Alkoholfreie, Mocktails

Alkoholfreie Mocktails: WaterfulZERO setzt auf drei Elektrolyte und Vitamine

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 23:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Gastronomie und Hersteller erweitern ihr alkoholfreies Angebot, wÀhrend funktionelle ZusÀtze und wirtschaftliche Risiken an Bedeutung gewinnen.

Alkoholfreie GetrÀnke: Funktionale Mocktails prÀgen den Wandel
Frische botanische Zutaten wie Minze, Rhabarber und Quitten auf einer steinernen OberflĂ€che als Symbol fĂŒr hochwertige GetrĂ€nke. Illustration mit AI erstellt.

Der Markt fĂŒr Erfrischungs- und GenussgetrĂ€nke befindet sich im Umbruch. Aktuelle Branchenentwicklungen verdeutlichen eine steigende Nachfrage nach bewussten, alkoholfreien Mocktails und GetrĂ€nken mit gezieltem ernĂ€hrungsphysiologischem Mehrwert.

Der Trend verbindet den Verzicht auf Alkohol mit funktionalen Inhaltsstoffen wie Elektrolyten, Vitaminen oder bioaktiven ZusĂ€tzen fĂŒr die NĂ€hrstoffversorgung. Eine Befragung des Marktforschungsinstituts Kantar fĂŒr das Generationenbarometer Food des Heristo-Konzerns belegt diesen Wandel: Verbraucher ziehen es zunehmend vor, ihre Gesundheit ĂŒber Lebensmittel statt ĂŒber Medikamente zu steuern.

Alkoholfreie Alternativen etablieren sich in Gastronomie und Handel

Die Professionalisierung des alkoholfreien Segments spiegelt sich deutlich in der Branche wider. Die Messe DĂŒsseldorf baut ihren alkoholfreien Bereich fĂŒr die ProWein 2027 zum Format ProWein Zero+ aus. Director Frank Schindler erklĂ€rte hierzu, die Messe gehe mit diesem Konzept bewusst den nĂ€chsten Schritt.

Neben einer Verkostungszone des Meininger Verlags fĂŒr bis zu 300 alkoholfreie QualitĂ€ten entsteht eine spezialisierte Bar unter der Leitung des ErnĂ€hrungsökonomen und drinkZero-GrĂŒnders Dr. Klaus Postmann. Geplant sind Fachformate zu Sensorik, Technologie und Gastronomiekonzepten.

Auch auf Herstellerseite wĂ€chst das anspruchsvolle Angebot fĂŒr die gehobene Gastronomie. Die Privatkelterei Van Nahmen fĂŒhrt die Bio-Linie Sparkling Juicy Tea ein, die Tees mit sortenreinen DirektsĂ€ften wie Rhabarber, Quitte oder Riesling kombiniert, ergĂ€nzt durch alkoholfreie Frucht-Seccos.

An der Mosel legte die Sektmanufaktur von Canal zusammen mit zehn weiteren WeingĂŒtern der Terrassenmosel die zweite Auflage einer alkoholfreien Riesling-CuvĂ©e auf, nachdem eine erste Version im FrĂŒhjahr 2026 von einer Fachjury positiv aufgenommen worden war.

FĂŒr den Ausschank in der Gastronomie reagieren auch Zulieferer: SchĂ€fer Container Systems kĂŒndigte an, auf der Fachmesse BrauBeviale 2026 Mehrweg-EdelstahlfĂ€sser mit besonderem Fokus auf alkoholfreies Fassbier zu prĂ€sentieren.

Zudem zieht das Segment internationales Risikokapital und ungewöhnliche Rezepturen an. Das US-GetrÀnkeunternehmen Something & Nothing sicherte sich eine Finanzierung in Höhe von 6 Millionen US-Dollar. Die alkoholfreie Brauerei Athletic Brewing brachte gemeinsam mit dem Olivenölhersteller Graza das Kollaborationsbier Cold Off The Press auf den Markt, das mit nativem Olivenöl extra versetzt ist.

Funktionale Formeln und NÀhrstoffzusÀtze

Parallel zum reinen Alkoholverzicht rĂŒcken Produkte mit zusĂ€tzlichem Nutzen in den Fokus. Die indische Wellness-Marke WaterfulZERO expandiert im Gastgewerbe sowie in Clubs und Sporteinrichtungen mit zuckerfreien Mocktails, die drei Elektrolyte, mehr als zehn Vitamine und Mineralien sowie pflanzliche Zutaten enthalten.

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GrĂŒnder Prathish Nair betonte, dass ein bewusster Mocktail sich nicht wie ein Kompromiss anfĂŒhlen dĂŒrfe. An Standorten wie dem BLR Bistro in Bengaluru verkauft die Marke wöchentlich 500 Einheiten; Ausschankpartnerschaften bestehen unter anderem mit der Karnataka Golf Association sowie Luxushotels wie The Leela Palace, St. Regis und JW Marriott.

Auch Großkonzerne experimentieren mit funktionellen ZusĂ€tzen. Die Coca-Cola Company bereitet nach Angaben US-amerikanischer Medien prĂ€biotische Versionen von Coca-Cola Zero Sugar, Sprite Zero Sugar und Fresca in US-TestmĂ€rkten vor.

Wissenschaftliche Befunde und ökonomische Herausforderungen

Die Nachfrage nach nahrungsbasierten Wirkstoffen wie Kollagen stĂŒtzt sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse, zeigt jedoch auch Grenzen auf. Untersuchungen weisen nach, dass der Kollagengehalt der Haut im Erwachsenenalter um etwa 1 Prozent pro Jahr sinkt (Shuster et al., British Journal of Dermatology, 1975).

Eine klinische Untersuchung von Proksch et al. aus dem Jahr 2014 an 69 Frauen im Alter von 35 bis 55 Jahren zeigte nach achtwöchiger Gabe von 2,5 oder 5 Gramm Kollagenpeptiden eine deutlich verbesserte HautelastizitÀt.

Eine Meta-Analyse von de Miranda et al. aus dem Jahr 2021 ĂŒber 19 kontrollierte Studien mit 1.125 Teilnehmenden bestĂ€tigte moderate Verbesserungen bei Hautfeuchtigkeit und Faltentiefe. Forscher weisen zudem darauf hin, dass Vitamin C als essenzieller Kofaktor der körpereigenen Kollagensynthese fungiert (Pullar et al., Nutrients, 2017).

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Kommerziell zahlt sich der funktionale Zusatz oft aus: Daten des Marktforschers NIQ belegen fĂŒr Proteinprodukte einen Preisaufschlag von durchschnittlich rund 40 Prozent gegenĂŒber Standardprodukten, wobei dieser Mehrpreis vor allem von Konsumenten zwischen 16 und 29 Jahren akzeptiert wird.

Dennoch birgt der Markt Risiken: Das Dresdner Start-up YVY, Anbieter des bioaktiven Kollagen-Komplexes GLAZE, musste ZahlungsunfĂ€higkeit anmelden. Marktexperten weisen darauf hin, dass Konsumenten die Dosierung und Wirksamkeit funktioneller NeueinfĂŒhrungen kĂŒnftig deutlich kritischer prĂŒfen dĂŒrften.

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