Thyssenkrupp will Stahlsparte doch behalten - vorerst
02.05.2026 - 16:55:16 | dpa.deDer Industriekonzern Thyssenkrupp will seine Stahlsparte doch nicht mehr an den indischen Konkurrenten Jindal verkaufen. Die beiden Unternehmen haben einer Mitteilung zufolge entschieden, die seit September vergangenen Jahres laufenden GesprÀche auf Eis zu legen. Die Neuaufstellung des Segments solle aus eigener Kraft konsequent vorangetrieben werden, um den Stahlbereich erfolgreich und profitabel aufzustellen, hieà es in Essen. Mittelfristig will sich Thyssenkrupp aber weiter vom StahlgeschÀft trennen.
GrĂŒnde fĂŒr die Entscheidung, nicht mehr mit dem indischen Unternehmen ĂŒber die Stahlsparte zu verhandeln, sind zum einen die besseren Rahmenbedingungen fĂŒr Stahlhersteller in Europa und zum anderen die Fortschritte bei der Sanierung der Sparte.
«Die EuropĂ€ische Union hat die groĂe Bedeutung der Stahlproduktion fĂŒr die Resilienz industrieller Wertschöpfungsketten erkannt und den Willen bekundet, die europĂ€ische Stahlindustrie besser vor globalen ĂberkapazitĂ€ten und Dumping zu schĂŒtzen», hieĂ es in der Mitteilung vom Samstag.
Zudem wolle die EU die Umstellung auf eine klimafreundliche Stahlproduktion weiter stĂ€rken. «Wir haben immer gesagt: Stahl ist Zukunft. Und ein zukunftsfĂ€higes GeschĂ€ft ist ein werthaltiges GeschĂ€ft», sagte Thyssenkrupp-Chef Miguel LĂłpez laut Mitteilung. «Nachdem wir uns im eigenen Unternehmen, mit den Tarifpartnern und mit der Politik in Deutschland und Europa im Grundsatz geeinigt haben, sind die Voraussetzungen fĂŒr eine profitable FortfĂŒhrung von Thyssenkrupp Steel so gut wie lange nicht mehr.»
Vor diesem Hintergrund bleibe mittelfristig eine VerselbststÀndigung von Thyssenkrupp Steel Europe mit einer eventuellen Minderheitsbeteiligung der Thyssenkrupp AG das erklÀrte Ziel. Jindal sei wÀhrend der gesamten GesprÀche ein konstruktiver und engagierter Partner gewesen. «Wir haben jedoch gemeinsam beschlossen, die Verhandlungen vorerst auszusetzen.»
Thyssenkrupp und Jindal Steel hatten Mitte September bekannt gemacht, dass der familiengefĂŒhrte indische Konzern die Stahlsparte kaufen will und bereits ein unverbindliches Angebot abgegeben hat. Das fĂŒr FirmenĂŒbernahmen und -verkĂ€ufe zustĂ€ndige Vorstandsmitglied Volkmar Dinstuhl hatte bei der Vorlage der Jahreszahlen am 9. Dezember gesagt, dass das Angebot auf eine mehrheitliche Ăbernahme abziele.
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