Account-Takeover: 300 Signal-Konten in Deutschland kompromittiert
Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 20:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine interne Präsentation der EU-Cyberverteidigungseinheit vom Juli 2026 hat erstmals offiziell bestätigt, dass ausländische, staatlich unterstützte Akteure gezielt versuchen, die Messaging-Konten hochrangiger EU-Beamter zu übernehmen.
Wie das Nachrichtenportal politico.eu am 24. August 2026 berichtete, gilt der sogenannte „Account-Takeover gegen hochrangige Beamte“ innerhalb der Dokumentation als größte derzeitige Bedrohung für die Kommunikationssicherheit der EU-Institutionen.
Spearphishing über WhatsApp und Signal
Laut der Dokumentation erfolgen die Angriffe über staatlich unterstütztes Spearphishing, das gezielt die Messaging-Dienste WhatsApp und Signal ins Visier nimmt. Die Einordnung markiert nach Angaben von politico.eu die erste offizielle Anerkennung solcher Angriffsmuster durch die zuständige EU-Stelle.
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Für das laufende Jahr 2026 wurden bislang acht „bedeutende Vorfälle“ gegen EU-Institutionen registriert. Erschwerend kommt hinzu, dass die EU-Institutionen bislang über keine gemeinsame Cybersicherheitslösung verfügen, was die Angriffsfläche für koordinierte Kampagnen vergrößert.
Parallelen zu Angriffen in Deutschland
Die Warnung der EU-Cyberverteidigungseinheit fällt in eine Phase, in der auch nationale Behörden ähnliche Kampagnen registrieren. Die deutsche Regierung vermutet Russland hinter einer Signal-Phishing-Kampagne, bei der laut thepostpedia.com rund 300 Signal-Konten von hochrangigen Politikern, Militärangehörigen und Journalisten kompromittiert wurden.
Die Angreifer gaben sich demnach als Signal-Support-Chatbot aus und forderten die Betroffenen auf, PIN-Codes und QR-Codes preiszugeben. Die Bundesanwaltschaft ermittelt bereits seit Mitte Februar 2026 in diesem Zusammenhang.
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Der Grünen-Politiker Konstantin von Notz erklärte laut thepostpedia.com, die Zahl der ungemeldeten Fälle werde voraussichtlich weiter steigen. Auch der niederländische Geheimdienst warnte in diesem Zusammenhang vor einer entsprechenden russischen Kampagne, wie thepostpedia.com berichtete.
Signal reagiert mit neuen Schutzmechanismen
Als Reaktion auf die zunehmenden Phishing-Versuche hat der Messenger-Dienst Signal nach Angaben von themunicheye.com neue Sicherheitsmaßnahmen eingeführt. Dazu zählen Warnhinweise bei Nachrichten von unbekannten Nummern sowie ein zusätzlicher Bestätigungsschritt für neue Kontakte.
Signal betonte dabei, dass bei den Angriffen keine technischen Schwachstellen der Plattform ausgenutzt worden seien, sondern klassisches Social Engineering zum Einsatz kam – also die gezielte Täuschung von Nutzerinnen und Nutzern anstelle eines technischen Einbruchs in die Verschlüsselung.
Bedeutung für die Kommunikationssicherheit in Behörden
Die parallele Häufung von Vorfällen auf EU-Ebene und in einzelnen Mitgliedstaaten verdeutlicht, dass Messaging-Dienste wie WhatsApp und Signal zunehmend zum bevorzugten Angriffsvektor für staatlich unterstützte Akteure geworden sind.
Während die EU-Cyberverteidigungseinheit den Handlungsbedarf in ihrer internen Präsentation klar benennt, fehlt es den EU-Institutionen laut politico.eu bislang an einer einheitlichen technischen Antwort.
Die Fälle in Deutschland und den Niederlanden zeigen zugleich, dass nicht allein technische Schwachstellen, sondern vor allem menschliches Verhalten im Umgang mit vermeintlich vertrauenswürdigen Support-Nachrichten im Fokus der Angreifer steht.
