Zahnarztpraxen, Sicherheitsregeln

Zahnarztpraxen: Neue Sicherheitsregeln und digitale Betreuung ab Juni

04.06.2026 - 09:30:42 | boerse-global.de

VerschÀrfte Arbeitsschutzvorschriften, neue Förderstipendien und KI-Diagnosen prÀgen den Wandel in der Zahnmedizin.

Zahnarztpraxen: Neue Sicherheitsregeln und digitale Betreuung ab Juni - Bild: ĂŒber boerse-global.de
Zahnarztpraxen: Neue Sicherheitsregeln und digitale Betreuung ab Juni - Bild: ĂŒber boerse-global.de

VerschĂ€rfte Sicherheitsvorschriften, neue Fördergelder fĂŒr Spezialausbildungen und der Siegeszug digitaler Diagnosetools bestimmen das Geschehen. Besonders der FachkrĂ€ftemangel treibt die Branche zur Innovation.

Neue Sicherheitsregeln ab Juni 2026

Seit dem 1. Juni 2026 gelten aktualisierte Vorschriften fĂŒr den Arbeitsschutz in Zahnarztpraxen. Die ĂŒberarbeitete DGUV Vorschrift 2 bringt gleich mehrere Neuerungen mit sich. Das Modell der „kleinen Regelbetreuung" wurde deutlich ausgeweitet: Es gilt nun fĂŒr Betriebe mit bis zu 20 BeschĂ€ftigten – bisher lag die Grenze bei zehn Mitarbeitern.

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Die Verordnung modernisiert zudem die betriebsĂ€rztliche Versorgung. KĂŒnftig darf bis zu einem Drittel der vorgeschriebenen Betreuungszeit durch BetriebsĂ€rzte digital erfolgen. FĂŒr die Umstellung gewĂ€hrt der Gesetzgeber eine Übergangsfrist bis zum 31. Mai 2027.

Auch der Kreis der qualifizierten SicherheitsfachkrĂ€fte wurde erweitert. KĂŒnftig dĂŒrfen auch Fachleute aus Bereichen wie Arbeitspsychologie, Biologie oder Ergonomie diese Aufgaben ĂŒbernehmen.

Finanzielle Förderung fĂŒr Spezialisierungen

Im Landkreis Gotha können sich Zahnmedizinische Fachangestellte ĂŒber neue Fördermöglichkeiten freuen. Die Behörden haben Stipendien fĂŒr medizinisches und zahnmedizinisches Personal aufgelegt, das sich berufsbegleitend weiterqualifizieren möchte. Die monatlichen ZuschĂŒsse liegen zwischen 200 und 300 Euro. Bewerbungsschluss ist der 30. Juni 2026.

Gefördert werden mehrere Spezialisierungen: Dentalhygieniker (DH), Zahnmedizinische Prophylaxeassistenten (ZMP) und Zahnmedizinische Fachassistenten (ZMF).

Das Thema Fortbildung stand auch im Mittelpunkt des 21. Praxiswirtschaftskongresses, der vom 14. bis 16. Mai 2026 in Westerland auf Sylt stattfand. Im Fokus standen die wirtschaftlichen Potenziale von Zahnarztpraxen, kĂŒnstliche Intelligenz und digitale Managementstrategien. Direkt im Anschluss bot die 68. Sylter Woche vom 18. bis 22. Mai 2026 ein weiteres Programm zur zahnmedizinischen Fortbildung.

Digitale Lernangebote boomen

Auch die Industrie reagiert auf den Weiterbildungsbedarf. Dentsply Sirona hat eine neue, deutschsprachige digitale Kursreihe zur Aligner-Therapie auf den Markt gebracht. Die Module sind ĂŒber die DS Academy verfĂŒgbar und behandeln Biomechanik, Werkstoffkunde und digitale Planung – praxisnah ausgerichtet auf die klinische Umsetzung.

FachkrÀftemangel als Innovationstreiber

Der ArbeitskrĂ€ftemangel bleibt die grĂ¶ĂŸte Herausforderung fĂŒr die Branche. Das zeigt das BVD-Praxisbarometer, fĂŒr das 200 ZahnĂ€rzte befragt wurden. Viele Praxen setzen daher verstĂ€rkt auf moderne Technologien. Die Ergebnisse im Überblick:

  • 32 Prozent der Befragten sehen den 3D-Druck als hochrelevant an
  • 40 Prozent betrachten ihn als relevanten Trend
  • Zwei Drittel der Teilnehmer bewerten KI-gestĂŒtzte Diagnosen als bedeutende Entwicklung

Der digitale Wandel schlĂ€gt sich auch in den Unternehmenszahlen nieder. Die CompuGroup Medical erzielte im GeschĂ€ftsjahr 2025 einen Umsatz von rund 1,21 Milliarden Euro – ein Plus von fĂŒnf Prozent. FĂŒr 2026 setzt der Konzern weiter auf Cloud-Lösungen und KI-Plattformen, um den Kundennutzen zu maximieren.

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App-UnterstĂŒtzung bei Parodontitis

Eine Studie mit 194 Patienten an sieben UniversitĂ€tskliniken hat die ParoComPas-App zur Behandlung von Parodontitis untersucht. Das Ergebnis: Moderate Nutzer der App erzielten deutliche Verbesserungen bei der Plaquekontrolle und der mundgesundheitsbezogenen LebensqualitĂ€t. Allerdings gab es auch Probleme bei der Nutzerbindung – Push-Benachrichtigungen erreichten nur 24 Prozent der Teilnehmer.

Defizite in der Prophylaxe

Trotz aller technischen Fortschritte klaffen in der Vorsorgeversorgung weiterhin LĂŒcken. Der Barmer Zahnreport 2024 zeigt: Nur etwa 25 Prozent der Pflegeheimbewohner erhielten eine formelle Beurteilung ihres Mundgesundheitszustands. Bei ambulant Gepflegten lag die Quote bei erschreckend niedrigen drei Prozent.

Die regionalen Unterschiede sind enorm: WĂ€hrend in Niedersachsen nur 16,8 Prozent der Heimbewohner erfasst wurden, lag der Wert in Berlin bei 45,5 Prozent.

Neue Hardware fĂŒr die Prophylaxe

Die Industrie reagiert auf die wachsende Nachfrage nach effizienten Prophylaxelösungen. Der TURBODENT touch ist ein neues PulverstrahlgerĂ€t fĂŒr die Parodontologie und Periimplantitistherapie. Das System arbeitet mit glycin- und natriumbicarbonatbasierten Pulvern auf drei Leistungsstufen. Es soll Dentalhygienikern helfen, langfristige StabilitĂ€t und Ästhetik bei der Patientenbehandlung zu sichern.

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