ZIM-Stopp seit 7. Juli: Wirtschaftsministerium nimmt keine AntrÀge mehr an
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 16:40 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Seit dem 7. Juli um 12 Uhr nimmt das Wirtschaftsministerium keine neuen AntrĂ€ge fĂŒr das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) mehr an. Grund sind eine ĂŒberraschend hohe Nachfrage und begrenzte Haushaltsmittel.
Das Ministerium unter Leitung von Katherina Reiche spricht von notwendiger Haushaltskonsolidierung. Besonders seit dem vierten Quartal 2025 war die Nachfrage stark gestiegen.
Ausgenommen vom Stopp sind lediglich Vorhaben mit internationalen Partnern. Bereits eingereichte AntrĂ€ge werden weiter bearbeitet, bewilligte Projekte sind nicht betroffen. Eine Wiederaufnahme ist fĂŒr Anfang 2027 geplant â vorausgesetzt, der Bundeshaushalt stellt die Mittel bereit.
VerbÀnde warnen vor Ausbremsung von Innovationen
Die Wirtschaft reagiert scharf. Holger Lösch, HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des BDI, nennt den Stopp ein âfalsches Signalâ, das vor allem innovationsstarke MittelstĂ€ndler treffe. Sebastian Bolay vom DIHK fordert eine RĂŒcknahme: âDer Stopp verunsichert die Betriebe und bremst wichtige Innovationen aus.â
Frank Roth, PrĂ€sident der IHK Karlsruhe, warnt, dass die Aussetzung die Innovationsanstrengungen des Mittelstands konterkariere. Laut Umfragen nutzen 56 Prozent der forschungsaktiven Betriebe Förderprogramme. 65 Prozent hĂ€tten ihre Projekte ohne UnterstĂŒtzung nicht oder nur teilweise durchgefĂŒhrt. 13 Prozent der Unternehmen planen derzeit sogar KĂŒrzungen ihrer F&E-Budgets.
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Jeder Fördereuro löst 1,90 Euro aus
Die Bedeutung des Programms untermauert eine Evaluierung des ZEW: Jeder Euro ZIM-Förderung erzeugt zusĂ€tzliche Ausgaben fĂŒr Forschung und Entwicklung in Höhe von 1,90 Euro. Stefan KĂŒpper von den Unternehmern Baden-WĂŒrttemberg kritisiert, die Bundesregierung spare an der falschen Stelle. Gerade Baden-WĂŒrttemberg, das bundesweit das gröĂte ZIM-Fördervolumen abruft, leide unter dem Stopp in der aktuellen Phase des Strukturwandels.
Uwe Möhring vom VUI spricht von einem âSchlag ins Gesicht fĂŒr den innovativen Mittelstandâ. Martin Bastian von der Zuse-Gemeinschaft ergĂ€nzt, der Stopp schwĂ€che den Transfer von Ideen in marktfĂ€hige Produkte erheblich. Auch aus der Politik kommt Kritik: Dirk Bachhausen (Volt) mahnt, zwischen konsumtiven Ausgaben und notwendigen Zukunftsinvestitionen zu unterscheiden.
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Steuerliche Forschungszulage als Ausweichmöglichkeit
Betroffene Unternehmen mĂŒssen nun auf Alternativen ausweichen. Das Wirtschaftsministerium und die Handelskammern verweisen auf die steuerliche Forschungszulage. FĂŒr kleine und mittlere Unternehmen bietet diese ab 2026 eine effektive Förderquote von bis zu 42 Prozent.
Auch Fachprogramme des Bundes, EU-Förderinstrumente oder spezifische Landesprogramme kommen infrage. Branchenexperten raten, diese Optionen frĂŒhzeitig zu prĂŒfen. Eine Entspannung der Fördersituation beim ZIM ist frĂŒhestens Anfang 2027 zu erwarten. Bis dahin bleibt die Planungssicherheit fĂŒr viele mittelstĂ€ndische Innovationsvorhaben eingeschrĂ€nkt.
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