Alopecia, Medikament

Alopecia areata: Neues Medikament lässt bei 54% Haare nachwachsen

Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 13:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Zwei Phase-3-Studien mit 1.399 Betroffenen zeigen unter Upadacitinib deutlich mehr Haarwachstum als unter Placebo, aber noch keine Standardzulassung.

Upadacitinib zeigt in Studien deutliche Haarregeneration
Nahaufnahme einer sterilen Laborumgebung mit Glasfläschchen auf einer Metalloberfläche, symbolisch für medizinische Forschung. Illustration mit AI erstellt.

Kreisrunder Haarausfall, medizinisch Alopecia areata genannt, gilt als eine der schwer behandelbaren Autoimmunerkrankungen der Haut. Nach Angaben aus einem Bericht sind rund 1,5 Millionen Menschen betroffen.

Neue Studiendaten zu dem Wirkstoff Upadacitinib, der unter dem Namen Rinvoq vermarktet wird, deuten nun darauf hin, dass entzündungshemmende Therapien bei einem erheblichen Teil der Patienten eine deutliche Haarregeneration ermöglichen können.

Zwei Phase-3-Studien mit ĂĽber 1.300 Teilnehmern

Grundlage der aktuellen Erkenntnisse sind zwei Phase-3-Studien mit den Bezeichnungen UP-AA 1 und UP-AA 2, deren Ergebnisse in JAMA Dermatology veröffentlicht wurden.

Insgesamt wurden 1.399 Patienten im Alter von 12 bis 64 Jahren untersucht, die an mehr als der Hälfte der Kopfhaut Haarverlust aufwiesen, in den vorangegangenen sechs Monaten keine spontane Erholung gezeigt hatten und deren Haarausfall weniger als acht Jahre zurücklag.

Die Studien liefen an 112 beziehungsweise 125 Standorten in 25 beziehungsweise 28 Ländern. Finanzierung und Design der Untersuchungen lagen beim Hersteller AbbVie.

Rund die Hälfte der Patienten mit signifikanter Haarregeneration

Nach 24 Wochen erreichten in der UP-AA-2-Studie 44,6 Prozent der Patienten unter der 15-mg-Dosis und 54,3 Prozent unter der 30-mg-Dosis eine Kopfhautbehaarung von mindestens 80 Prozent, gemessen am sogenannten SALT-Score von höchstens 20. Zum Vergleich lag dieser Wert unter Placebo bei lediglich 1,4 Prozent.

In beiden Studien zusammen genommen ergaben sich für einen SALT-Score von höchstens 20 folgende Werte: 45,2 Prozent beziehungsweise 44,6 Prozent unter der 15-mg-Dosis, 55,0 Prozent beziehungsweise 54,3 Prozent unter der 30-mg-Dosis sowie 1,5 Prozent beziehungsweise 3,4 Prozent unter Placebo.

Ein noch strengeres Ansprechkriterium, eine Kopfhautbehaarung von mindestens 90 Prozent, erreichten 36,0 Prozent der Patienten unter 15 mg und 47,1 Prozent unter 30 mg, gegenüber 1,4 Prozent unter Placebo. Eine vollständige Wiederherstellung der Kopfhautbehaarung gelang bei 13 bis 22,5 Prozent der behandelten Patienten.

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Rund 1,5 Millionen Menschen sind von kreisrundem Haarausfall betroffen — und viele haben kaum wirksame Behandlungsoptionen. Neue Daten aus zwei Phase-3-Studien deuten darauf hin, dass entzündungshemmende Therapien bei einem erheblichen Teil der Patienten eine deutliche Haarregeneration ermöglichen können. Was das für Sie persönlich bedeutet, lesen Sie in unserem kostenlosen Ratgeber. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern

Der Ausgangszustand der UP-AA-2-Teilnehmer lag im Schnitt bei etwa 84 Prozent Haarverlust. Bemerkenswert ist zudem, dass sich Unterschiede zur Placebo-Gruppe bereits nach acht Wochen abzeichneten, deutlich bevor der primäre Endpunkt nach 24 Wochen erreicht wurde.

Ein Bericht beschreibt darüber hinaus, dass bei einigen Patienten auch Augenbrauen und Wimpern vollständig nachwuchsen – Bereiche, die von kreisrundem Haarausfall häufig ebenfalls betroffen sind.

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

Schwere unerwĂĽnschte Ereignisse traten in den gepoolten Daten bei 1,6 Prozent der Patienten unter 15 mg, 2,3 Prozent unter 30 mg und 0,4 Prozent unter Placebo auf.

In der UP-AA-2-Studie lagen die entsprechenden Raten bei 1,4 Prozent (15 mg), 2,8 Prozent (30 mg) und 0 Prozent unter Placebo. Die Zahlen deuten auf ein moderat erhöhtes Risiko bei den höheren Dosierungen hin, wobei die absoluten Häufigkeiten insgesamt niedrig blieben.

Einordnung fĂĽr Betroffene

Upadacitinib gehört zur Klasse der Januskinase-Inhibitoren, die bereits bei anderen entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis eingesetzt werden. Die nun vorliegenden Daten liefern erstmals eine belastbare Grundlage dafür, wie stark und wie schnell entzündungshemmende Therapien bei schwerer Alopecia areata wirken können – ein Bereich, in dem es bislang nur wenige wirksame Behandlungsoptionen gab.

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Für Patienten bedeutet das zunächst vor allem eines: mehr wissenschaftliche Evidenz, aber noch keine unmittelbare Verfügbarkeit als zugelassene Standardtherapie für diese spezifische Indikation.

Wer von kreisrundem Haarausfall betroffen ist, sollte sich nach Einschätzung von Fachleuten weiterhin individuell beraten lassen, welche Behandlungsoptionen infrage kommen, da sich die Studienlage und regulatorische Situation kontinuierlich weiterentwickeln.

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