Absencen im Profifußball: 85% Anfallsfreiheit durch Therapie möglich
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 21:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die gesundheitliche Verfassung des 23-jährigen Nationalspielers Jamal Musiala vom FC Bayern München hat eine Debatte über neurologische Dysfunktionen und die Belastungsgrenzen im Hochleistungssport ausgelöst.
Nach zwei dokumentierten Zusammenbrüchen innerhalb weniger Tage, am 15. August 2026 im Spiel gegen Leipzig sowie am 19. August 2026 während einer Testpartie gegen Heidenheim, wurde eine medizinische Einordnung der Vorfälle vorgenommen. Die diagnostizierten Absencen rücken die Frage nach der Sporttauglichkeit bei neurologischen Auffälligkeiten in den Fokus.
Medizinische Einordnung und Therapierbarkeit von Absencen
Bei den von den Medizinern festgestellten Absencen handelt es sich um eine Form epileptischer Anfälle, die sich durch kurzzeitige Bewusstseinsstörungen äußern. Diese dauern typischerweise wenige Sekunden bis Minuten an.
Fachärzte für Neurologie weisen darauf hin, dass solche Ereignisse oft auf eine neurologische Dysfunktion zurückzuführen sind, jedoch als gut behandelbar gelten. Ein Experte für Neurologie erläuterte in diesem Zusammenhang, dass bei etwa 85 Prozent der betroffenen Patienten durch eine gezielte medikamentöse Therapie eine vollständige Anfallsfreiheit erreicht werden könne.
Ein Mediziner der Uniklinik Dresden mahnte jedoch vor vorschnellen Verallgemeinerungen. Er betonte, dass der Begriff der Absence eine spezielle epileptische Anfallsform beschreibe und nicht jede Bewusstseinsstörung unter diese Kategorie falle. Während Epilepsie als chronische Erkrankung eingestuft wird, sei sie im Leistungssport kein generelles Ausschlusskriterium.
Die Entscheidung über die Fortsetzung einer Karriere im Profifußball müsse daher individuell und auf Basis fachärztlicher Begleitung getroffen werden. Ein weiterer Neurologe ergänzte, dass die bei Musiala beobachteten Zusammenbrüche nicht dem klassischen klinischen Bild entsprächen, was eine präzise diagnostische Abklärung erforderlich mache.
Reaktionen des Vereins und sportmedizinische Konsequenzen
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Innerhalb der Führungsebene des FC Bayern München lösten die wiederholten Vorfälle Besorgnis aus. Ehrenpräsident Uli Hoeneß zeigte sich angesichts der Ereignisse betroffen. Sportdirektor Max Eberl bestätigte, dass der Verein bereits über bestehende gesundheitliche Probleme informiert gewesen sei, die Häufung der Zusammenbrüche innerhalb weniger Tage jedoch eine neue Qualität darstelle.
Trotz der Vorfälle liegt laut Medienberichten eine schriftliche Erklärung von Neurologen vor, wonach keine grundsätzlichen Bedenken gegen die Ausübung von Hochleistungssport bestehen. Der Verein sichere dem Spieler eine bedingungslose Unterstützung zu.
Musiala selbst gab an, dass kein zusätzliches Gesundheitsrisiko für ihn bestehe und er die bestmögliche medizinische Versorgung erhalte. Der Offensivspieler, der bereits 231 Spiele für den FC Bayern absolvierte und in der vorangegangenen Saison für sechs Monate wegen eines Knöchelbruchs pausieren musste, beabsichtigt, seine aktive Laufbahn fortzusetzen.
Diskussion über Belastungsfaktoren und Regenerationsbedarf
Neben der rein klinischen Diagnose wird in Fachkreisen auch über die Rolle der physischen und mentalen Belastung im modernen Fußball diskutiert. Kritische Analysen deuten darauf hin, dass die eng getakteten Spielkalender die physischen Kapazitäten der Athleten überfordern könnten.
In diesem Kontext wurde die Forderung laut, bei neurologischen Auffälligkeiten nicht nur auf eine medikamentöse Symptombehandlung zu setzen, sondern längere Regenerationsphasen von bis zu zwei Monaten in Betracht zu ziehen.
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Die sportliche Planung des FC Bayern München sieht als nächstes Pflichtspiel den Supercup gegen Borussia Dortmund am 22. August 2026 vor. Inwieweit die medizinischen Erkenntnisse Auswirkungen auf die Kaderplanung für diese Begegnung haben, wird von der weiteren gesundheitlichen Entwicklung und der fachärztlichen Freigabe abhängen.
Die Neurologen der Uniklinik Düsseldorf stufen die aufgetretenen Absencen als temporär und kontrollierbar ein, was die Perspektive für eine zeitnahe Rückkehr in den Spielbetrieb stützt.
