Abnehmspritzen-Streit: Novo Nordisk verklagt Eli Lilly wegen Werbelügen
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 00:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der dänische Pharmariese Novo Nordisk zieht vor Gericht. Am 21. Juli reichte das Unternehmen Klage gegen den US-Konkurrenten Eli Lilly ein. Vorwurf: irreführende Werbung und unlauterer Wettbewerb bei den Abnehm-Medikamenten Zepbound und Mounjaro.
Der Vorwurf: manipulierte Zahlen
Im Zentrum des Streits stehen die Werbekampagnen von Eli Lilly. Novo Nordisk wirft dem Konkurrenten vor, systematisch falsche Vergleiche zwischen den Wirkstoffen Tirzepatid und Semaglutid zu ziehen.
Die Strategie: Eli Lilly vergleicht die höchste Dosierung der eigenen Medikamente mit veralteten, niedrigeren Dosierungen von Wegovy und Ozempic. Die Werbung verspricht 20,2 Prozent Gewichtsverlust mit Zepbound – und stellt lediglich 13,7 Prozent für Wegovy gegenüber.
Ein fairer Vergleich? Novo Nordisk sagt nein. Die Kampagnen sollen bereits über 700 Millionen Mal ausgespielt worden sein.
Neue Daten, alte Studien
Der entscheidende Punkt: Novo Nordisk hat im März 2026 eine höher dosierte Wegovy-Variante (7,2 mg) von der FDA zugelassen bekommen. Klinische Daten zeigen einen Gewichtsverlust von rund 19 Prozent – fast gleichauf mit Eli Lillys Produkt.
„Patienten und Ärzte haben ein Recht auf vollständige Informationen", betont der Chefjustiziar von Novo Nordisk. Die Werbung basiere auf veralteten Studien, die neuere Produktvarianten ignorierten.
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Das Unternehmen fordert eine Unterlassungsverfügung, Korrekturwerbung und Schadensersatz.
Milliardengeschäft mit Abnehmspritzen
Der Streit zeigt, wie hart der Kampf um den Adipositas-Markt tobt. Bis 2030 soll das Segment auf über 120 Milliarden US-Dollar wachsen. Beide Konzerne sichern ihre Marktanteile mit aggressiven Marketingstrategien.
Eli Lilly weist die Vorwürfe zurück und will sich vor Gericht verteidigen. Eine außergerichtliche Einigung kam nicht zustande.
Die Börse reagierte verhalten: Die Aktien beider Unternehmen verloren leicht im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
Grundsatzfragen für die Pharmabranche
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Der Fall könnte weitreichende Folgen haben. Das Gericht in New Jersey muss klären, wie weit vergleichende Werbung bei hochwirksamen Medikamenten gehen darf.
Besonders in schnell wachsenden Therapiegebieten verändern neue Studien und Zulassungen ständig die Marktdynamik. Die Entscheidung könnte künftige Marketingstandards für die gesamte Branche prägen.
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