Aeternum-Malware, Hacker

Aeternum-Malware: Hacker nutzen Polygon-Blockchain als C2-Zentrale

Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 16:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sicherheitsforscher entdecken Botnet-Loader, der Smart Contracts für C2-Kommunikation nutzt und so klassische Takedowns umgeht.

Aeternum-Botnet: Neue Malware steuert via Polygon-Blockchain
Ein dunkler Serverraum mit blauen LED-Lichtern, die auf einer metallischen Oberfläche reflektieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sicherheitsanalysten haben einen neuartigen Malware-Stamm namens „Aeternum“ identifiziert, der eine ungewöhnliche Methode zur Aufrechterhaltung seiner Infrastruktur nutzt. Die Schadsoftware verwendet die Polygon-Blockchain als Command-and-Control-Infrastruktur (C2).

Durch das Verstecken von Befehlen innerhalb von Smart Contracts versuchen die Hintermänner, die Kommunikation zwischen infizierten Systemen und den Kontrollservern vor Abschaltversuchen durch Behörden oder Sicherheitsdienstleister zu schützen.

Infektionsweg und technischer Aufbau des Loaders

Die Verbreitung der Malware erfolgt in aktuellen Kampagnen unter anderem über manipulierte Installationsprogramme für die Datenbank-Software DBeaver. Nutzer, die diesen gefälschten Installer ausführen, infizieren ihr System mit einem Loader, der für die weitere Bereitstellung der Schadsoftware verantwortlich ist.

Der Loader zeichnet sich durch verschiedene Schutzmechanismen aus. Vor der eigentlichen Aktivierung führt die Software Prüfungen auf virtuelle Maschinen (VM-Checks) durch, um eine Analyse in geschlossenen Sicherheitsumgebungen zu verhindern.

Um dauerhaft auf dem Zielsystem aktiv zu bleiben, etabliert die Malware eine Persistenz über den Windows-Startup-Ordner. Die technische Analyse zeigt, dass die entsprechenden ausführbaren Dateien, wie etwa eine Datei namens Build.exe, mit dem UPX-Packer komprimiert wurden, um die Entdeckung durch einfache Signatur-Scanner zu erschweren.

Dezentrale Steuerung über die Blockchain

Der entscheidende Aspekt des Aeternum-Botnets ist die Verlagerung der Steuerungslogik in die Blockchain. Der Loader ist so programmiert, dass er Anweisungen direkt von Smart Contracts auf dem Polygon-Netzwerk abfragt. Hierzu nutzt die Malware die Funktion „eth_call“ mit dem spezifischen Selektor 0xb68d1809.

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Dieser Ansatz macht die C2-Infrastruktur weitgehend resistent gegen klassische Takedown-Maßnahmen. Während herkömmliche Botnets oft durch die Beschlagnahmung von Domains oder das Abschalten zentraler Server neutralisiert werden können, müssten Ermittler im Fall von Aeternum in der Lage sein, die dezentralen Abläufe auf der Blockchain zu unterbinden, was technisch deutlich komplexer ist. Berichte von Unit 42 weisen darauf hin, dass die Software unter der Bezeichnung „Aeternum C2 BotNet Loader“ in einschlägigen Kreisen vermarktet wird.

Payloads und Sicherheitslücken in der Verschlüsselung

Sobald der Loader erfolgreich eine Verbindung hergestellt hat, lädt er verschiedene Payloads nach, die unterschiedliche kriminelle Zwecke verfolgen. Zu den beobachteten Modulen gehören der Fernzugriffstrojaner XWorm sowie die Mining-Software XMRig, die die Rechenleistung des infizierten Hosts für das Schürfen von Kryptowährungen missbraucht. Zudem verfügt die Malware über Funktionen zur Datenexfiltration über den Messengerdienst Telegram.

Trotz der innovativen Nutzung der Blockchain weist die Implementierung der Kommunikation Schwachstellen auf. Die Verschlüsselung der Datenübertragung basiert auf einer Kombination aus PBKDF2-HMAC und AES-GCM.

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Da diese Verschlüsselung laut Analysten jedoch vorhersehbar umgesetzt wurde, ist es Sicherheitsexperten möglich, die Kommunikation des Botnets zu entschlüsseln. Diese Schwäche in der kriminellen Infrastruktur erlaubt es Verteidigern, die Befehlskette nachzuvollziehen und potenziell betroffene Systeme effektiver zu schützen.

Das Auftauchen von Aeternum unterstreicht einen anhaltenden Trend in der Cyberkriminalität, bei dem dezentrale Technologien zweckentfremdet werden, um die Belastbarkeit illegaler Netzwerke zu erhöhen. Fachleute raten dazu, Software-Installationen ausschließlich aus offiziellen Quellen zu beziehen, um Infektionen durch präparierte Installer zu vermeiden.

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