Zoll, Digitale

Zoll startet eATA-System: Digitale Zollpapiere ab 1. Juni

01.06.2026 - 17:30:40 | boerse-global.de

Der deutsche Zoll warnt vor Schockanrufen und startet das digitale Carnet-System eATA für den internationalen Warenverkehr.

Zoll startet eATA-System: Digitale Zollpapiere ab 1. Juni - Bild: über boerse-global.de
Zoll startet eATA-System: Digitale Zollpapiere ab 1. Juni - Bild: über boerse-global.de

Der deutsche Zoll hat heute eine dringende Warnung vor aktuellen Betrugsmaschen veröffentlicht – und gleichzeitig einen Meilenstein in der Digitalisierung gesetzt. Die Behörde rief die Bevölkerung dazu auf, sich vor „Schockanrufen" und falschen Amtspersonen in Acht zu nehmen. Parallel dazu startete am 1. Juni 2026 das neue digitale Carnet-System eATA, das den internationalen Warenverkehr vereinfachen soll.

eATA: Digitale Zollpapiere für den globalen Handel

Mit der Einführung des elektronischen Carnet ATA (eATA) vollzieht der Zoll einen entscheidenden Schritt in Richtung papierlose Verwaltung. Das System ersetzt die bisherigen gedruckten Begleitdokumente für die vorübergehende Ein- und Ausfuhr von Waren – etwa für Messegüter, Berufsausrüstung oder Warenmuster.

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Doch der Start verlief nicht ganz reibungslos. Aufgrund temporärer Ausfälle des zentralen IVVA-Systems gewährt die Behörde eine Übergangsfrist bis zum 5. Juni 2026. Unternehmen können in dieser Zeit noch auf die herkömmlichen Papierverfahren zurückgreifen, um Lieferketten nicht zu gefährden.

Jahresbilanz: Minister Klingbeil zieht Bilanz

Bereits am 12. Mai 2026 hatten Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und Zollpräsident Dr. Armin Rolfink auf dem Flughafen Leipzig/Halle die Jahresbilanz für 2025 vorgestellt. Die Zahlen zeigen: Der Zoll bleibt ein zentraler Pfeiler der Staatsfinanzen. Die Einnahmen aus Zöllen, Steuern und Abgaben sowie die Erfolge bei der Bekämpfung von Schwarzarbeit und illegalem Handel standen im Fokus der Präsentation.

Betrugswelle: Falsche Polizisten und Schockanrufe

Die Warnung des Zolls kommt nicht von ungefähr. Die Kriminalität mit perfiden Betrugsmethoden nimmt bundesweit zu. Besonders dreist: Täter geben sich am Telefon als Staatsanwälte, Polizisten oder Zollbeamte aus und setzen ihre Opfer massiv unter Druck.

Ein Fall aus Bad Salzuflen zeigt die perfide Masche: Am 5. Januar 2026 übergab ein Opfer einem Kurier einen fünfstelligen Betrag in Gold und Bargeld – nach einem Anruf eines angeblichen Staatsanwalts. Ähnliche Vorfälle wurden aus ganz Deutschland gemeldet.

Auch international schlagen die Behörden zu. Die Wiener Polizei nahm am 23. Mai 2026 einen Verdächtigen fest, der im Zusammenhang mit mehreren Raubüberfällen steht, bei denen sich die Täter als Polizisten oder Bankmitarbeiter ausgaben.

Cyberkriminalität: Ransomware-Attacken auf Unternehmen steigen

Die digitale Bedrohungslage verschärft sich weiter. Laut dem aktuellen BKA-Lagebild 2025 stieg die Zahl der gemeldeten Ransomware-Angriffe um zehn Prozent. Betroffen sind überwiegend Unternehmen – vom Mittelständler bis zum Großkonzern.

Die Experten raten zu starken Passwörtern und zur sorgfältigen Prüfung von Links in E-Mails. Phishing bleibt die häufigste Einfallspforte für Erpressungstrojaner. „Wer auf den ersten Klick hereinfällt, öffnet den Tätern oft die gesamte IT-Infrastruktur", warnt ein Sprecher des Bundeskriminalamts.

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Kampf gegen Produktpiraterie: Neue digitale Einheiten

Auch im Kampf gegen Produktfälschungen rüstet der Zoll auf. Noch 2026 werden spezialisierte digitale Einheiten aufgebaut, die soziale Netzwerke und Online-Marktplätze systematisch überwachen sollen. Ziel ist es, den Handel mit gefälschten Markenartikeln einzudämmen und geistiges Eigentum zu schützen.

Erst in den vergangenen Monaten hatten Zollfahnder bei Kontrollen enorme Mengen an Plagiaten sichergestellt – von gefälschten Designertaschen bis zu nachgemachten Elektronikteilen. Die neuen Einheiten sollen nun schneller und gezielter gegen die digitalen Vertriebswege vorgehen.

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