Agile Robots und Nvidia: Bis zu 2.000 Humanoide für Isaac geplant
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 17:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deAuf der Entwicklerkonferenz GTC Berlin haben das Robotikunternehmen Agile Robots und der Chipkonzern Nvidia eine weitreichende Kooperation bekannt gegeben. Im Zentrum der Partnerschaft steht der humanoide Roboter Agile ONE SN, der künftig als Referenzplattform für Nvidias Robotik-Entwicklungsumgebung Isaac fungieren soll. Insgesamt ist die Fertigung von bis zu 2.000 Einheiten des kompakten Humanoiden geplant.
Vorkonfigurierte Hardware für autonome Systeme
Der Agile ONE SN stellt eine speziell auf Nvidias KI-Software abgestimmte Variante des Standardmodells Agile ONE S dar, welches über fünf-fingrige Hände verfügt. Mit einer Bauhöhe von 1,40 Metern bietet das Modell insgesamt 31 Freiheitsgrade und trägt pro Arm eine Nutzlast von 3 Kilogramm.
Ausgestattet ist der Roboter mit zwei WUJI-Hand-2-Händen, die jeweils 20 Freiheitsgrade aufweisen, über eine 1-kHz-Kraftregelung sowie integrierte Taktilsensorik verfügen. Für die Umgebungswahrnehmung sorgen Sensoreinheiten aus Kameras, Lidar und inertiale Messeinheiten (IMU). Das Gesamtgewicht variiert je nach Dokumentation zwischen circa 34 Kilogramm, 40 Kilogramm und 43 Kilogramm.
Die Rechenleistung bezieht das System aus einem Nvidia Jetson Thor Prozessor, der über 2.070 FP4-Teraflops Rechenleistung sowie 128 Gigabyte Unified Memory verfügt. Diese Systemkonfiguration aus Greifhänden, Kamerasensorik und Recheneinheit wurde gemeinsam mit Nvidia erarbeitet.
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Künftig soll zudem der Halos-Sicherheitsstack von Nvidia integriert werden. Spencer Huang, Produktdirektor bei Nvidia, erklärte, dass die standardisierte Vorkonfiguration Entwicklern rund zwei bis drei Monate Integrationsaufwand erspare und das System bereits einen Großteil der grundlegenden Implementierungsarbeit abdecke.
Serienproduktion und Einsatz in der Spitzenforschung
Die Zielgruppe des Systems umfasst vor allem universitäre Einrichtungen und industrielle Entwicklungslabore. Interesse an der Plattform signalisierten bereits Institutionen wie die Stanford University sowie die ETH Zürich.
Die Auslieferung des Agile ONE SN ist für Anfang 2027 avisiert, wobei das System direkt mit dem Vision-Language-Action-Modell GR00T 1.7 ausgestattet sein soll. Die darauf erlernten Fertigkeiten sollen sich später auch auf den größeren Agile ONE übertragen lassen.
Laut Agile-Robots-Chef Zhaopeng Chen beginnt die Produktion der Modelle Agile ONE S und ONE SN bis Ende 2026. Für das Jahr 2027 rechnet das Management mit einem Ausstoß von 1.000 bis 2.000 Einheiten des Agile ONE SN, bevor das Volumen im Jahr 2028 weiter ansteigen soll.
Wie Chen zudem darlegte, strebt das Unternehmen, zu dessen Investoren neben Nvidia auch Softbank und Xiaomi zählen, für das Jahr 2026 eine Verdopplung des Umsatzes auf rund 640 Millionen Euro an.
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Breiter Ausbau des Isaac-Entwicklungsökosystems
Die Zusammenarbeit ist Teil einer umfassenderen Offensive von Nvidia im Robotiksektor. Auf der GTC Berlin betonte Nvidia-Chef Jensen Huang, dass die Branche vor einem grundlegenden Entwicklungssprung stehe. Parallel zur Kooperation mit Agile Robots erweitert das US-Unternehmen seine Isaac-Plattform um neue Werkzeuge.
Dazu zählt die nun allgemein verfügbare Open-Source-Umgebung Isaac Lab 3.0 mit Multi-GPU-Unterstützung sowie physikalischen Simulationsmodellen auf Basis von Newton und PhysX. Zudem führt Nvidia die Open-Source-Laufzeitumgebung Isaac OS auf Basis von Holoscan für deterministische Echtzeitanwendungen ein.
Ergänzt wird das Portfolio durch die SimReady Central Library mit mehr als 2.000 Assets, den für ausgewählte Partner zugänglichen Datensatz Human-1M sowie drei Referenzabläufe für die DGX Station.
Auf europäischer Ebene kooperiert Nvidia im Rahmen der Isaac-Plattform bereits mit einer Reihe etablierter Industrieunternehmen und Spezialisten, darunter ABB Robotics, KUKA, Universal Robots, Hexagon Robotics, NEURA Robotics, Humanoid, Flexion und Sereact. Partner wie Toyota Material Handling Europe und SoftServe konnten die benötigte Zeit für Systembereitstellungen um bis zu 50 Prozent verringern.
