Acer erhöht PC-Preise: 5 bis 20 Prozent ab Q4 2026
Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 11:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der taiwanische Computerhersteller Acer plant für das vierte Quartal 2026 deutliche Preiserhöhungen bei seinen PC-Produkten. Vorstandsvorsitzender Chen Jun-sheng kündigte an, dass die Preise um 5 bis 20 Prozent steigen sollen. Hintergrund sind steigende Kosten bei Speicherbauteilen und anderen Komponenten.
Preisdruck soll bis Mitte 2027 anhalten
Nach Einschätzung von Chen werden die durchschnittlichen Verkaufspreise für PCs auch über das laufende Jahr hinaus weiter steigen, bevor sich der Trend umkehrt. Eine Stabilisierung oder ein Rückgang der Preise sei frühestens für die zweite Jahreshälfte 2027 beziehungsweise gegen Jahresende 2027 zu erwarten. Für 2027 rechnet der Acer-Chef zugleich damit, dass die Einkaufs- und SSD-Kosten des Unternehmens unter dem Niveau von 2026 liegen werden.
Speicherknappheit teils entspannt, teils verschärft
Laut Acer hat sich die Lage bei einfacheren Speicherprodukten bereits entspannt: DDR4-Speicher sei mittlerweile überversorgt, nachdem zusätzliche Produktionskapazitäten aus China auf den Markt gekommen seien. Anders stellt sich die Situation bei High-End-Komponenten dar. Bei LPDDR5- und DDR5-9600-Speichern, die in Verbindung mit Nvidias N1/N1X-Plattformen zum Einsatz kommen, bestehen laut Unternehmensangaben weiterhin Engpässe.
Acer hebt die PC-Preise im vierten Quartal um 5 bis 20 Prozent an, und Zulieferer von Leiterplatten bis Speicher haben bereits eigene Aufschläge angekündigt. Wer jetzt bestellt statt wartet, sichert sich Konditionen, die es in den kommenden Monaten so nicht mehr geben dürfte. Kostenlosen Beschaffungs-Leitfaden anfordern
Bei Prozessoren sieht Chen die Verfügbarkeit grundsätzlich als ausreichend an – mit Ausnahme von Modellen, die auf günstigen Microsoft-Lizenzmodellen mit sogenannten Small-Core-Prozessoren basieren. Um auf die volatile Marktlage zu reagieren, baut Acer nach eigenen Angaben gezielt Bestände an günstigeren Komponenten auf.
Zulieferer signalisieren weitere Preiserhöhungen
Chen wies zudem darauf hin, dass zahlreiche Zulieferer entlang der Lieferkette – von Herstellern von Leiterplatten bis zu Speicherproduzenten – bereits eigene Preiserhöhungen angekündigt hätten. Nach seiner Einschätzung nutzen die drei großen Speicherhersteller ihre öffentlichen Aussagen gezielt als Preissignale untereinander, da direkte Preisabsprachen kartellrechtlich untersagt sind.
DDR4 ist überversorgt und teils schon günstiger, doch bei LPDDR5 und DDR5-9600 für die neuen Nvidia-Plattformen bleiben die Lieferzeiten eng. Wer seine Spezifikationen kennt, kann gezielt auf verfügbare Baureihen umplanen und Aufschläge vermeiden. Schritt-für-Schritt-Checkliste jetzt sichern
Die angekündigten Preissteigerungen bei Acer dürften damit weniger auf unternehmensspezifische Entwicklungen als vielmehr auf branchenweite Kostensteigerungen bei Speicherbauteilen und anderen Komponenten zurückgehen.
Für Verbraucher und Geschäftskunden zeichnet sich ab, dass günstigere PC-Anschaffungen in den kommenden Monaten schwieriger werden, während sich eine spürbare Entspannung frühestens im späteren Verlauf des Jahres 2027 abzeichnen könnte.
