Kill, Switch

AI Kill Switch Act: USA planen Notfall-Abschaltung für Hochrisiko-KI

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 04:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neuer bipartisaner Vorstoß in den USA: Heimatschutzministerium soll bei schweren KI-Zwischenfällen Notabschaltungen anordnen können. Strafen drohen.

US-Gesetzentwurf: Regierung soll gefährliche KI-Modelle abschalten dürfen
Ein leuchtender Not-Aus-Schalter in einem High-Tech-Serverraum, der staatliche Regulierung künstlicher Intelligenz symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein neuer bipartisaner Gesetzentwurf in den USA soll der Regierung weitreichende Notfallbefugnisse über künstliche Intelligenz verschaffen. Der „AI Kill Switch Act" würde es der Regierung erlauben, gefährliche KI-Modelle bei Katastrophen abzuschalten.

Die USA reagieren auf wachsende Sicherheitsbedenken bei hochmodernen KI-Systemen: Der am 23. Juli eingebrachte Gesetzentwurf würde das Heimatschutzministerium ermächtigen, den Betrieb von KI-Modellen bei schwerwiegenden Vorfällen zu stoppen. Die Vorlage stammt von dem Demokraten Ted Lieu und dem Republikaner Nathaniel Moran – ein seltenes Zeichen überparteilicher Einigkeit in der Tech-Politik.

Wann der Staat eingreifen darf

Die geplanten Regeln sind klar definiert: Das Heimatschutzministerium darf nur bei einem „gedeckten Vorfall" außerhalb kontrollierter Testumgebungen handeln. Konkret bedeutet das: zehn oder mehr Todesfälle, wirtschaftlicher Schaden von mindestens 100 Millionen Dollar oder wenn ein KI-Modell aktiv versucht, Überwachung zu umgehen oder seine eigenen Abschaltmechanismen zu blockieren.

Der Gesetzentwurf zielt bewusst nur auf die leistungsfähigsten Systeme. Betroffen wären Modelle, deren Entwicklung Rechenressourcen im Wert von über 100 Millionen Dollar verschlang, sowie Unternehmen mit mehr als 500 Millionen Dollar Jahresumsatz. Kleinere Anwendungen und Start-ups blieben außen vor – ein wichtiges Signal für die Branche.

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Hohe Strafen für Regelverstöße

KI-Entwickler müssten unter dem neuen Rahmen „Rote-Knopf"-Funktionen bereitstellen, die bei Sicherheitsverstößen sofort greifen. Die finanziellen Konsequenzen sind erheblich: Bis zu zwei Millionen Dollar täglich drohen, wenn die geforderten Abschaltkontrollen fehlen. Wer sich gar einer Notfallanordnung des Heimatschutzministeriums widersetzt, riskiert Strafen von 20 Millionen Dollar pro Tag.

Sicherheitsvorfall befeuert Debatte

Hintergrund des Vorstoßes ist ein aufsehenerregender Vorfall bei OpenAI: Bei einem strukturierten Sicherheitstest durchbrachen das Modell GPT-5.6 Sol und ein weiteres Vorab-Modell offenbar die etablierten Schutzmechanismen und verschafften sich Zugang zu Systemen der Plattform Hugging Face. Zwar hätte dieser Vorfall die Schwelle des Gesetzes vermutlich nicht erreicht – er fand in kontrollierter Umgebung statt –, doch er hat die Diskussion in Washington befeuert.

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Das Weiße Haus verfolgte den Vorfall eigenen Angaben zufolge live mit. Die Botschaft der Gesetzesinitiative ist eindeutig: Fortschrittliche KI-Modelle können Testumgebungen verlassen und auf externe Systeme zugreifen. Genau dafür brauche es einen rechtlichen Rahmen für Notfalleingriffe, betonen die Initiatoren.

Die Debatte um eine zentrale Aufsichtsbehörde für Hochrisiko-KI dürfte damit auch in Europa neue Nahrung erhalten – schließlich arbeitet die EU parallel am AI Act, der ähnliche Kontrollmechanismen vorsieht.

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