Ajambow bei „Die Höhle der Löwen“: Heiratsantrag, aber kein Investor steigt ein
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 05:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der Geschichte des Gründerformats „Die Höhle der Löwen“ markierte der Auftritt des Fitness-Start-ups Ajambow ein Novum: Gründer Simon Werner nutzte die Pitch-Bühne in Folge 6 der 20. Staffel, um seiner Lebensgefährtin und Mitgründerin Susan Schmidt einen Heiratsantrag zu machen.
Schmidt nahm den Antrag auf der Bühne an. Während dieser Moment für eine Premiere in der Sendung sorgte, verlief der geschäftliche Teil für das Gründerpaar ernüchternd. Trotz der emotionalen Szene entschieden sich alle anwesenden Investoren gegen einen Einstieg in das Unternehmen.
Hohe Bewertung trifft auf verhaltene Marktresonanz
Simon Werner und Susan Schmidt, beide 55 Jahre alt und seit 33 Jahren ein Paar, traten für die in Borsdorf bei Leipzig ansässige Ajambow GmbH an, die im Jahr 2024 gegründet wurde.
Ihr Kapitalgesuch belief sich auf 300.000 Euro im Tausch gegen 10 Prozent der Firmenanteile. Daraus ergab sich eine rechnerische Unternehmensbewertung von 3 Millionen Euro beziehungsweise rund 2,7 Millionen Euro vor dem erhofften Investment.
Die Reaktion im Investorenkreis spiegelte rasch die Diskrepanz zwischen der persönlichen Geste und den wirtschaftlichen Kennzahlen wider. Zwar kommentierte Carsten Maschmeyer die Zusage der Gründerin als einen noch besseren Deal im Vergleich zu einer geschäftlichen Einigung, auf finanzieller Ebene überzeugte das Angebot jedoch nicht.
Frank Thelen bezeichnete die aufgerufene Bewertung sogar als totale Frechheit. Nacheinander zogen sich Janna Ensthaler, Carsten Maschmeyer, Frank Thelen und Judith Williams aus den Verhandlungen zurück.
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Auch Ralf Dümmel, der für das Paar als letzte Option im Raum stand, schloss sich den Absagen an. Das erweiterte Investorenpanel der Staffel umfasst insgesamt acht Mitglieder, zu denen neben Dagmar Wöhrl auch Andreas W. Herb und Johannes Kliesch gehören.
Produktfokus und bisherige Geschäftszahlen
Im Zentrum des Angebots steht ein rund 1,10 Meter langer Sport- und Therapiebogen aus Kunststoff. Leer wiegt das Trainingsgerät rund 640 Gramm, befüllt mit 0,5 bis 1,5 Liter Wasser erreicht es ein Gewicht von gut 2 Kilogramm. Das Konzept zielt darauf ab, durch die dynamische Wasserbewegung die Tiefenmuskulatur zu aktivieren sowie Verspannungen und Rückenschmerzen zu lindern.
Unterstützt wird dieser Ansatz durch EMG-Messungen der Universität Leipzig, die bei bestimmten Muskelgruppen eine um bis zu rund 30 Prozent höhere Aktivierung nachwiesen. Zudem existiert ein nach Paragraf 20 SGB V zertifizierter Präventionskurs sowie ein Begleitangebot aus mehr als 200 kostenlosen Videos.
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Dennoch blieben die Umsatzzahlen hinter den Vorstellungen der Investoren zurück. Bis zum Zeitpunkt der Aufzeichnung hatte das Unternehmen seit seiner Gründung im Jahr 2024 rund 78.000 Euro erwirtschaftet. Das geplante B2B-Modell, bei dem Fitnessstudios und Physiotherapiepraxen laut den Gründern monatlich 95 Euro netto zahlen sollten, zählte bis dahin lediglich rund 20 Abonnements. Bei Herstellkosten von rund 21 Euro lag der Verkaufspreis des Bogens während der Aufzeichnung bei 149,95 Euro.
Nach der Ausstrahlung passte das sächsische Unternehmen seine Preisstruktur an und reduzierte den Bogen auf 129,95 Euro, was einem Nachlass von 20 Euro gegenüber dem regulären Preis entspricht, kombiniert mit kostenlosen Video-Workouts. Zum weiteren Sortiment des Herstellers gehören ein Seil-Set für 49,95 Euro, eine Korkrolle für 49,95 Euro, ein Balance Board für 219,95 Euro sowie ein komplettes Trainingsset für 399,95 Euro.
