Kalifornien, Open-Source

AB 1856: Kalifornien befreit Open-Source von Altersverifizierung

Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 21:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kaliforniens Parlament schützt freie Software vor neuen Alterschecks. Für andere Programme gelten die Prüfpflichten ab dem 1. Januar 2027.

Kalifornien nimmt Open-Source-Software von Altersprüfung aus
Moderne Server-Infrastruktur in einem klimatisierten Rechenzentrum mit blauer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Kaliforniens Gesetzgeber hat einstimmig eine Ausnahmeregelung für quelloffene Software von den geplanten Altersverifizierungspflichten des Bundesstaats verabschiedet. Der Gesetzentwurf AB 1856 befreit Software unter den Lizenzen GPL, MIT, BSD und Apache von den Vorgaben des sogenannten Digital Age Assurance Act.

Einstimmige Zustimmung im Parlament

Die kalifornische Assembly stimmte dem Entwurf mit 69 Ja-Stimmen bei null Gegenstimmen zu. Damit erhält Open-Source-Software eine klare Ausnahmestellung innerhalb eines Gesetzespakets, das ursprünglich Plattformen und Anwendungen zu Altersprüfungen verpflichten sollte.

Konkret gilt die Ausnahme laut den Angaben für Anbieter von Betriebssystemen sowie für Anwendungen, die nicht als eigenständige ausführbare Programme angeboten werden. Damit zielt die Regelung insbesondere auf Linux-Distributionen und darauf aufbauende Software-Ökosysteme, die typischerweise unter freien Lizenzen entwickelt und verteilt werden.

Hintergrund: Altersverifizierung ab 2027 Pflicht

Der Digital Age Assurance Act sieht vor, dass Software, die nicht unter die neue Ausnahme fällt, ab dem 1. Januar 2027 Altersverifizierungsanforderungen erfüllen muss. Damit bleibt Entwicklern und Anbietern nicht-freier Software noch Zeit bis zum Jahreswechsel, um entsprechende Prüfmechanismen zu implementieren.

Für die Open-Source-Gemeinschaft löst AB 1856 hingegen ein zentrales Problem: Frei lizenzierte Projekte werden häufig von einzelnen Entwicklern, Freiwilligen-Communities oder kleinen Organisationen gepflegt, die kaum in der Lage wären, aufwendige Altersprüfsysteme in Betriebssysteme oder Basis-Software zu integrieren, die von unzähligen Drittanbietern weiterverwendet und modifiziert wird.

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Eine Verpflichtung ohne Ausnahme hätte potenziell die Weiterentwicklung und Verbreitung von Linux-Distributionen und ähnlichen Projekten in Kalifornien erschwert.

Die Formulierung der Ausnahme, die sich auf Betriebssystemanbieter und nicht eigenständig ausführbare Anwendungen bezieht, deutet darauf hin, dass der Gesetzgeber gezielt zwischen Basis-Infrastruktur-Software und eigenständigen, konsumentenorientierten Anwendungen unterscheiden wollte.

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Standalone-Ausführungsdateien, die etwa als fertige Verbraucherprodukte vertrieben werden, dürften demnach auch dann unter die Verifizierungspflicht fallen, wenn sie auf offenem Quellcode basieren, sofern sie nicht die im Gesetz genannten Kriterien erfüllen.

Die einstimmige Verabschiedung signalisiert einen parteiübergreifenden Konsens darüber, dass generelle Alterskontrollvorschriften nicht undifferenziert auf die Struktur quelloffener Softwareentwicklung angewendet werden sollten. Mit dem Inkrafttreten der übrigen Bestimmungen des Digital Age Assurance Act zum 1. Januar 2027 dürfte sich zeigen, wie betroffene Unternehmen außerhalb des Open-Source-Bereichs die neuen Vorgaben in der Praxis umsetzen.

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