23andMe-Datenleck: 46,75 Millionen Dollar EntschÀdigung genehmigt
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 08:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Ein US-Insolvenzgericht hat einen Vergleich ĂŒber 46,75 Millionen Dollar genehmigt, der Opfer eines massiven Datenlecks beim Gentest-Unternehmen 23andMe entschĂ€digen soll. Der Beschluss von Richter Brian C. Walsh am Dienstag betrifft rund 6,9 Millionen betroffene Kunden â etwa die HĂ€lfte aller Nutzer des Unternehmens.
Die HintergrĂŒnde des Datenlecks
Der Cyberangriff im Jahr 2023 legte hochsensible genetische und persönliche Daten von Millionen Kunden offen. FĂŒr deutsche Nutzer ist der Fall besonders relevant: Gentest-Dienste boomen auch hierzulande, und die Frage nach dem Schutz dieser intimen Daten wird immer drĂ€ngender. Was passiert eigentlich mit den DNA-Profilen, wenn ein Unternehmen in Schieflage gerĂ€t?
Richter Walsh bezeichnete den Vergleich als âfair und angemessen". Von der Gesamtsumme wurden bereits 14,29 Millionen Dollar an GeschĂ€digte ausgezahlt. Die restlichen 32,46 Millionen Dollar sollen innerhalb von fĂŒnf Werktagen an den Abwickler Kroll Restructuring ĂŒberwiesen werden.
Insolvenz und Ăbernahme
Der Vergleich ist nur ein Puzzleteil in der komplexen Restrukturierung von 23andMe. Das Unternehmen hatte im MĂ€rz 2025 GlĂ€ubigerschutz nach Chapter 11 beantragt â ein Schritt, der in Deutschland einem Insolvenzverfahren Ă€hnelt. AnschlieĂend wurden die Vermögenswerte fĂŒr 305 Millionen Dollar an Chrome Holding verkauft, hinter der MitgrĂŒnderin Anne Wojcicki steht.
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Die Summe von 46,75 Millionen liegt leicht unter der ursprĂŒnglich diskutierten Obergrenze, die Branchenbeobachter zwischen 30 und 50 Millionen Dollar verortet hatten.
Weitere juristische Fronten
Doch der Vergleich beendet die rechtlichen Probleme nicht. Der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta verklagte das Unternehmen im Mai 2026 auf zivilrechtliche Strafen. Chrome Holding versucht zwar, diese Klage zu blockieren â der Insolvenzrichter hat dazu noch keine Entscheidung getroffen.
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Auch international hagelte es Konsequenzen: Die britische Datenschutzbehörde ICO verhÀngte bereits eine Geldstrafe von umgerechnet rund 2,7 Millionen Euro gegen die Firma.
FĂŒr deutsche Verbraucher bleibt die Botschaft klar: Wer Gentests nutzt, sollte genau prĂŒfen, welche Rechte er dem Anbieter einrĂ€umt â und ob die Daten im Krisenfall wirklich sicher sind.
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