Zollgebühren: EU führt 3-Euro-Pauschalgebühr ab Juli ein
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 02:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Seit dem 1. Juli 2026 gilt in der EU eine pauschale Zollgebühr von 3 Euro pro Artikel. Die bisherige Zollbefreiung für Warenlieferungen unter 150 Euro ist damit Geschichte.
Die Mehrwertsteuer muss nun separat in monatlichen Einfuhranmeldungen deklariert werden. Eine nachträgliche Stornierung von Zollanmeldungen? Nicht mehr möglich.
Neue Pflichten ab November
Ab dem 1. November 2026 wird die Angabe spezifischer Produktkennungen für die Zollabwicklung verpflichtend. Für Händler aus Drittstaaten und Logistikunternehmen steigen die administrativen Anforderungen massiv.
Die Neuregelung soll zunächst bis zum 1. Juli 2028 gelten.
E-Rechnung: Deutschland hinkt hinterher
Seit Anfang 2025 müssen deutsche Unternehmen elektronische Rechnungen im B2B-Bereich empfangen können. Ab 2027 kommt die aktive Versandpflicht für strukturierte Formate wie XRechnung oder ZUGFeRD.
Doch viele Betriebe sind nicht bereit. Die Datev warnt: Besonders der Mittelstand in Baden-Württemberg hat den Umstellungsprozess verschleppt. Schätzungsweise ein Drittel der Steuerkanzleien rechnet damit, dass ihre Mandanten die technischen Anpassungen erst kurz vor dem Stichtag abschließen.
Internationale Entwicklungen
Polen macht Druck: Seit dem 1. Februar 2026 ist das KSeF-System für innergemeinschaftliche Warenbewegungen Pflicht. Fehlt eine gültige Umsatzsteuer-Identifikationsnummer im Bestimmungsland, werden statt 0 Prozent plötzlich 23 Prozent fällig.
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Nigeria setzt auf E-Rechnung: Großunternehmen mit mindestens 5 Milliarden Naira Umsatz müssen bis zum 31. Juli 2026 auf das EFS-System umstellen.
Vietnam zeigt, wie es geht
Die digitale Überwachung von Handelsströmen kann enorm effektiv sein. In Vietnam stiegen die Steuereinnahmen aus dem E-Commerce im ersten Halbjahr 2026 auf fast 168 Billionen VND – ein Plus von 44,2 Prozent.
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Mehr als 80 E-Commerce-Plattformen und über 90 Versanddienstleister sind an die Datenvernetzung der Steuerbehörden angebunden.
Globale Mindeststeuer nimmt Form an
Auf den Philippinen tagte am 7. Juli 2026 eine Arbeitsgruppe zur globalen Mindeststeuer von 15 Prozent (Pillar Two). Betroffen sind multinationale Konzerne mit einem Jahresumsatz von mindestens 750 Millionen Euro.
USA: Neue Zölle und strenge Gerichte
Die US-Zollbehörde CBP arbeitet seit Frühjahr 2026 am CAPE-System für effizientere Rückerstattungen bei IEEPA-Zöllen. Doch nur 6 bis 7 Prozent der Importeure nutzen derzeit automatisierte Verfahren.
Ab dem 31. Juli 2026 tritt unter Section 232 ein 100-prozentiger Zoll auf bestimmte patentierte Pharmazeutika in Kraft. Für weitere Produktgruppen folgt der Stichtag am 29. September 2026.
Ein aktuelles Urteil des US-Steuergerichts (Thermal Circuits, Inc. v. Commissioner) zeigt zudem: Zahlen Kunden die Kosten für eine Fabrikerweiterung, kann das als steuerpflichtiges Einkommen gewertet werden – wenn die Zahlungen direkt an den Produkterwerb geknüpft sind. Eine Einstufung als steuerfreie Kapitaleinlage lehnten die Richter ab.
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