Agentische Smartphones: Chinas KI-GerÀte steuern Apps eigenstÀndig
Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 16:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Auf der World Artificial Intelligence Conference (WAIC) in Shanghai prĂ€sentieren chinesische Technologieunternehmen eine neue Generation von KI-Smartphones. Die GerĂ€te können Aufgaben eigenstĂ€ndig ĂŒber mehrere Apps hinweg ausfĂŒhren â und das ohne manuelle Steuerung durch den Nutzer.
Nubia und StepFun setzen auf System-KI
ZTE-Tochter Nubia stellte das NaviX Ultra vor, das als erstes âagentisches" KI-Smartphone gilt. Das GerĂ€t integriert den Doubao-KI-Assistenten von ByteDance direkt ins Betriebssystem. Ein orangefarbener Knopf aktiviert die KI, die dann komplexe AblĂ€ufe wie Buchungen oder Terminplanungen ĂŒber verschiedene Anwendungen hinweg steuert. Die Dreifachkamera auf der RĂŒckseite rundet die Ausstattung ab. Das NaviX Ultra erhielt auf der Messe den SAIL-Award 2025 (Super AI Leader) fĂŒr die Kombination aus lokalen und cloudbasierten KI-Modellen.
Parallel dazu brachte StepFun am 17. Juli das StepX Neo auf den Markt. HerzstĂŒck ist der persönliche Assistent âAmoo", der Entscheidungen treffen und Aufgaben in den Bereichen Reise, BĂŒro und lokale Dienstleistungen ausfĂŒhren kann. Unternehmensvertreter betonten, dass KI-Assistenten den Schritt von digitalen OberflĂ€chen in die physische Welt vollziehen â was grundlegende Ănderungen an Netzwerken und Betriebssystemen erfordere.
Honor startet Vorbestellung fĂŒr âRobot Phone" mit Emotionserkennung
Honor begann am 18. Juli mit der Vorbestellung seines neuen Robot Phone, der kommerzielle Verkaufsstart ist fĂŒr August geplant. Das GerĂ€t wird als âpartnerartiges" multimodales Agenten-Smartphone vermarktet, das mit einem komplett neu gestalteten Betriebssystem lĂ€uft. Zur technischen Ausstattung gehören der Snapdragon 8 Elite Gen 5-Chip und eine 200-Megapixel-4D-Gimbal-Kamera mit 360-Grad-Tracking.
Der integrierte YOYO-KI-Assistent erkennt nun Emotionen und reagiert auf Gesten. âWir gestalten die Beziehung zwischen Nutzer und physischer Welt neu", erklĂ€rten Honor-Verantwortliche. Der Assistent verstehe komplexe Befehle und setze sie eigenstĂ€ndig um.
Erste Zertifizierungen und Marktprognosen
Die Produktflut folgt auf eine bedeutende Regulierungsentscheidung: Am 18. Juli vergab China erstmals Level-3-Zertifikate nach einem neuen KI-Bewertungssystem. 66 intelligente GerĂ€te von 17 Unternehmen erhielten die Auszeichnung. Der Standard war im Mai 2025 eingefĂŒhrt worden, um den Autonomiegrad von KI-GerĂ€ten zu kategorisieren.
WĂ€hrend die Autonomie von KI-Systemen rasant zunimmt, wachsen auch die rechtlichen Anforderungen an deren Einsatz in Unternehmen. Welche Systeme als Hochrisiko gelten und was Sie jetzt konkret tun mĂŒssen, klĂ€rt dieser kostenlose Report auf. EU AI Act: Risikoklassen und Pflichten kompakt erklĂ€rt
Die Marktforscher von IDC erwarten einen rasanten Wandel: Bis Ende 2025 könnten mehr als 50 Prozent des chinesischen Smartphone-Markts aus KI-fĂ€higen GerĂ€ten bestehen. Auch bei Wearables zeichnet sich ein Boom ab: Chinesische Hersteller sollen 2025 rund 45 Prozent der weltweiten KI-Brillen-Lieferungen stellen. Der Inlandsversand von KI-Brillen wird auf rund 4,51 Millionen Einheiten geschĂ€tzt â ein Plus von ĂŒber 75 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Staatliche Förderung und lokale Partnerschaften
Die chinesische Regierung unterstĂŒtzt die Entwicklung im Rahmen des 15. FĂŒnfjahresplans (2026 bis 2030). Ein nationales Subventionsprogramm fĂŒr KI-Hardware gewĂ€hrt Verbrauchern bis zu 500 Yuan (etwa 65 Euro) beim Kauf von GerĂ€ten wie KI-Brillen.
Die technologische Entwicklung bei KI-Modellen muss stets mit den aktuellen Compliance-Vorgaben Schritt halten, um empfindliche Strafen zu vermeiden. Sichern Sie sich jetzt den kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act mit allen relevanten Ăbergangsfristen fĂŒr Ihr Unternehmen. Kostenlosen KI-Verordnung Leitfaden herunterladen
Auch internationale Konkurrenten passen ihre China-Strategie an. Apple erweitert Berichten zufolge seine Apple Intelligence-Suite durch Partnerschaften mit Alibaba und Baidu. Ziel ist es, lokale KI-Modelle in internationale Hardware zu integrieren â um regulatorische Anforderungen zu erfĂŒllen und die Nachfrage nach KI-Assistenten zu bedienen.
ByteDance hat unterdessen die Produktion seines Doubao-Telefonassistenten massiv hochgefahren: Nach der Genehmigung seines generativen KI-Dienstes am 15. Juli stockte das Unternehmen die BestĂ€nde auf mehrere Hunderttausend Einheiten auf â zuvor lag die StĂŒckzahl bei lediglich 30.000.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Ănderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.
