Schleusen. "Ziel muss es sein, auf wichtigen Achsen parallele Strecken zu haben. Das hilft auch bei Baustellen", sagte Eck weiter. Neben der ĂberjĂ€hrigkeit der Mittel pocht das Verkehrsforum in seinem formulierten Appell auch auf eine Reform der Verkehrsinfrastrukturfinanzierung. FĂŒr alle VerkehrstrĂ€ger lĂ€gen zwar bereits Konzepte vor. Diese mĂŒsste nun aber dringend umgesetzt werden. "Zielbilder und InfrastrukturplĂ€ne mĂŒssen entwickelt, Finanzmittel langfristig gesichert werden", heiĂt es in dem Papier. Als dritten Punkt regt das DVF an, das Investitionsklima fĂŒr die Privatwirtschaft zu verbessern. Es mĂŒsse gelingen, Projekte schneller und ĂŒber den Lebenszyklus kostengĂŒnstiger umzusetzen und besser zu erhalten. "Daher muss die Kompetenz der privaten Wirtschaft bei Planung, Bau und Betrieb von Infrastrukturen in Form von partnerschaftlichen Modellen und entsprechenden Anreizstrukturen aktiviert werden", so das DVF. ZusĂ€tzlich brauche es "neue Wege" bei Ausschreibungen und Vergaben der AuftrĂ€ge. Nötig sei eine Standardisierung und Digitalisierung der Verfahren, die BĂŒndelung von Projekten sowie die StĂ€rkung der MultiprojektfĂ€higkeit der Verwaltung. DarĂŒber hinaus mĂŒsse man in Deutschland schneller werden. Aktuell seien Prozesse rund um die Planung, Genehmigung und den Bau von Infrastrukturen in Deutschland viel zu langsam, heiĂt es. Die vor Deutschland liegenden Herausforderungen machten ein schnelles, vorausschauendes und verbindliches Handeln nötig. Dies gehe "nur in einem gemeinsamen Kraftakt von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, einem Infrastruktur-Pakt fĂŒr Deutschland". Das DVF und seine Mitgliedsunternehmen stĂŒnden dafĂŒr als Partner zur VerfĂŒgung. Aus dem Sondervermögen sollen zusĂ€tzliche Investitionen von bis zu 500 Milliarden Euro in die Infrastruktur flieĂen. Die Bedenken des DVF sind nicht die erste kritische ĂuĂerung mit Blick auf den Infrastrukturfonds. Erst in der vergangenen Woche hatten die Wirtschaftsweisen den Umgang der Regierung mit den zusĂ€tzlichen Milliarden bemĂ€ngelt.
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