Altenpflege, Heimbewohner

Altenpflege: 309.000 Heimbewohner auf Sozialhilfe – Quote steigt

Veröffentlicht: 05.07.2026 um 10:03 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Studie belegt: 37 Prozent der Pflegeheimbewohner erhalten staatliche UnterstĂĽtzung. Ohne Reformen droht weiterer Anstieg.

Pflegekosten: Immer mehr Heimbewohner auf Sozialhilfe angewiesen
Die Hände einer älteren Person, eine mit einem Ehering, halten einen Stapel Euro-Scheine und wirken besorgt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine aktuelle Studie der DAK-Gesundheit belegt: Im FrĂĽhjahr 2026 lag die Sozialhilfequote in deutschen Pflegeheimen bei 37 Prozent. Rund 309.000 Heimbewohner sind derzeit auf staatliche UnterstĂĽtzung angewiesen.

Ohne grundlegende Reformen droht die Lage zu eskalieren. Experten prognostizieren einen Anstieg der Quote auf 43 Prozent bis 2035 – das wären rund 356.000 Betroffene.

Warum die Eigenanteile so stark steigen

Der durchschnittliche monatliche Eigenanteil liegt im ersten Jahr bei 3.245 Euro – 261 Euro mehr als noch 2025. Besonders betroffen: der Ostalbkreis. Dort fließen über 16 Millionen Euro für knapp 1.000 Empfänger, der Eigenanteil liegt bei über 2.900 Euro.

Haupttreiber der Kosten ist die Lohnentwicklung. Seit der Tariftreue-Regelung vom September 2022 sind die Gehälter massiv gestiegen. Pflegehilfskräfte verdienen 22,9 Prozent mehr als 2021, Assistenzkräfte 20,8 Prozent, Fachkräfte 19,6 Prozent. Das Lohnniveau nähert sich dem der Krankenhäuser an.

Seit dem 1. Juli 2026 gelten zudem neue Pflegemindestlöhne: 16,52 Euro für Hilfskräfte, 17,80 Euro für qualifizierte Kräfte, 21,03 Euro für Fachkräfte. Eine weitere Erhöhung folgt im Juli 2027. Problem: Die Leistungen der Pflegeversicherung sind bis 2028 eingefroren. Die höheren Löhne werden direkt auf die Bewohner umgelegt.

Was das Pflegeneuordnungsgesetz plant

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Der Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes (PNOG) vom Juni 2026 soll die Finanzierungslücke von mindestens zwei Milliarden Euro schließen. Kernpunkt: Ab 2027 soll ein Entlastungsbudget das bisherige Pflegegeld ersetzen. Für Neuzugänge in Pflegegrad 2 und 3 wird es in den ersten drei Monaten halbiert.

Heftige Kritik gibt es an der geplanten Verlängerung der Verweildauerstufen. Der Höchstzuschlag von 75 Prozent soll erst ab dem 55. Monat greifen – bisher war es der 37. Monat. Das spart jährlich 2,6 Milliarden Euro. Zudem sollen die Tariftreue-Regelungen zwischen 2027 und 2030 zeitweise ausgesetzt werden.

Der Kabinettsbeschluss wird fĂĽr Mitte Juli 2026 erwartet.

Was vom Barbetrag ĂĽbrig bleibt

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Wer auf Sozialhilfe angewiesen ist, hat kaum Spielraum. Der Barbetrag liegt 2026 bei monatlich 152,01 Euro – 27 Prozent der Regelbedarfsstufe 1. Davon müssen alle persönlichen Ausgaben außerhalb der Heimversorgung bestritten werden.

Die Prognosen sind düster. Im Ostalbkreis rechnet man bis 2040 mit 20 Prozent mehr Pflegebedürftigen. DAK-Chef Storm fordert eine große Pflegereform. Ein diskutierter Pflegedeckel bei 1.200 Euro könnte die Sozialhilfequote senken – würde aber bereits 2027 Mehrkosten von 2,2 Milliarden Euro verursachen. Bis 2035 könnten es jährlich 8,6 Milliarden Euro sein.

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