AirDrop-Angriff: Manipulierte PDF hebelt iPhone-Sperrmodus aus
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 06:33 Uhr | Redaktion boerse-global.deDem Hackerteam Calif ist es gelungen, den als besonders sicher geltenden Sperrmodus eines Apple-Smartphones auszuhebeln. In einem auf der Plattform X veröffentlichten Video demonstrierte die Gruppe einen Jailbreak auf einem iPhone 18 Pro, bei dem der sogenannte Lockdown Mode aktiv war. Der erlangte Systemzugriff blieb bemerkenswerterweise selbst nach der anschließenden Installation eines Updates auf iOS 27.2 auf dem Gerät bestehen.
Übertragung über AirDrop als Einfallstor
Ausgangspunkt für den erfolgreichen Angriff war laut den Angaben eine manipulierte PDF-Datei. Diese wurde drahtlos über die Apple-eigene Schnittstelle AirDrop an das Zielgerät gesendet und musste von der nutzenden Person manuell akzeptiert werden.
Welche weiteren technischen Schritte nach der Annahme der Datei folgten, um die Sicherheitsvorkehrungen des Betriebssystems vollständig zu umgehen, legten die Hacker nicht offen. Unklar bleibt zudem, ob sich der Jailbreak auch auf Geräten einrichten lässt, auf denen iOS 27.2 bereits vor dem Angriff installiert war.
Dass der Jailbreak eine Aktualisierung des Betriebssystems übersteht, gilt als technisch außergewöhnlich, da solche Systemupdates modifizierte Geräte im Regelfall wieder in den geschützten Ursprungszustand zurückversetzen.
Die zugrundeliegende Schwachstelle gilt Berichten zufolge als ungepatcht. Calif betonte in diesem Zusammenhang, dass der Sperrmodus zwar Schutz biete, dies jedoch nur gelte, bis ein solcher Schutzmechanismus an seine Grenzen stoße.
Apples Schutzfunktion gegen gezielte Angriffe
Apple hat den Sperrmodus konzipiert, um gezielten Attacken durch professionelle Spionagesoftware vorzubeugen, und schränkt dafür zahlreiche Komfortfunktionen auf den Geräten massiv ein. Anfang 2026 hatte der Konzern gegenüber TechCrunch erklärt, dass bis dahin keine erfolgreichen Angriffe mit kommerzieller Söldner-Spyware auf iPhones im aktiven Sperrmodus bekannt gewesen seien.
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Im Sperrmodus blockiert das System die meisten Nachrichtenanhänge abseits von Bildern, Videos sowie Audiodateien und schaltet Weblinks ab. Der Webbrowser Safari unterbindet komplexe Webtechnologien, während FaceTime Anrufe von Personen ablehnt, die in den vorherigen 30 Tagen nicht selbst angerufen wurden.
Zudem schaltet das System das Game Center aus, entfernt geteilte Fotoalben, löscht Standortdaten aus Bildern und blockiert Einladungen zu Apple-Diensten. Auch Mobilfunkverbindungen über 2G und 3G sowie die automatische Einwahl in unsichere WLAN-Netzwerke werden unterbunden, während für Zubehör und Computerverbindungen ein Entsperren des Geräts nötig ist.
Konfigurationsprofile und Mobile-Device-Management sind deaktiviert, wohingegen Notruffunktionen aktiv bleiben. Unter iOS 27 lassen sich zudem Ausnahmen für Kontakte, Websites oder Apps definieren.
Geringes Risiko für Endanwender
Für herkömmliche Anwender stuft Calif die unmittelbare Bedrohung als gering ein. Ein Angriff erfordert weiterhin die aktive Bestätigung einer über AirDrop eingehenden Datei durch den Nutzer.
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Darüber hinaus beabsichtigt die Gruppe nicht, ein entsprechendes Softwarewerkzeug für Endnutzer zu veröffentlichen. Stattdessen hat das Team die genutzten Sicherheitslücken an Apple gemeldet. Als Schutzmaßnahme wird Nutzern geraten, die AirDrop-Funktion auf den Empfang von Kontakten zu beschränken.
Calif hatte bereits in der Vergangenheit auf sich aufmerksam gemacht. Die Gruppe veröffentlichte zuvor unter anderem Jailbreaks für ein iPhone Duo kurz nach dessen Marktstart sowie für ein iPhone 18 Pro, die sich zum Teil ebenfalls durch eine dauerhafte Persistenz nach einem Geräteneustart auszeichneten.
