Agrarrobotik: BMLEH stellt bis zu 9,5 Millionen Euro Förderung bereit
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 04:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deAutomatisierte Prozesse und moderne Maschinentechnologien gewinnen in der Agrarwirtschaft zunehmend an Bedeutung, um bestehenden Herausforderungen bei der Arbeitskräfteverfügbarkeit und veränderten Umweltbedingungen zu begegnen.
Das Bundesministerium für Landwirtschaft (BMLEH) stellt für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Bereich der Automatisierung und Robotik Fördermittel von bis zu 9,5 Millionen Euro bereit. Die Fördermittel sind für den Zeitraum von 2027 bis 2030 vorgesehen und werden als nicht rückzahlbare Zuschüsse gewährt.
Schwerpunkte der technologischen Förderung
Inhaltlich konzentriert sich die Förderinitiative auf Forschungs- und Entwicklungsvorhaben rund um digitale Robotik und Automatisierung in der Landwirtschaft.
Unterstützt werden unter anderem Arbeiten an autonomen Landmaschinen, Anbaugeräten und Drohnen sowie an Systemen für die Mensch-Roboter-Kooperation und weiteren Assistenzsystemen. Einen zusätzlichen Schwerpunkt bildet der Einsatz künstlicher Intelligenz in der Robotik für Ernte, Pflege sowie für Sonderkulturen.
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Flankierend dazu verstärkt das Bundeslandwirtschaftsministerium die Unterstützung für Präzisionslandwirtschaft, automatisierte Bewässerungssysteme und klimaresistente Sorten. Hintergrund dieser Maßnahmen sind zunehmende Belastungen landwirtschaftlicher Betriebe durch Extremwetterlagen und längere Dürreperioden.
Vorgaben für Antragsteller und das Auswahlverfahren
Für die Abwicklung der Antragstellung ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) als Projektträger zuständig. Antragsberechtigt sind Unternehmen mit Sitz oder einer Niederlassung in Deutschland, wobei insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) adressiert werden.
Auch Beteiligungen von Start-ups sind ausdrücklich erwünscht. Hochschulen sowie außeruniversitäre Forschungseinrichtungen können sich im Rahmen von Forschungsverbünden beteiligen. Unternehmen müssen in der Regel mehr als 40 Prozent der Gesamtmittel selbst tragen.
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Das Auswahlverfahren ist zweistufig aufgebaut. Im ersten Schritt können Interessierte eine Projektskizze im Umfang von maximal 15 DIN-A4-Seiten über das Portal easy-Online einreichen. Die Frist für diese Skizzeneinreichung endet am 1. Dezember 2026 um 12:00 Uhr. Erst nach einer positiven Bewertung der Skizze folgt im zweiten Schritt die Aufforderung zur Einreichung eines förmlichen Förderantrags.
Reaktionen aus dem Gartenbau und laufende Projekte
Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) begrüßt das Förderprogramm des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Nach Verbandsangaben komme es vor allem darauf an, praxistaugliche Technologien nahe an der Marktreife zu entwickeln. Der arbeitsintensive Gartenbau sei in besonderem Maße auf Entlastung angewiesen, da Betriebe mit knappen Arbeits- und Fachkräften konfrontiert sind.
Wie solche technischen Lösungen in der Praxis aussehen können, demonstrieren bereits laufende Forschungsvorhaben. So entwickelt die Westsächsische Hochschule Zwickau (WHZ) gemeinsam mit fünf Partnern im Projekt „VinePruningBot“ einen KI-gestützten, autonomen Rebschnitt-Roboter.
Das System zielt auf den individuellen Schnitt jeder einzelnen Rebe ab. Neben einer Entlastung der Weinbaubetriebe soll der Einsatz des Roboters dazu beitragen, die Kosten für den Rebschnitt um 30 Prozent zu senken.
