2G-Abschaltung 2028: Große Probleme für eCall und alte Handys
01.06.2026 - 13:18:32 | boerse-global.deDie deutschen Mobilfunknetzbetreiber haben einen konkreten Zeitplan für die Abschaltung des alten 2G-Standards vorgelegt. O2 Telefónica gab kürzlich bekannt, sein 2G-Netz in der zweiten Jahreshälfte 2028 abzuschalten. Die Konkurrenten Deutsche Telekom und Vodafone haben ihre Strategien ebenfalls auf das Jahr 2028 ausgerichtet.
Damit folgt die Branche der bereits vollzogenen Abschaltung der 3G-Infrastruktur aus dem Jahr 2021. Ziel der Maßnahme ist es, die freiwerdenden Frequenzen für die effizienteren 4G- und 5G-Dienste zu nutzen. Doch der Schritt birgt erhebliche Herausforderungen – insbesondere für die Automobilindustrie und ältere Verbrauchergeräte.
Der technologische Wandel erfordert oft neue Sicherheitsmaßnahmen, auch im digitalen Bereich. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und neuen Bedrohungen Unternehmer jetzt im Blick behalten müssen. Cyber Security Trends jetzt kostenlos entdecken
eCall-Systeme: Wenn der Notruf verstummt
Die größte Sorge gilt dem automatischen Notrufsystem eCall. Seit 2018 schreibt die EU vor, dass alle neuen Pkw mit dieser Technologie ausgestattet sein müssen. Viele frühe Versionen verließen sich jedoch ausschließlich auf 2G oder 3G, um nach einem Unfall Daten zu übertragen und eine Sprachverbindung zur Rettungsleitstelle herzustellen.
Mit dem Aus der 2G-Netze 2028 drohen diesen Fahrzeugen ernste Probleme. Die gute Nachricht: Seit Anfang 2026 ist für Neuwagen der „Next Generation eCall“-Standard auf LTE-Basis (4G) Pflicht. Hersteller wie Volkswagen bieten bereits Software- oder Hardware-Updates an, um die Konnektivität zu erhalten.
Doch was bedeutet das für die Hauptuntersuchung (TÜV)? Die Frage, ob Fahrzeuge mit funktionsunfähigem eCall nach 2028 noch eine Plakette erhalten, ist bislang nicht abschließend geklärt. Die Behörden haben hier noch keine klaren Vorgaben gemacht.
Industrie und Verbraucher: Zweigleisige Strategie
Die Abschaltung trifft nicht nur Autos. Auch ältere Smartphones wie das iPhone 5 oder das Galaxy S3 mini sowie spezielle Seniorenhandys ohne 4G-Unterstützung sind betroffen. In der Industrie nutzen zahlreiche automatisierte Systeme – von Rauchmeldern bis zu Fernüberwachungseinheiten – noch immer 2G-Module.
Hier zeigt sich ein Unterschied: Vodafone hat angekündigt, einen Teil seiner 2G-Kapazität für Industriekunden bis 2030 aufrechtzuerhalten. Das verschafft Unternehmen mehr Zeit für die Umstellung ihrer Hardware.
Nicht nur veraltete Hardware, sondern auch Sicherheitslücken gefährden den Betrieb – clevere Unternehmer schützen ihre Firma proaktiv vor Angriffen. Das Gratis-E-Book enthüllt, wie Sie Schwachstellen schließen und gleichzeitig neue gesetzliche Anforderungen ohne teure Investitionen erfüllen. Gratis-E-Book zur IT-Sicherheit herunterladen
Der Chief Technology Officer von O2 Telefónica, Mallik Rao, betonte, dass der Wechsel für die allermeisten Privatkunden kaum spürbar sein werde. Die meisten modernen Geräte nutzen längst neuere Standards für Sprache und Daten.
Fast flächendeckend: 4G und 5G übernehmen
Die Entscheidung fällt vor dem Hintergrund einer beeindruckenden Netzabdeckung. Während das alte 2G-Signal noch 99,78 Prozent der deutschen Fläche erreicht, liegt die 4G-Abdeckung bereits bei 97,79 Prozent. Das 5G-Netz deckt inzwischen 95,29 Prozent des Landes ab.
Durch die Abschaltung der 2G-Frequenzen wollen die Betreiber ihre 5G-Netze weiter ausbauen und deren Leistungsfähigkeit steigern. Angesichts stetig wachsender Datenmengen ist dieser Schritt aus Branchensicht notwendig – auch wenn er für Nutzer älterer Technik einen umfassenden Hardware-Wechsel bedeutet.
So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!
Für. Immer. Kostenlos.
