AlkoholabhÀngigkeit: Zwei Fragen erkennen Probleme mit 87% Genauigkeit
Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 02:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie frĂŒhzeitige Erkennung eines problematischen Alkoholkonsums stellt das Gesundheitssystem regelmĂ€Ăig vor Herausforderungen. WĂ€hrend im klinischen Umfeld hĂ€ufig umfangreiche Fragebögen zum Einsatz kommen, zeigen wissenschaftliche Auswertungen der UniversitĂ€t Leicester, dass bereits ein stark verkĂŒrztes Screening verlĂ€ssliche Hinweise liefern kann. Die Untersuchung belegt, dass zwei einfache Fragen ausreichen, um AuffĂ€lligkeiten mit hoher Genauigkeit einzugrenzen.
Hohe Trefferquote bei stark verkĂŒrztem Screening
Im Zentrum der Analyse der Forscher der UniversitĂ€t Leicester stehen zwei konkrete Fragestellungen: Erstens, wie oft jemand bei einem Anlass mindestens sechs GetrĂ€nke zu sich nimmt, und zweitens, ob im letzten Jahr etwas aufgrund von Alkohol bereut wurde. Den Daten zufolge identifizieren diese zwei Fragen Alkoholprobleme in 87,2 Prozent der FĂ€lle. Gleichzeitig ermöglichen sie es, eine Problematik in 79,8 Prozent der FĂ€lle auszuschlieĂen.
Damit nÀhert sich dieses Kurzverfahren etablierten, aber zeitintensiveren Methoden an. Zum Vergleich erreicht der CAGE-Test, der aus vier Fragen plus einem Kurztest besteht, eine Trefferquote von 90,9 Prozent.
Noch ausfĂŒhrlicher ist der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickelte AUDIT-Test mit zehn Fragen. Bei diesem Instrument gilt ein Gesamtwert ab 7 Punkten bei Frauen beziehungsweise ab 8 Punkten bei MĂ€nnern als Hinweis auf einen riskanten Konsum. Ein Wert ab 20 Punkten deutet auf eine AbhĂ€ngigkeit hin.
Wann wird aus einem Glas Wein am Abend ein Risiko? Die UniversitĂ€t Leicester zeigt: Zwei einfache Fragen erkennen Alkoholprobleme mit 87,2 Prozent Trefferquote â und schlieĂen sie in 79,8 Prozent der FĂ€lle aus. Unser kostenloser Guide fĂŒhrt Sie durch den Selbsttest und ordnet Ihr Ergebnis mit den Richtwerten der Deutschen Hauptstelle fĂŒr Suchtfragen ein. Kostenlosen Selbsttest-Guide anfordern
Richtwerte und Grenzwerte fĂŒr den Konsum
Die Identifikation riskanten Trinkverhaltens ist vor allem angesichts der Verbreitung von Bedeutung: In Deutschland gelten rund 2.200.000 Menschen im Alter von 18 bis 64 Jahren als alkoholabhÀngig. Die Weltgesundheitsorganisation stellte zudem im Januar 2023 klar, dass es aus gesundheitlicher Sicht keine vollkommen sichere Menge an Alkoholkonsum gibt.
Zur Orientierung fĂŒr einen risikoarmen Konsum verweist die Deutsche Hauptstelle fĂŒr Suchtfragen auf Richtwerte von maximal 12 Gramm Alkohol pro Tag fĂŒr Frauen und 24 Gramm fĂŒr MĂ€nner. Zudem sollten mindestens zwei alkoholfreie Tage pro Woche eingehalten werden. Von einer Menge von mehr als 500 Millilitern Bier pro Tag raten Experten ab.
Die WHO stellte im Januar 2023 klar: Eine vollkommen sichere Menge Alkohol gibt es nicht. Wer wissen will, wo der eigene Konsum steht, braucht keine zehn Fragen â zwei reichen fĂŒr eine erste Einordnung. Der kostenlose Guide zeigt Ihnen den 2-Fragen-Test, die Grenzwerte fĂŒr Frauen und MĂ€nner und wann der AUDIT-Score ein Warnsignal setzt. Jetzt den 2-Fragen-Check herunterladen
Nach Angaben der Organisation beginnen gesundheitliche Alarmsignale bereits ab 0,1 Promille. Eine Menge von 0,5 Litern Bier mit fĂŒnf Volumenprozent entspricht bei einem 35-jĂ€hrigen Mann mit einer KörpergröĂe von 1,80 Metern und einem Gewicht von 80 Kilogramm einem Wert von etwa 0,33 Promille.
Die Auswertungen verdeutlichen, dass standardisierte Schwellenwerte und niederschwellige Screening-Methoden zusammenwirken mĂŒssen, um Risiken rechtzeitig sichtbar zu machen.
