Abnehm-Spritzen, Menschen

Abnehm-Spritzen: 420.000 Menschen könnten Essstörung entwickeln

01.06.2026 - 18:39:54 | boerse-global.de

Abnehmspritzen und gefÀhrliche Social-Media-Trends: Mediziner warnen vor Essstörungen, Desinformation und Nikotinkonsum bei Jugendlichen.

Abnehm-Spritzen: 420.000 Menschen könnten Essstörung entwickeln - Bild: ĂŒber boerse-global.de
Abnehm-Spritzen: 420.000 Menschen könnten Essstörung entwickeln - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Mediziner und Behörden schlagen Alarm. WÀhrend neue Medikamente wie Ozempic den Markt erobern, entstehen parallel riskante Verhaltensmuster und Desinformationskampagnen.

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Die psychologischen Risiken der Abnehm-Spritzen

GLP-1-Rezeptor-Agonisten wie Ozempic, Wegovy und Zepbound stehen im Fokus der Kritik. Ein Bericht der Washington Post zeigt: Die Mittel könnten bei Menschen mit Essstörungs-Neigung gefĂ€hrliche RĂŒckfĂ€lle auslösen.

Eine Studie im New England Journal of Medicine schĂ€tzt, dass bei Langzeiteinnahme ĂŒber 420.000 Menschen eine Essstörung entwickeln könnten. Betroffene reduzierten ihre tĂ€gliche Kalorienzufuhr teilweise auf 300 bis 400 Kilokalorien. Die US-Gesundheitsbehörde FDA fĂŒhrt Essstörungen bislang nicht als offizielle Nebenwirkung. Fachleute ziehen Vergleiche zu extremen SuchtphĂ€nomenen.

Wenn das Gesicht altert: Das Ozempic-PhÀnomen

Der schnelle Gewichtsverlust hinterlĂ€sst sichtbare Spuren. Die Schönheitschirurgin Dr. Kelly Vasileiadou erklĂ€rte Ende Mai die Problematik des „Ozempic Face“. Durch den rasanten Fettverlust erschlafft die Haut, das Gesicht verliert an Volumen.

In der Schweiz, wo vor allem Wegovy zum Einsatz kommt, registrieren Ärzte diese VerĂ€nderungen. Bei langsamerer Gewichtsabnahme treten extreme optische BeeintrĂ€chtigungen seltener auf. Doch der Wunsch nach schnellen Resultaten treibt viele zu operativen Korrekturen.

GefÀhrliche Trends auf TikTok und Instagram

Parallel zu den Medikamenten verbreiten sich hochriskante Praktiken. Ein Trend aus China sorgt aktuell fĂŒr Aufsehen: Anwender legen sich Frischhaltefolie in den Mund, kauen und schmecken das Essen – und spucken es wieder aus. Ziel ist die Vermeidung jeglicher Kalorienaufnahme. Mediziner wie Dr. Johannes Wimmer warnen Anfang Juni vor massiven Gesundheitsgefahren.

Gleichzeitig nimmt die Desinformation zu. Influencer verbreiten unbelegte Warnungen vor Lebensmitteln. Die Behauptung, Rapsöl wirke toxisch oder krebserregend, wiesen die Experten Matthias Riedl und Hans Hauner am 1. Juni entschieden zurĂŒck. Rapsöl sei aufgrund seiner ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren und des Vitamin-E-Gehalts ein hochwertiges Speiseöl.

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BetrĂŒger nutzen zudem die PopularitĂ€t bekannter Persönlichkeiten. Ende Mai wurde bekannt, dass das Gesicht des ZDF-Kochs Sebastian Lege fĂŒr gefĂ€lschte Werbung eines Abnehm-Medikaments missbraucht wurde. Verbraucherzentralen warnen vor diesen Methoden.

Jugendliche greifen zu Nikotin als AppetitzĂŒgler

Ein weiterer besorgniserregender Trend: Immer mehr Jugendliche nutzen Nikotinprodukte zur AppetitzĂŒgelung. Daten des Bundesinstituts fĂŒr Öffentliche Gesundheit (BIÖG) vom 31. Mai zeigen: Der Anteil der 12- bis 17-JĂ€hrigen, die vapen, stieg von 6,1 Prozent (2021) auf 9,6 Prozent (2025).

Besonders Nikotinbeutel gewinnen an PopularitĂ€t. In DĂ€nemark nutzten 2025 rund 14 Prozent der 15- bis 29-JĂ€hrigen diese Produkte. Die WHO warnte Ende Mai vor aggressivem Marketing, das gezielt junge Zielgruppen anspricht. In Portugal darf ein einzelner Beutel bis zu 12 Milligramm Nikotin enthalten – ein hohes AbhĂ€ngigkeitspotenzial.

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