Altenpflege-Digitalisierung, Millionen

Altenpflege-Digitalisierung: EU fördert mit 20 Millionen Euro

31.05.2026 - 05:00:34 | boerse-global.de

EU investiert 20 Millionen Euro in grenzüberschreitende Gesundheitsdaten und Fernbetreuung für Senioren.

Altenpflege-Digitalisierung: EU fördert mit 20 Millionen Euro - Foto: über boerse-global.de
Altenpflege-Digitalisierung: EU fördert mit 20 Millionen Euro - Foto: über boerse-global.de

Mit 20 Millionen Euro aus dem Horizon Europe-Programm fördert das UNITE-Projekt den Aufbau grenzüberschreitender Gesundheitsdatensysteme und Fernbetreuungslösungen für ältere Menschen.

Anzeige

Stürze, Schwindel, Verwirrtheit: So schützen Sie sich mit dem richtigen Medikamentenwissen. Der kostenlose PDF-Ratgeber zeigt sichere Alternativen, über die Sie mit Ihrem Arzt sprechen können. Kostenlosen Medikamenten-Ratgeber herunterladen

Drei Pilotprojekte erhalten Millionen-Förderung

Aus 19 Bewerbungen mit über 1.000 beteiligten Organisationen wählte die EU drei Vorhaben aus: CARDIO-HUB, NEODATA+ und RAD-TRACK EU. Sie erhalten insgesamt 3,788 Millionen Euro für den Aufbau internationaler Datenaustauschsysteme und personalisierter Fernversorgung.

Der Bedarf ist enorm. Eine schwedische Studie, veröffentlicht am 30. Mai im Fachblatt BMC Geriatrics, zeigt: Ältere Menschen leben trotz zunehmender Gebrechlichkeit immer länger zu Hause – oft in unzureichend angepassten Wohnungen. Die Forscher fordern optimierte digitale Lösungen und bessere Kooperation zwischen Pflegediensten.

Eine weitere Untersuchung vom selben Tag warnt vor Medikationsrisiken in der häuslichen Pflege. Besonders problematisch: Multimedikation und Wissenslücken bei pflegenden Angehörigen. Auch hier sehen Experten dringenden Nachbesserungsbedarf bei digitalen Unterstützungssystemen.

Sensoren statt Kameras: Neue Überwachungstechnik

Die Technologiebranche reagiert mit Hochdruck. Wellpointe-CEO George Kutnerian berichtet von einem regelrechten Wettlauf um moderne Systeme. Seine Medikationsmanagement-Software verkürzt Bearbeitungszeiten von Minuten auf Sekunden. Zwischen Juni 2025 und März 2026 verzeichnete das Unternehmen einen Anstieg des Medikationsvolumens um 63 Prozent und plant weitere Expansion bis 2027.

In Kanada setzt der Betreiber Verve Senior Living auf passive Gesundheitsüberwachung. Ein Dreijahresvertrag mit dem Technologieanbieter Amba sieht die Installation sensorbasierter Systeme in über 25 Einrichtungen vor – ohne Kameras oder Wearables. Erste Daten versprechen beeindruckende Ergebnisse: 67 Prozent weniger Krankenhauseinweisungen und 50 Prozent weniger Stürze im ersten Nutzungsjahr. Der Rollout soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein.

Anzeige

Vorsicht: Diese Medikamente können Senioren ab 60 gefährlich werden. Über 180 Wirkstoffe stehen auf der Priscus-Liste – wahrscheinlich liegt einer davon auch in Ihrem Schrank. Gefährliche Medikamente jetzt kostenlos prüfen

App erlaubt Fernanalyse der Wohnungssicherheit

Im Mai startete die App myAccessibleHome für iOS – eine Android-Version folgt im Herbst. Sie nutzt künstliche Intelligenz und erweiterte Realität, damit Ergotherapeuten Wohnungen aus der Ferne auf Sturzrisiken analysieren können. Besonders relevant für Regionen wie New Mexico, wo der Anteil der Über-65-Jährigen zwischen 2010 und 2019 um 40 Prozent wuchs.

Weltweit entstehen parallel Initiativen zur digitalen Teilhabe:

  • China: Das Programm „See Young" erreichte Millionen Senioren durch 15.000 Schulungen von 20.000 studentischen Freiwilligen
  • Malaysia: In Sibu fordern Kommunalpolitiker „Family Linkage"-Funktionen für Behörden-Apps – damit Angehörige digitale Zahlungen für ältere Nutzer übernehmen können
  • Vereinigte Arabische Emirate: Der Start-up Rafeeq Connect vermittelt Begleiter gegen Einsamkeit im Abonnement-Modell

Warnung vor Betrug und Ruf nach menschlicher Nähe

Die Digitalisierung birgt auch Risiken. Ende Mai meldeten Polizeidienststellen in Bayern und Schleswig-Holstein eine Serie von Schockanrufen mit hohen Beutesummen. Allein in München erbeuteten Betrüger rund 120.000 Euro in bar und Wertgegenständen von einem älteren Opfer.

Führende Gesundheitspolitiker mahnen zur Balance. Die Führung der Barmer Schleswig-Holstein betonte am 30. Mai: Künstliche Intelligenz sei unvermeidbar, um den Pflegenotstand zu lindern – Deutschland erwartet bis 2035 rund 5,6 Millionen Pflegebedürftige. Doch Technologie dürfe persönliche Bindungen nicht ersetzen.

Der Digitalisierungsschub folgt auf die Erkenntnisse der AHA-Konferenz 2025: Dort forderten Forscher eine bessere Einbindung älterer Menschen in klinische Studien. Erste mobile Gesundheitsprojekte wie die BETTER-BP-Textnachrichten-Initiative zeigten hohe Teilnehmerbindung – auch wenn andere mHealth-Programme bei klinischen Verbesserungen hinter den Erwartungen zurückblieben.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wissenschaft | 69452084 |