Adipositas, Bluthochdruck

Adipositas: Übergewicht verdrĂ€ngt Bluthochdruck als Risikofaktor

Veröffentlicht am: 12.06.2026 um 14:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Fettleibigkeit ist laut aktueller Studien der weltweit gefÀhrlichste Risikofaktor. Neue Medikamente und Bewegungskonzepte bieten vielversprechende AnsÀtze.

Adipositas löst Bluthochdruck als Top-Risikofaktor ab
Eine metaphorische Darstellung von Gesundheitsrisikofaktoren, wobei Fettleibigkeit als dominanter, leuchtender Faktor andere Risiken in den Schatten stellt. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Weltweit liefern Forscher neue Erkenntnisse zu Medikamenten, Bewegung und PrÀvention.

Adipositas auf dem Vormarsch

In Brasilien ist Fettleibigkeit laut einer im Mai 2026 im Lancet Regional Health – Americas veröffentlichten Studie der grĂ¶ĂŸte Gesundheitsrisikofaktor. Das mit einem hohen Body-Mass-Index verbundene Risiko stieg seit 1990 um 15,3 Prozent. WĂ€hrend Feinstaub und Rauchen als Risiken signifikant abnahmen, belegte ein hoher BMI 2023 den ersten Platz. In Lateinamerika insgesamt sind jĂ€hrlich 3,6 Millionen Menschen fettleibig.

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Die USA zeigen Àhnliche Tendenzen. Daten des National Center for Health Statistics belegen: 40,3 Prozent der Erwachsenen ab 20 Jahren waren zwischen 2021 und 2023 adipös (BMI ?30). Besonders betroffen: die Altersgruppe der 40- bis 59-JÀhrigen mit 46,4 Prozent.

Dazu kommt ein unterschÀtztes Problem. Eine Meta-Analyse wies in fast 98 Prozent der untersuchten Studien Gewichtsdiskriminierung nach. Das erschwert die medizinische Versorgung der Betroffenen erheblich.

Neue Hoffnung aus der Pharmaforschung

GLP-1-Rezeptor-Agonisten könnten weit mehr als nur beim Abnehmen helfen. Eine auf dem ASCO-Kongress in Chicago vorgestellte Analyse von ĂŒber 12.000 Patienten deutet darauf hin: Medikamente wie Semaglutid oder Tirzepatid senken das Metastasenrisiko bei Brust-, Leber-, Darm- und Lungenkrebs um 38 bis 50 Prozent. Das Sterberisiko ĂŒber verschiedene Krebsarten lag in der Beobachtungsstudie um 33 Prozent niedriger.

Ein weiterer Schwerpunkt: die Fettleber. In Brasilien sind schĂ€tzungsweise 30 Prozent der Bevölkerung betroffen, weltweit etwa 25 Prozent. Eine Phase-3-Studie zeigte: Der Wirkstoff Survodutida von Boehringer Ingelheim reduzierte das Leberfett bei einem Großteil der Probanden deutlich. Nach 76 Wochen erreichten 60 Prozent einen normalen Leberfettanteil. Auch Semaglutid zeigt Potenzial, EntzĂŒndungen und Fettansammlungen in der Leber bei Jugendlichen mit Typ-2-Diabetes zu verringern.

Muskeln erhalten beim Abnehmen

Ein Problem starker Gewichtsverluste: der Muskelschwund. Eine Studie in Nature Medicine untersuchte die Kombination des Wirkstoffs Tirzepatid mit dem Antikörper Apitegromab. Die Gruppe, die zusĂ€tzlich den Antikörper erhielt, verlor deutlich weniger Magermasse. Experten der UniversitĂ€tsklinik TĂŒbingen sprechen von einem wichtigen Schritt, verweisen aber auf fehlende Langzeitdaten.

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Gute Nachrichten zum Jo-Jo-Effekt: Eine norwegische Studie widerlegt gĂ€ngige Mythen. Die Untersuchung an 284 Erwachsenen ergab: Ein schneller Gewichtsverlust durch eine sehr kalorienarme DiĂ€t fĂŒhrte nach einem Jahr zu einem signifikant höheren Gesamtverlust als langsames Vorgehen – ohne verstĂ€rkten Jo-Jo-Effekt.

Bewegung als SchlĂŒssel

Auch ohne Medikamente lĂ€sst sich viel erreichen. Schwedische Untersuchungen zeigen: Radpendler haben ein um 15 Prozent geringeres Adipositas-Risiko. Daten der ACC-Jahrestagung 2026 legen nahe, dass der Zeitpunkt eine Rolle spielt. Morgengymnastik zwischen 7 und 8 Uhr korrelierte mit einer Reduktion des fettleibigkeitsrisikos um 35 Prozent. Mediziner betonen jedoch: Entscheidend ist die RegelmĂ€ĂŸigkeit.

FĂŒr Kinder und Jugendliche setzt man verstĂ€rkt auf multidisziplinĂ€re AnsĂ€tze. Am UniversitĂ€tsklinikum Bonn startet im September ein zwölfmonatiges Schulungsprogramm. Es kombiniert ErnĂ€hrungsberatung, Bewegungstherapie sowie medizinische und psychologische Betreuung. In Brasilien zeigten soziale Transferprogramme wie Bolsa FamĂ­lia bereits Erfolge: Sie senkten die Adipositasrate bei Kindern signifikant.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

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