AirDrop, Quick

AirDrop und Quick Share: FĂŒnf Milliarden GerĂ€te von SicherheitslĂŒcken betroffen

Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 23:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forscher decken 2026 schwerwiegende SicherheitslĂŒcken in Apple-GerĂ€ten auf, darunter nicht reparierbare Hardware-Fehler und komplexe Spionage-Kits.

Apple-Sicherheitskrise: Neue Exploit-Kits und Hardware-LĂŒcken
Nahaufnahme eines Smartphone-Motherboards mit leuchtenden Leiterbahnen, symbolisiert digitale SicherheitslĂŒcken und komplexe Technologie. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Forscher und Sicherheitsfirmen haben im ersten Halbjahr 2026 gravierende Schwachstellen in Apples Ökosystem aufgedeckt – von nicht reparierbaren Hardware-Fehlern bis zu mehrstufigen Exploit-Kits.

Dauerhafte Risiken durch BootROM-LĂŒcke

Eine im Juni 2026 veröffentlichte Forschung zeigt eine kritische SicherheitslĂŒcke namens usbliter8, die in der BootROM von A12- und A13-Bionic-Chips steckt. Betroffen sind das iPhone XR, XS und die 11er-Serie, das iPhone SE der zweiten Generation, mehrere iPad-Modelle sowie die Apple Watch Series 4, 5 und SE. Das Problem: Der Fehler sitzt im SecureROM und USB-Controller des Systems-on-a-Chip (SoC) – und lĂ€sst sich nicht per Software-Update beheben.

Die Ausnutzung erfordert physischen Zugriff auf das GerĂ€t und den DFU-Modus. Das schrĂ€nkt das Risiko fĂŒr Massenangriffe ein, macht gestohlene oder beschlagnahmte GerĂ€te jedoch zu einem dauerhaften Sicherheitsrisiko. Die Firma Magnet Forensics reichte am 7. Juli 2026 in Georgia Klage gegen einen ehemaligen Auftragnehmer ein. Der Vorwurf: unbefugte Weitergabe eines Zero-Day-Exploits fĂŒr genau diese Chips, den Strafverfolgungsbehörden genutzt hatten.

Spionage- und Krypto-Diebstahl-Kits auf dem Vormarsch

Bereits im MĂ€rz 2026 hatte Google Threat Intelligence zwei hochkomplexe Exploit-Kits dokumentiert: Coruna und DarkSword. Coruna nutzte fĂŒnf Exploit-Ketten und 23 einzelne SicherheitslĂŒcken, um iPhones von iOS 13 bis 17.2.1 zu kompromittieren. Die Angriffe liefen ĂŒber kompromittierte Webseiten („Watering-Hole“-Taktik).

Die DarkSword-Kette setzte sechs Schwachstellen ein, um vollstĂ€ndigen Zugriff auf iOS-GerĂ€te zu erlangen. Besonders perfide: Das Ghostblade-Modul extrahiert gezielt Kryptowallet-Daten und Seed-Phrasen. Die Werkzeuge wurden von Hackergruppen und Spyware-Anbietern genutzt – mit AktivitĂ€ten in der TĂŒrkei, dem Nahen Osten und der Ukraine. Experten raten zu Lockdown Mode und Hardware-Wallets als wirksamstem Schutz.

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Protokoll-Schwachstellen bei AirDrop und Quick Share

Das CISPA Helmholtz-Zentrum fĂŒr Informationssicherheit identifizierte im Juli 2026 sechs Schwachstellen in den drahtlosen Teilenprotonokollen von Apple (AirDrop) und Android (Quick Share). Die Probleme reichen von GerĂ€teabstĂŒrzen bis zu potenzieller Code-AusfĂŒhrung aus der Ferne.

Besonders kritisch: ein „Heap Use-After-Free“-Bug in der Windows-Version von Google Quick Share sowie Protokollfehler in Samsungs Implementierung. Insgesamt sind weltweit schĂ€tzungsweise fĂŒnf Milliarden GerĂ€te betroffen. Patches sind in Arbeit. Die Yale IT-Sicherheit empfahl am 16. Juli 2026, alle ausstehenden System-Updates fĂŒr iOS, iPadOS und macOS sofort zu installieren.

macOS-Malware-Welle: Session-Hijacking und Trojaner

Der Sommer 2026 brachte eine Welle spezialisierter macOS-Schadsoftware – gezielt gegen Kryptonutzer und Unternehmen. Die Sicherheitsfirma SlowMist identifizierte im Juli eine Malware, die Telegram Desktop-Sitzungen kapert und damit die Zwei-Faktor-Authentifizierung umgeht. Sie greift auf 16 Desktop-Wallets und hunderte Browser-Erweiterungen zu und ersetzt legitime Apps durch trojanisierte Phishing-Klone.

Weitere Bedrohungen im Überblick:

  • ClickFix-Kampagnen: Netskope dokumentierte Social-Engineering-Angriffe, die einen persistenten Remote Access Trojan (RAT) auf macOS installieren. Die HintertĂŒr tarnt sich als „com.apple.accountsd“ und kommuniziert regelmĂ€ĂŸig mit einem Kommando-Server.
  • notnullOSX: Moonlock Lab entdeckte einen Go-basierten Stealer, der gezielt Nutzer mit hohen KryptobestĂ€nden angreift. Ein „ReplaceApp“-Modul tauscht echte Ledger-Live- und Trezor-Suite-Apps gegen bösartige Versionen aus.
  • OkoBot: Kaspersky analysierte Mitte Juli eine 20-modulige Angriffskette mit gefĂ€lschten Wiederherstellungsbildschirmen und Keyloggern.
  • Crypto Clipper: Microsoft dokumentierte einen USB-Wurm, der die Zwischenablage nach Kryptoadressen durchsucht und Daten ĂŒber das Tor-Netzwerk abfließt.
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Die Botschaft der Sicherheitsexperten ist klar: Je hĂ€rter Apple sein mobiles Betriebssystem macht, desto mehr verlagern sich Angreifer auf Social Engineering und Hardware-Exploits – Methoden, die klassische Software-Schutzmaßnahmen umgehen.

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