AgiBot GO-3 Preview: Embodied-KI-Modell soll Lernen über drei Phasen skalieren
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 17:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Robotikhersteller AgiBot hat auf dem Innovation Day 2026 in Shanghai das Embodied-KI-Modell GO-3 Preview vorgestellt. Yao Maoqing präsentierte das System, das auf skalierbares Lernen über die Phasen Pre-Training, Post-Training und Post-Deployment ausgelegt ist. Das Modell bildet das Fundament für zukünftige autonome Roboteranwendungen des Unternehmens.
WRAM-Architektur und kontinuierliches Lernen
GO-3 Preview basiert auf der sogenannten WRAM-Architektur (World Reasoning Action Model). Diese ermöglicht eine einheitliche Modellierung von Umgebungsverständnis, Zustandsvorhersage und Aktionsgenerierung, um Cross-Task-Generalisierung sowie feinmotorische Manipulationen zu verbessern.
Technisch stützt sich das Modell auf Genie Evolver, ein System für das Post-Training mittels realer Roboter, Simulationen und Weltmodellen, sowie auf Genie Master. Letzteres fungiert als Agent-Framework für kontinuierliche Verbesserungen im laufenden Betrieb.
AgiBot hatte Genie Master am 27. Oktober 2026 veröffentlicht und im Rahmen einer Validierung in einem Convenience Store zusammen mit dem Roboter Genie G2 eingesetzt. Yao Maoqing kündigte an, dass GO-3 Preview und das Genie-Master-Framework Ende 2026 vollständig als Open Source bereitgestellt werden sollen.
Experten analysieren derzeit die größte Industrierevolution seit Jahrzehnten, in der Robotik und Künstliche Intelligenz ganze Branchen umkrempeln. Dieser kostenlose Report fasst zusammen, welche Unternehmen von diesem technologischen Umbruch am stärksten profitieren könnten. So erkennen Sie die Profiteure der neuen Industrieära
Nach Angaben des Unternehmens belegt GO-3 Preview den ersten Platz bei Task-Erfolgsrate und Prozess-Score auf der Benchmark-Plattform RoboDojo, erzielt den höchsten Gesamtscore auf RoboTwin und führt das Ranking auf RoboColiseum an.
Diese Angaben wurden bisher nicht unabhängig verifiziert. Auf RoboDojo führt laut der Plattform-Website derzeit das Modell GO-3 Nano Preview mit 61,90 Punkten; vollständige Werte für GO-3 Preview wurden bislang nicht veröffentlicht.
Multimodale Interaktion und neue Hardware
Neben dem Basismodell stellte AgiBot das Interaktionsmodell WITA-Omni 1.0 vor. Nach Unternehmensangaben handelt es sich um das erste native embodied multimodale End-to-End-Interaktionsmodell mit Vollduplex-Streaming.
Das System erreiche eine minimale Antwortzeit von 400 ms und einen Schnitt von etwa 600 ms, womit es laut AgiBot mehr als dreimal schneller als der Branchenstandard arbeite. Das Modell unterstützt mehr als 100 Sprachen sowie 29 Dialekte und belegt nach Firmenangaben Spitzenplätze auf Benchmarks wie Daily-Omni, TimeLens-Bench, EmbSpatialBench und MMAU.
Wer verstehen möchte, welche Firmen den Wandel durch Robotik und KI im Jahr 2026 wirklich vorantreiben, erhält in diesem Ratgeber wertvolle Einblicke. Der kostenlose Report deckt auf, welche Namen hinter dem technologischen Umbruch der Industrie stecken und wo Milliarden-Investitionen hinfließen. Kostenlosen Report zur industriellen Revolution herunterladen
Auf der Hardwareseite zeigte das Unternehmen die Humanoid-Plattform AHA3 der dritten Generation, die Lokomotion, Interaktion und Aufgabenausführung kombiniert. Sie verfügt über Wi-Fi 6 und 5G, Flüssigkeitskühlung für die nach IP67 geschützten Gelenke sowie Greifsysteme der Reihen OmniHand 3 Lite, OmniHand 3, OmniHand 3 Ultra und OmniPicker 3. Zudem präsentierte AgiBot den Industrieroboter G2 Max mit 21 Freiheitsgraden, einer Zweiarms-Traglast von bis zu 40 kg und einer Arbeitshöhe zwischen 0,1 und 2,5 m. Preise und Liefertermine für den G2 Max wurden nicht genannt.
Software-Ökosystem, Leistungskennzahlen und Produktionsstand
Das Betriebssystem Link-U OS 1.0 befindet sich gegenwärtig im Partnertest. Auch hier plant AgiBot für Ende 2026 eine vollständige Open-Source-Freigabe sowie eine Code-Spende an die OpenAtom Foundation. Das zugehörige Entwicklungsökosystem umfasst laut Unternehmen 255 Universitäten, 511 Partnerunternehmen und mehr als 80.000 Entwickler.
Zur Bewertung autonomer Systeme schlug AgiBot die Kennzahl Worken (Effective Intelligent Work Hours) vor, die sich aus der Anzahl aktiver Roboter, autonomen Arbeitsstunden und einer Output-Effizienzratio im Vergleich zu menschlicher Arbeit berechnet.
Konkrete Worken-Werte nannte das Unternehmen nicht, da sich das Modell noch in der Entwicklung befindet. Das Konzept floss jedoch bereits in den von der China Economic Information Service/Xinhua und dem CAICT Shanghai herausgegebenen Branchenbericht für 2026 ein.
AgiBot-CTO Peng Zhihui bezifferte den Umsatz für das erste Halbjahr 2026 auf knapp 2 Mrd. Yuan bei einer kumulierten Auslieferungsmenge von 9.700 Einheiten; diese Zahlen sind nicht unabhängig geprüft. Im September 2026 lief nach Unternehmensangaben der 20.000ste Roboter vom Band. Laut Marktforschern von IDC führte AgiBot im ersten Halbjahr 2026 weltweit bei den Auslieferungen humanoider Roboter.
