SecureMail-M, Arztbriefe

689Cloud SecureMail-M: Arztbriefe und DICOM-Daten per Gmail versenden

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 14:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der neue Dienst übermittelt Arztbriefe und DICOM-Bilder verschlüsselt per E-Mail und soll Fax sowie Datenträger in Kliniken ergänzen.

689Cloud startet SecureMail-M für den sicheren Datenaustausch in Kliniken
Ein minimalistischer, heller Behandlungsraum in einer medizinischen Einrichtung mit klaren architektonischen Linien. Illustration mit AI erstellt.

Das Softwareunternehmen 689Cloud bringt mit „SecureMail-M“ eine spezialisierte Lösung für medizinische Einrichtungen auf den Markt. Wie japanische Medien am 7. und 8. Oktober 2026 berichteten, ermöglicht der Dienst den verschlüsselten Transfer von Arztbriefen und bildgebenden DICOM-Daten direkt über bestehende E-Mail-Programme. Hierfür stellt der Anbieter Erweiterungen für Gmail und Microsoft Outlook bereit.

Browserbasierter Abruf statt Dateianhang

Der Versand erfolgt nicht über klassische Dateianhänge. Stattdessen verbleiben die übertragenen Dokumente und Bilddateien in einem inländischen Rechenzentrum in Japan, während die versendete E-Mail lediglich einen geschützten Link enthält. Empfänger müssen sich mit ihrer E-Mail-Adresse sowie einer Einmal-PIN authentifizieren, um PDF-Dokumente und DICOM-Bilder direkt im Webbrowser einzusehen.

Ein lokales Herunterladen der medizinischen Daten ist standardmäßig unterbunden und erfordert eine gesonderte Freigabe durch den Absender. Das System unterstützt zudem direkte Rückantworten sowie das Zurücksenden von Bildmaterial durch die Empfänger. Für den Betrieb setzt die Lösung weder ein dediziertes Netzwerk noch spezialisierte Endgeräte voraus.

Anzeige

Wer sich mit der Digitalisierung von Arbeitsprozessen befasst, muss neben der Effizienz auch stets die IT-Sicherheit im Blick behalten. Dieses Gratis-E-Book enthüllt, wie Sie Sicherheitslücken schließen und gleichzeitig neue gesetzliche Anforderungen erfüllen. IT-Sicherheit stärken ohne teure Investitionen

Umfassende Schutzmaßnahmen und Richtlinienkonformität

Die Plattform integriert mehrere Sicherheitsmechanismen zum Schutz sensibler Patientendaten. Dazu zählen Verschlüsselungsverfahren während der Übertragung, der Speicherung und der Ansicht.

Ergänzend greifen digitale Rechtemanagementsysteme (DRM), Sperren gegen Bildschirmfotos, Wasserzeichenfunktionen sowie eine lückenlose Nutzungsprotokollierung. Sollte ein Rückruf notwendig sein, lässt sich der Zugriff auf bereits versendete Inhalte nachträglich sperren.

Nach eigenen Angaben entspricht das System den in Japan geltenden regulatorischen Vorgaben für das Gesundheitswesen, den sogenannten „3 Ministerien, 2 Leitlinien“. Eine unabhängige Dritt-Zertifizierung wird in den Berichten jedoch nicht aufgeführt.

Anzeige

Der Schutz sensibler Daten ist besonders beim Austausch mit externen Partnern oder im mobilen Arbeiten eine zentrale Herausforderung für die Compliance. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche psychologischen Tricks Hacker gezielt einsetzen und wie Sie Ihr Unternehmen wirksam schützen können. Anti-Phishing-Paket jetzt gratis herunterladen

Ablösung physischer Datenträger in japanischen Kliniken

Hintergrund der Entwicklung ist die bestehende Praxis im japanischen Gesundheitssektor. Bislang werden vertrauliche Arztbriefe in vielen Einrichtungen noch per Fax übermittelt, während radiologische DICOM-Daten häufig physisch auf CD-ROM oder DVD übergeben werden.

Diese Verfahren bergen Risiken wie Fehlversendungen, Datenverlust, Qualitätsminderungen sowie einen hohen zeitlichen Aufwand beim manuellen Einlesen, was zu Verzögerungen bei Behandlungen führen kann.

Das Unternehmen 689Cloud PTE Ltd. mit Hauptsitz in Singapur hat das System vor dem breiten Start bereits am Saitama Medical University International Medical Center im Vorab-Einsatz erprobt. Der kommerzielle Vertrieb erfolgt als Abonnementmodell nach dem Software-as-a-Service-Prinzip, wobei konkrete Preise nicht genannt werden. Als Vertriebsziel nennt das Unternehmen die Einführung der Plattform in 100 medizinischen Einrichtungen in Japan.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70266550 |