Italienisches, Lohn

34-Stunden-Woche: Italienisches Unternehmen zahlt vollen Lohn

Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 13:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Gesellschaftlicher Wandel hin zu mehr Achtsamkeit: Unternehmen wie Galletti fĂŒhren die 34-Stunden-Woche ein, wĂ€hrend digitale Auszeiten und Selbstversorgung boomen.

Slow Living Trend: Digitaler Verzicht und kĂŒrzere Arbeitszeiten
Ein ruhiger, minimalistischer Arbeitsplatz mit viel natĂŒrlichem Licht, einer einzelnen Topfpflanze und einem Notizbuch mit FĂŒllfederhalter. Illustration mit AI erstellt.

Immer mehr Menschen und Unternehmen setzen auf digitale Auszeiten, kĂŒrzere Arbeitszeiten und nachhaltige Selbstversorgung. Der Trend zum bewussten Leben gewinnt an Fahrt.

Digitaler Verzicht schĂŒtzt die Psyche

Smartphones und soziale Medien fordern ihren Tribut. Fachleute warnen vor der stĂ€ndigen Erreichbarkeit und ihren Folgen fĂŒr die psychische Gesundheit. Bereits 2013 zeigte eine Studie: „Likes“ aktivieren das Belohnungszentrum im Gehirn. Ein Jahr spĂ€ter wiesen Forscher auf suchtĂ€hnliche Muster bei der Nutzung sozialer Netzwerke hin.

Digitale Ruhezeiten sind die logische Konsequenz. Der Webvideoproduzent Simon Unge machte den radikalen Schritt: Nach zwei Jahren Social-Media-Abstinenz berichtete er im Juli 2026 ĂŒber seine Erfahrungen. Auch alternative Freizeitgestaltungen helfen beim Abschalten. Live Action Role Playing (LARP) etwa dient als Ausgleich zum belastenden Nachrichtengeschehen – ein fĂŒr Ende Juli 2026 angekĂŒndigter Bericht beleuchtet das PhĂ€nomen genauer.

Die 34-Stunden-Woche kommt an

Unternehmen reagieren auf den Druck. Der italienische Klimatechnik-Hersteller Galletti fĂŒhrte fĂŒr seine rund 250 BeschĂ€ftigten die 34-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich ein. Das Modell sieht verkĂŒrzte Schichten an Freitagen vor. Die Zustimmung in der Belegschaft: 85 Prozent. ErgĂ€nzt wird das Angebot durch ErgebnisprĂ€mien und betriebliche Altersvorsorge. Im GeschĂ€ftsjahr 2025 erzielte Galletti einen Umsatz von 62 Millionen Euro.

Die verĂ€nderte Einstellung zur Karriere zeigt sich auch in der Fachliteratur. Immer hĂ€ufiger dokumentieren Experten FĂ€lle, in denen Menschen fĂŒr familiĂ€re Verpflichtungen mehrere Jahre pausieren – etwa fĂŒr die Betreuung pflegebedĂŒrftiger Angehöriger. Der erfolgreiche Wiedereinstieg ist die Regel, nicht die Ausnahme.

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ZurĂŒck zur Scholle: Selbstversorgung im Trend

Solidarische Landwirtschaft boomt. Verbraucher beteiligen sich direkt an der Erzeugung ihrer Lebensmittel. Der Neuweiler Hof in Hattenweiler geht einen Schritt weiter: Nach der GrĂŒndung einer Solawi im Jahr 2025 plant der Hof fĂŒr Herbst 2026 den vollstĂ€ndigen Erwerb – finanziert durch eine breite Kampagne.

Auch im Kleinen zeigt sich der Trend:
- Permakultur: Der Schweizer Katzhof optimiert durch spezielles GelÀnde-Design das Wassermanagement. Nach drei Jahren stieg der Humusgehalt messbar.
- Naturnahe GĂ€rten: In Linz setzen Gartenbesitzer auf geringen Pflegeaufwand. Das Motto: „Nichts muss, alles darf“.
- FrĂŒhkindliche Bildung: Das Karlsruher Junior Slow Mobil vermittelt GrundschĂŒlern seit 2013 die Grundlagen gesunder ErnĂ€hrung.

Bewegung als Gegenpol

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Zum entschleunigten Leben gehört auch der bewusste Umgang mit dem eigenen Körper. Eine OberĂ€rztin am Inselspital Bern rĂ€t besonders Menschen ab 40 zu regelmĂ€ĂŸigem Krafttraining. Ziel ist es, dem natĂŒrlichen Abbau von Muskeln und Knochen entgegenzuwirken. Eine Trainingseinheit pro Woche reicht demnach zum Erhalt. Wer aufbauen will, sollte zweimal pro Woche trainieren.

Die Botschaft ist klar: Weniger kann mehr sein – ob bei der Arbeit, am Bildschirm oder im Garten.

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