Hitze als Booster: Eichenprozessionsspinner werden zur Plage
29.05.2026 - 04:00:07 | dpa.deBadefans haben sich ĂŒber die Hitzetage gefreut, in GĂ€rten legte das GrĂŒn zu â aber auch ein ungeliebtes Tier profitierte: der Eichenprozessionsspinner. Die Nachtfalter bevorzugen warmtrockene Bedingungen, wie es beim Umweltbundesamt (Uba) heiĂt. Am Waidsee in Baden-WĂŒrttemberg wurde wegen Befalls ein Bereich gesperrt, vielerorts in Deutschland werden die Tiere lĂ€ngst wieder energisch bekĂ€mpft.
In Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg zum Beispiel wurde vom Hubschrauber aus bakterienbasiertes Insektizid ĂŒber viele Hundert Hektar FlĂ€che versprĂŒht. In anderen Regionen wurden vorbeugend gezielt Eichen etwa in KindergĂ€rten sowie auf Friedhöfen und an SportplĂ€tzen besprĂŒht. In Leipzig kommen in diesem Jahr FadenwĂŒrmer als Gegenmittel in GrĂŒnanlagen zum Einsatz, andernorts werden die Nester von befallenen BĂ€umen gesaugt.
Allergische Reaktionen und Reizungen
Die winzigen Brennhaare der Raupen des Eichenprozessionsspinners können schwere allergische Reaktionen, Hautreizungen und Atembeschwerden auslösen. HÀufig nimmt die Empfindlichkeit mit der Zahl einzelner Kontakte zu. Das Umweltbundesamt empfiehlt, betroffene Gebiete mit befallenen BÀumen so weit wie möglich zu meiden.
Oft werden die Raupen-Nester verwechselt
Spinnennetzartige, groĂe Gespinste an StrĂ€uchern und BĂ€umen wecken bei Menschen oft die BefĂŒrchtung, es mit dem Eichenprozessionsspinner zu tun zu haben. Ursache sind aber meist Gespinstmotten, von denen keine gesundheitliche Gefahr ausgeht. Im Inneren der eingesponnenen Gehölzteile lassen sich weiĂliche, weitgehend haarlose Raupen mit schwarzen Flecken erkennen.
Anders als Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea), die fast ausschlieĂlich Eichen befallen, nutzen die Motten viele Baum- und Straucharten. Die Nester der Prozessionsspinner sind zudem kompakter und hĂ€ngen vor allem am Stamm oder in Astgabeln.
Der Eichenprozessionsspinner stammt ursprĂŒnglich aus SĂŒdosteuropa. Noch vor wenigen Jahrzehnten kam er in Deutschland nur sehr selten vor. Inzwischen kommt es immer hĂ€ufiger zu Massenvermehrungen der Nachtfalter. «Im Zuge des Klimawandels und den damit verbundenen wĂ€rmeren FrĂŒhjahrsmonaten ist eine Ausweitung der Befallsgebiete zu erwarten», heiĂt es beim Uba.
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